Postmindestlohn

Mit großer Mehrheit hat der Bundestag die Einführung des Postmindestlohns beschlossen. Aus der Union gab es 19 Nein-Stimmen, die FDP stimmte als einzige Fraktion geschlossen gegen den Antrag. 10 Abgeordnete der Linken enthielten sich.

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Dafür gestimmt
465
Dagegen gestimmt
70
Enthalten
16
Nicht beteiligt
60
Abstimmungsverhalten von insgesamt 611 Abgeordneten.

Mit dem Auslaufen des Postmonopols zum 1. Januar 2008 können künftig auch ausländische Unternehmen in Deutschland Postdienstleistungen anbieten. Durch die Einführung des Postmindestlohns soll "für alle in Deutschland beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Briefdienstleistungen erbringen, angemessene Arbeitsbedingungen [sichergestellt werden]", heißt es in dem Gesetzentwurf. Definiert wird "Postdienstleistung" als "Befördern von Briefdienstleistungen (....). Befördern ist das Einsammeln, Weiterleiten oder Ausliefern von Briefsendungen an den Empfänger. Es umfasst die Wertschöpfungskette vom Absender bis zum Empfänger." Zeitungszusteller oder Paketkuriere fallen demnach nicht unter die Mindestlohnregelung.

Die Gewerkschaft ver.di und der Arbeitgeberverband Postdienste hatten sich in Tarifverhandlungen auf einen Mindestlohn zwischen 8,00 und 9,80 Euro geeinigt.

Bereits Ende November hatte die Verabschiedung des Postmindestlohns auf der Tagesordnung des Bundestags gestanden, war seinerzeit aber wegen weiterem Klärungsbedarfs in der Großen Koalition wieder abgesetzt worden. Im Kern ging es darum, ob der Tarifvertrag für mindestens 50 Prozent der Arbeitnehmer in der Postdienstleisterbranche bindend sei. Nach einer Änderung im Tarifvertrag heißt es nun, der Vertrag gelte für alle Arbeitnehmer von Briefdienstleistern, "die überwiegend gewerbs- oder geschäftsmäßig Briefsendungen für Dritte" befördern. Durch die Aufnahme des Wortes "überwiegend" wurde eine zentrale Forderung der Union erfüllt.

Nach der Einigung der Koalitionsspitzen hatte der Postdienstleister "PIN" die Entlassung von mehr als 1.000 Mitarbeitern mit der Einführung des Mindestlohns begründet.

Mindestlohnregelungen gibt es inzwischen bei der Gebäudereinigung sowie im Bausektor. Nach der Zustimmung des Bundesrates werden ab dem 1. Januar 2008 auch die Postdienstleister in das sogenannte "Arbeitnehmer-Entsendegesetz´" aufgenommen.

Von den Oppositionsparteien ist die FDP als einzige Fraktion grundsätzlich gegen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns und befürchtet in diesem Fall eine Verdrängung von Arbeitsplätzen. Auch in Teilen der Union gibt es Bedenken.

Zahlreiche Abgeordnete haben sich auf abgeordnetenwatch.de zum Thema "Postmindestlohn" geäußert. Antworten zum Thema finden Sie über unsere Suche nach dem "Postmindestlohn".

Kommentare

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Der Postmindestlohn dient nicht zum Schutz vor ausländischen Anbietern, weil es diese gar nicht gibt. Es ist eine krasse Wettbewerbsverzerrung, wenn der ",Noch-Monopolist", Deutsche Post mit der ",Monopolgewerktschaft", ver.di den inländischen Wettbewerbern vorschreiben kann, wieviel die ihren Mitarbeitern zu zahlen haben. Darüber hinaus wird weiterhin an der Umsatzsteuerbefreiung für die Deutsche Post festgehalten. Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang, der sich hier abspielt. Hätte man bloß das Monopol weiter aufrecht erhalten....
Auf europäischer Ebene wird dieses sicherlich noch Konsequenzen nach sich ziehen, doch leider mahlen diese Mühlen bekanntlich sehr langsam. Bis dahin wird viel Porzellan zerschlagen sein.
Der Forderung der Wirtschaft an die Politik, verläßliche Rahmenbedingungen zu schaffen, wird hier in keinster Weise nachgekommen. Seit 10 Jahren ist der Markt liberalisiert. Die Wirtschaft hat viel Geld investiert, das hier mit einem Schlag entwertet wird.
Aber was tut ein Politiker nicht alles, um Wählerstimmen zu gewinnen.
Im Zusammenhang mit dem Postmindestlohn davon zu sprechen, dass die alternativen Anbieter nur Hungerlöhne zahlen, ist eine Frechheit und Volksverdummung. Die Bundesnetzagentur hat festgestellt, dass die alternativen Postdienstleister nachweislich im Durchschnitt über dem vom DGB geforderten gesetzlichen Mindestlohn von EUR 7,50 liegen. Fordert der DGB etwa einen Hungerlohn als Mindestlohn? Wohl nicht! Diejenigen Betriebe, die nur EUR 5-6 oder noch weniger zahlen, die sollen auch gerne an den ",Pranger", gestellt werden. Das findet meine absolute Unterstützung. Und dann bitte auch gleich die soziale Gewerkschaft ver.di, die beispielsweise für Friseure Tarifverträge mit Löhnen deutlich unter EUR 5 abgeschlossen haben.
Vielen Dank Frau Merkel! Das Wort, dass sie und die CDU der SPD gegeben haben, ist ihr anscheinend wichtiger, als das Wort, dass sie bei ihrer Vereidigung dem Deutschen Volk gegeben hat. Es besteht die Gefahr, dass die nächste Legislaturperiode ohne sie stattfindet, dann wird es noch schlimmer. Nach der Schadensaufnahme kommt dann aber hoffentlich jemand, der auch Rückrad hat und nicht nach popuistischen Themen sucht, um Wählerstimmen zu gewinnen.

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Auch ich bin dafür dass Menschen von dem Einkommen welches Sie für Ihre Arbeit erhalten leben können sollten. Allerdings nützt es wenig wenn Firmen nicht in der Lage sind die vorgegebenen Mindestlöhne auch erwirtschaften zu können und dann keine Arbeitsplätze mehr vorhanden sind.

Als IT-Projektmanager habe ich in den letzten 30 Jahren umfassenden Einblick in wirtschaftliche Abläufe bekommen und als Betriebsratsmitglied in einem großen Industrieunternehmen habe ich mich bis vor 18 Monaten regelmäßig für die Belange von Arbeitnehmern eingesetzt. Ich denke also dass ich mit realem Wissen aus der Praxis diese Dinge beurteilen kann.

Im Bereich Postzustellung ist es so, dass als Grundlage für den jetzt beschlossen Mindestlohn quasi der Haustarif des bisherigen Monopolisten Deutschen Post dient. Wenn jetzt den neu entstehenden und im Aufbau befindlichen Mitbewerbern dieser Tarifvertrag mit einem Mindestlohn von 9,80 Euro im Westen aufgezwungen wird bedeutet dieses einen staatlich verordneten Wettbewerbsvorteil für die Deutsche Post. Denn die Mitbewerber müssen erst einmal die gesamte Infrastruktur finanzieren und aufbauen die für die Deutsche Post vor allem der Steuerzahler in den letzten 60 Jahren bereits finanziert hat. Somit haben diese Unternehmen in den kommenden Jahren erst einmal viel höhere Betriebskosten als der Monopolist!
Dazu kommt doie Mehrwertsteuerbefreiung der Deutschen Post als weiterer Wettbewerbsvorteil.
Somit ist dieser Mindestlohn staatlich verordnete Wettbewerbsverhinderung!
Diesen Mindestlohn für Postzusteller halte ich für unsozial!

Die Wettbewerber waren in einem neu gegründeten Arbeitgeberverband bereit über einen eigenen Tarifvertrag mit Mindesteinkommen von ca. 7,50 Euro zu verhandeln.
Auf dieser Basis hätten diese Unternehmen eine faire Chance und es wäre eich echter Wettbewerb möglich und damit viele neue Arbeitsplätze entstanden, ähnlich wie bei der Liberalisierung der Telekommunikation bereits erlebt. Und das zu Einkommen in der Nähe des eigentlich von SPD und DGB geforderten Mindestlohn vom 7,50 Euro.

Die SPD marschiert in Richtung Staatswirtschaft a la DDR und die CDU macht leider mit! Ich hätte nie gedacht dass ich einmal der FDP Recht geben muss!

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Die post erhält die mehrwertsteuerbefreiung, weil sie zur zustellung in ganz deutschland verpflichtet ist! Ich habe noch keinen grünen briefkasten in den alpen oder an der nordsee bzw. auf rügen gesehen. Ich habe auch keine lust von meinen geleisteten steuern lohnzuschüsse für mitarbeiter privater postunternehmen zu zahlen, weil das geschäftsmodell ihrer arbeitgeber nur auf hungerlöhnen beruht! Bleibt also nur die frage, wem nutzt dieser mindestlohn?! Auf jedenfall nicht gewissen großkonzernen die geglaubt haben auf kosten aller satte gewinne zu scheffeln! Wäre der mindestlohn nicht gekommen, hätte dies den wegfall von 20000 arbeitsplätzen bei der post bedeutet! Das sind arbeitsplätze wo auch abgaben in renten- und arbeitslosenversicherung gezahlt werden nicht diese geringfügigen der privaten anbieter welche durch den staat mit lohnersatzleistungen quersubventioniert werden. Ich hoffe das ein mindestlohn in ganz deutschland kommt! Es sollte jeder von seiner arbeit leben können! Im übrigen liegt der postmindestlohn noch zwischen 20-40% unter den löhnen der post, also noch genug spielraum für konkurenz deren geschäftsmodell nicht auf dem rücken ihrer arbeitnehmer ausgetragen wird!

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Ohne Privatisierung ginge es und allen bsser. Ich träume von einer Post, einer Telekom, eine Bahn...

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PIN ist mit MIndestlohn nicht überlebensfähig und entläßt 1000 Leute. Der DHL Kurs steigt, in Hoffnung auf Monopolgewinne. Die Briefmarkenpreise bleiben oben und werden steigen. Die leistungsschwachen werden in die Sozialhilfe gezwungen. Da platzen Eure linken Träume! Willkommen in der Realität!!

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Volkseigenen Betrieben. Was wäre besser? Was war denn besser bei IG Farben, VEB Robotron oder Deutscher Bundespost?

Habt Ihr damals geschlafen oder wart Ihr nur noch nicht auf der Welt?

Die Erfahrung Zeigt doch: 1995 mußte man 6 Wochen auf einen Anschluss warten und die Gebühren waren 6-mal teurer. Heute ist alles billiger und es sind mehr Mitarbeiter in der Telekommunikationsindustrie beschäftigt.

Handeln sollte man aber mit dem Herz in der Hand. Dann wird alles gut. Wenn man aber statt mit dem Kopf mit dem Herzen denkt, wird es leider meist nicht herzlich sondern diktatorisch.

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Was träumen linke Bennis immer nur von Volkseigenen Betrieben. Was wäre besser? Was war denn besser bei IG Farben, VEB Robotron oder Deutscher Bundespost?

Habt Ihr damals geschlafen oder wart Ihr nur noch nicht auf der Welt?

VEB Robotron war gar nicht schlecht so in einem von der realen Welt abgeschotteten Markt. Aber leider hinken Staatsbetriebe technologisch meilenweit hinterher. Wo es Mindestlöhne gibt, gibt es auch Maximallöhne. Und wo Leistung nicht mehr belohnt wird, wird sie auch nicht mehr erbracht.

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Ich finde es richtig und gut dass der Postmindestlohn durchgekommen ist. Jeder Arbeiter/ -innen soll von seinem/ ihrem Lohn Leben können. Die Subventionen an menschenverachtenden Firmen die überwiegend mit Dumpinglöhnen arbeiten, sollten aus Deutschland entfernt werden. Denn was diese Firmen tun ist nichts anderes als Lohnsklaverei und die Arbeitnehmer werden z.B. bei der PIN AG zu Humankapital. Dies sollten wir in unserem Land nicht dulden.

Von Wettbewerb konnte nie die Rede sein, schon gar nicht von PIN AG, TNT usw. denn ihre Arbeitnehmer mussten vielfach zusätzlich zu ihrem Lohn noch Leitungen aus Hartz IV (ALG II) beantragen, und diese Gelder kommen aus dem Steuertopf, wo wir alle als Bürger einzahlen.

Herzlichen Glückwunsch zum Postmindestlohn! Der einzige richtige Weg in Deutschland. Wir können uns nicht darauf ausruhen, denn auch andere Branchen brauchen dringend diesen Mindestlohn wie z.B. der Einzelhandel, deshalb werde ich auch verstärkt für einen generellen Mindestlohn eintreten!

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An Benni:

Deine Aussage:
",Ohne Privatisierung ginge es und allen bsser. Ich träume von einer Post, einer Telekom, eine Bahn...",
zeigt leider wenig Ahnung vom realen Leben.
Ohne Privatisierung hätten wir höhere Preise bei schlechterem Service. Durch Wettbewerb entstehen neue Dienstleistungen und mehr Arbeitsplätze, das zeigt der Bereich Tlekommunikation sehr deutlich!

Tatsache ist dass mit dem am 05.11. von PIN, TNT und anderen angeboten Mindestlohn von 7,50 Euro plus dem Entzug des Mehrwertsteuerprivilegs der Deutschen Post ein Wettbewerb möglich wäre.

So zerstört der Staat den Wettbewerb und damit Arbeitsplätze!
Ob das im Sinne der zahlenden Kunden sein kann??

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8,00 - 9,80 Euro Mindestlohn ist doch heutzutage auch nur ein Lohn für Arme. Deswegen wird der Wettbewerb sicherlich nicht gleich behindert.

Im Bereich Telekommunikation hat sich tatsächlich gezeigt, dass Privatisierung auch zu Preissenkung und Service führen kann.

Bei der Post hat sich das bisher nicht gezeigt. Ich warte seit rund 6 Wochen auf einen Brief, der durch die PIN versendet wurde. In diesem Brief befindet sich ein wichtiges Dokument, das ich vor rund zwei Wochen schon gebraucht hätte. Ich musste also persönlich antreten, um das Dokument in Neuausführung zu bekommen, damit ich es wohl überhaupt erhalten konnte. Das soll auch laut des Dokumentausstellers kein Einzelfall gewesen sein.

Also heißt in diesem Fall Privatisierung erstens schlechte Bezahlung der Zusteller und zweitens schlechter Service bei drittens geringfügig niedrigeren Versandkosten als bei der Deutschen Post.

Wenn Verstaatlichung heißt, dass die Zusteller vernünftig bezahlt werden und ich meine Post in absehbarer Zeit erhalte, dann bin ich auch bereit, die höheren Versandkosten der Post zu tragen.

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kein mindestlohn keine lizens von der regulierungsbehörde

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was in den bewertungen und kommentaren bisher außer acht gelassen wurde ist die tatsache, dass von staatswegen auch damit die zerteilung deutschlands zementiert wurde.

wieso gibt es auch bei den briefzustellern einen west- und einen ostlohn?
da wie dort kostet die jeweilige marke den kunden für den jeweiligen brief das gleiche und die arbeit des briezustellers unterscheidet sich da wie dort ebenfalls in nichts.
wieso also zwei verschiedene löhne?

ich denke ",gleicher lohn für gleiche arbeit", ist angesagt?!
diese von oben verordnete, mit keinem argument zu begründende unterscheidung/ benachteligung, ist ein weiterer grober fehler in der sache.

...ein bundestagsabgeortneter aus thüringen bezieht doch auch die gleiche ",entschädigung", für sein auf grund seines bundestagsmandats, wie ein bundestagsabgeordneter der aus niedersachsen kommt.

was sollen diese unterscheidungen?

lg.jg

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Jetzt wird immer deutlicher was der zu hohe Mindestlohn von 9,80 € im Westen bringt:

Insovenzen!
Stopp der Investitionen in neue Arbeitsplätze (TNT und andere) !
Mehr Arbeitslose!

Danke SPD und CDU!

Das hat mit sozialer Marktwirtschaft nichts zu tun.
Das ist Staatswirtschaft mit Stützung von Monopolen. Aber wen wundert es, schließich gehören immer noch gut 30% Anteil der Deutschen Post dem Staat!

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Herr Baack,

wenn Sie unbedingt für 1 Euro arbeiten wollen, dann suchen Sie sich doch einen Job in China. Es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen. Der Markt wird sich nach dem Beben wieder beruhigen, und die Leute werden in anderen Unternehmen Jobs finden, in denen sie nicht für einen Hungerlohn arbeiten müssen.

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Herr Mauriere,

dieser Populismus hilft auch nicht weiter.

Tatsache ist dass der neue Arbeitgeberverband am 5. November einen Tarifabschluss mit einem Mindestlohn von 7,50 € angeboten hat. Das ist genau die Höhe die von SPD und DGB immer gefordert wurde.

Hätte man sich darauf verständigt wäre eine Wettbewerbsfähigkeit vorhanden und der Springer Verlag hätte kein Argument jetzt auszusteigen!

Außerdem wären neue Arbeitsplätze zu vertretbaren Einkommen entstanden.
Fragen Sie doch mal die betroffenen Mitarbeiter die jetzt arbeitslos werden bzw. nicht von TNT und anderen Firmen eingestellt werden!
Die würden einen Job mit 7,50 € pro Stunde mit Kusshang annehmen!

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Es gibt genügend Nebenjobs, in denen man mehr als 7,50 € die Stunde verdient. Einen davon habe ich aktuell. Warum sollte man eine Festanstellung anstreben, in der man nie über das Gehalt eines Nebenjobbers kommt? Die Arbeitslosen werden jetzt vielleicht mit Kusshand andere Jobs annehmen können, in denen sie mehr als das verdienen.

Wer seine Mitarbeiter zu Dumpinglöhnen beschäftigen muss, um überlebensfähig zu sein, ist ohnehin nicht wettbewerbsfähig. Die Insolvenz wachte vermutlich ohnehin schon an der nächsten Ecke.

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na ja, dann können wir ja nun beginnen im Zuge der Reformen die Gewerkschaften abzuschaffen, wenn der Staat die Löhne vorschreibt, dann brauchen wir keine Gewerkschaften mehr.

Zumal diese sowieso überfllüssig sind, wenn ich mehr Geld haben will, dann seh ich zu, dass ich mich qualifiziere oder aber ich gehe zum Chef und frage nach mehr Lohn. Wenn der erkennt, dass ich mehr Leistung bringe, wird er mir gerne auch mehr Geld geben (schon 2x passiert). Ich rede jetzt übrigens von der produktiven Wirtschaft, nicht von VW, Audi und CO...

Ohne Gewerkschaften würden nicht auch die faulen Nixtuer aus der anderen Abteilung gießkannenmässig mehr Geld erhalten, aber das Leistungsprinzip ist hier in Deutschland ja scheinbar verpönt.

Grüße,

Jürgen

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Man kann es kaum glauben, dass es Menschen gib, die einen Mindestlohn von 7,50 EUR für Volkswirtschaftlich schädlich halten. Ich will nur einmal anregen zu rechnen wenn derjenige das kann. Wie viele Stunden müssten den einer arbeiten, wenn er eine Fanilie mit einem Kind hat?
Wohnungsmiete
Nebenkosten wie Heizung, Strom, Wasser
Fahrkosten zur Arbeiten (eigenes Auto liegt da wahrscheinlich nicht drinn).
Kosten für Kind(Schule,Kindergarten usw.).
Krankenversicherung, Rentenversicherung und Lohnsteuerabzug.
Was bleibt da zu Leben.
An eine Altersicherung lt. Riester wohl nicht zu denken.
Auch wenn die Frau mitarbeitet dürfte es eng werden, sofern dies mit dem Kind möglich ist.
Oder sind wir bald dort wo man wieder Kinder zur Arbeit mit einspannen muss. Bei privaten Austrägern ist das ja schon zu beobachten!
Ich würde nach der Aussage von Herrn Hundt diesem empfehlen, die Postzusteller alle abzuschaffen und seine Post selbst bei der Post abzuholen.
arnogermany

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An ArnoGermany:

Die Betroffenen würden lieber für 7,50 € pro Stunde arbeiten als arbeitslos zu sein, weil der Staat einen Mindestlohn von 9,80 € vorschreibt den die Unternehmen nicht erwirtschaften und zahlen können!.

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Herr Baack,

Sie waren wahrscheinlich noch nicht arbeitslos, weshalb der Realismus bei Ihnen noch nicht angekommen ist, aber ich kann Ihnen aus Erfahrung sagen, dass es sich wesentlich entspannter und sorgenfreier lebt, wenn man von Hartz IV leben muss, als wenn man von einem Hungerlohn jeden Monat unter Panik, ob man genügend Geld haben wird, eine Familie ernähren muss. Wenn man arbeitslos ist und staatliche Hilfe erhält, sind gewisse Fixkosten wenigstens erst einmal gesichert, die man sich von einem Hungerlohn manchmal kaum mehr leisten kann. Eher ist der Sprung zurück in einen Hungerlohn beängstigend, weil dann wieder die monatliche Unsicherheit beginnt, ob man sein Leben aus eigener Kraft auf Dauer finanzieren kann.

Es kann auch nicht Ziel sein, dass solche Leute permanent neben ihrem Hungerlohn staatliche Hilfe annehmen müssen. Erst kürzlich in einer Talkrunde vertrat ein Unternehmervertreter die Ansicht, dass man die Wirtschaft wuppen könnte, wenn man in Deutschland Halbe-Halbe macht und die Leute den Rest vom Amt bekommen, den der Arbeitgeber nicht zahlt. Das ist scheinbar die Einstellung, die manche Unternehmen erlangt haben, seitdem es 1-Euro-Jobs gibt.

Dann sollen sich die Unternehmen doch am besten gleich verstaatlichen lassen, wenn sie meinen, für ihre Mitarbeiter selbst nicht mehr Verantwortung mehr tragen zu müssen.

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Die gelbePost bekommt jetzt ihre Großkunden zurück.
Kunden die ihr die grüne Post einst abgenommen hat, mit Hungerlöhnen war dies nur möglich.Mit dem Mindestlohn konnte man erkennen wie Springer und CO GEGLAUBT HABEN KASSE ZU MACHEN.Den Einen Brief nach Hintertupfigen zustellen wollten sie sowieso nicht. Es ist schon Recht mit dem Mindestlohn.

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Mindestlohn?
Ganz klar JA !
Aber 9,80 € ???
In anderen Branchen wird doch schon bei 7,50 zusammengezuckt.
Hier ging es doch nur darum das Postmonopol mit anderen Mitteln zu verlängern. Deswegen ging das auch so schnell und reibungslos.
Nicht das ich die Hungerlöhne von PIN unterstütze aber mit z.B. 8 € bundesweit hätten doch alle gut Leben können.
Und was bitte ist an einem Paketkurier den schlechter als an einem Briefträger und warum nur hat man die armen Säue da nicht mit einbezogen.

Gruß
Detlef

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Fast 20 Jahre nach dem Beitritt der DDR zur Geltungsbereich des westdeutschen Grundgesetzes wird immer wieder ein neues Gesetz gemacht, in dem der Osten diskreminiert wird und das trotz des Antidiskreminierungsgesetzes, trotz des Gleichheitsgebotes des GG und trotz Artikel 143 GG, nach dem längstens bis 31.12 1992 vom Gleichheitsgebot abgewichen werden darf, dieser Termin ist auch 15 Jahre überfällig. 20 Jahre Diskreminierung, das ist die halbe Lebensdauer der DDR und nahezu die doppelte des Hitlerregimes.

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Herr Baack!

Was ist in ihren Augen soziale Marktwirtschaft, das Arbeitgeber wie die Pin Group ihre Gewinne durch Dumping löhne macht.

Jeder Facharbeiter oder Hilfsarbeiter muß von seinen Lohn den er im Monat erwirtschaftet, Leben können.
Das ist in Deutschland aber nicht mehr der Fall.

1,2 Millionen Arbeiter in Deutschland beziehen ergänzendes Harz IV, die Firmen in denen die Arbeiter ihre Arbeit verrichten werden so noch vom Statt Subventioniert.

Und solange solche Verhältnisse in Deutschland Herrschen, muß ein Mindestlohn in Deutschland in Höhe des Postmindestlohn für alle Branchen kommen.

Es kann nicht angehen das der Arbeitgeber Millionen Gewinne erwirtschaftet, und seine Arbeiter am Hungertuch nagen.

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An Herrn Husemeier
und Herrn Mauriere

Es ist schade dass die Herrschaften, die auf meine Beiträge reagieren, diese scheinbar gar nicht richtig gelesen haben.

Ich bin nicht für Hungerlöhne bei denen zusätzlich dann noch Hartz IV bezogen werden muss!

Ich bin auch für Mindestlohn, aber bitte in der von SPD und DGB ursprünglich geforderten Höhe von etwa 7,50 €.
Damit wäre fairer Wettbewerb in der Postbranche möglich, denn die Post hat ja noch weitere Vorteile wie Mehrwertsteuerbefreiung etc.

Übrigens betreibt diese Deutsche Post in Holland genau das was sie hier bei uns verurteilt:
Wettbewerb mit Hungerlöhnen von 4 € pro Stunde für ihre Mitarbeiter!

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