Warum wir jetzt Vermögenstransparenz brauchen

Nach dem Wahlsommer: Zeit für Reformen

Die Politik ist bereits einige Wochen zurück aus der Sommerpause. Seitdem ringt die Bundesregierung um einen Umgang mit den Wahlergebnissen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Obwohl der parlamentarische Betrieb in der Sommerpause weitestgehend ruhte, wurde in den Ministerien weiter gearbeitet. Die Ergebnisse kommen jetzt. Eine davon: Die massive Beschneidung des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG).

von Melanie Meier, 25.09.2026
Collage zum Ende der politischen Sommerpause: Alexander Dobrindt, Friedrich Merz und Lars Klingbeil vor dunklen Wolken; Symbole verweisen auf EU-Kritik an Deutschlands Regeln zur Vermögenstransparenz, den AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt und den Angriff auf das Informationsfreiheitsgesetz. picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Diese und weitere Gesetzesänderungen aus dem Kabinettsbeschluss im Juli, wie die Rentenreform und Reform der Pflegeversicherung sowie des Arbeitszeitgesetzes sollen jetzt mit Hochdruck vorangetrieben werden, wie Kanzler Merz angekündigte.

Rüge für Deutschland

Nicht nur wir kritisieren die aktuelle Transparenz-Abwehrhaltung in der Politik, sondern auch die EU-Kommission. In ihrem Rechtstaatlichkeitsbericht spricht sie Deutschland erneut schlechte Noten in Sachen Transparenzgesetzgebung und eine Rüge aus. Die Kritik betrifft unter anderem die mangelhafte Vermögenstransparenz bei Spitzenpolitiker:innen, weil gewählte Abgeordnete ihre Vermögen hierzulande erst ab einem Aktienanteil von 5% offenlegen müssen und eine unabhängige Kontrolle fehlt. Zu einem anderen Urteil kommt die Bundesregierung selbst:

„Die bestehenden Regelungen haben sich bewährt und als ausreichend erwiesen.“ – das war die Antwort der Bundesregierung im Sommer auf eine Große Anfrage der Linken-Fraktion. Die wollte unter anderem wissen, wie die Bundesregierung den Einfluss von Unternehmen und Wirtschaftsverbänden einschätzt, und ob sie Regierungsmitglieder zur Offenlegung ihrer Unternehmensbeteiligungen verpflichten wolle.

Denn gleich mehrere Minister:innen im Kabinett Merz sind keine gewählten Abgeordneten – und haben damit auch keine finanzielle Offenlegungspflicht. Und ausgerechnet diese Minister:innen standen bereits mehrmals wegen Interessenkonflikten in der Kritik: Von der früheren E.ON-Managerin und heutigen Wirtschaftsministerin Reiche bis zu den Verflechtungen von Wolfram Weimer rund um die Weimer Media Group und den Ludwig-Erhard-Gipfel. Wenn eine Regierung angesichts dessen behauptet, die bestehenden Transparenzpflichten reichten aus, fehlt es ihr an Selbstreflexion.

Deshalb fordern wir die Bundesregierung jetzt auf: Finanzielle Interessen offenlegen – Vertrauen zurückgewinnen! 

Politiker:in wägt ab zwischen eigenem Geldbeutel und dem Wohl der Bürger:innen

Keine Politik für den eigenen Geldbeutel: Jetzt Vermögen offenlegen!

38.250 Menschen unterstützen die Petition
40.000 Zeichnungen müssen erreicht werden

Warum jetzt?

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Reformen für mehr Vermögenstransparenz! Denn die Überarbeitung des Abgeordnetengesetzes steht an und wird in den nächsten Monaten vorangetrieben. Darum arbeiten mit Hochdruck daran, dass schärfere Regelungen zu Beteiligungen aufgenommen werden:

  • In mehreren Gesprächsterminen mit Abgeordneten,
  • mit Positionspapieren, die unsere Forderungen unterstreichen
  • und einem politisch aktiven Herbst, über den wir bald mehr berichten.

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