Ehe für Alle

30 Juni 2017

In einer Abstimmung ohne Fraktionsdisziplin hat der Bundestag mit den Stimmen von SPD, Linken und Grünen sowie mehreren Unions-Abgeordneten die sogenannte Ehe für Alle beschlossen.

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Dafür gestimmt
393
Dagegen gestimmt
226
Enthalten
4
Nicht beteiligt
7
Abstimmungsverhalten von insgesamt 630 Abgeordneten.

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NameFraktionWahlkreisStimmverhalten

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30.06.2017
Ehe für Alle Zur Abstimmung Ja 393 Nein 226

Kommentare

Hallo leute,
gibts hier keine suchfunktion?

Die Suchfunktion gibt es, oben in der Zeile "Filter" ganz rechts, draufklicken, dann kann man sich das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten ansehen.

Schließe mich Daniel an: Warum gibt es hier keine Suchfunktion?
Wo ist bitte das Abstimmungsergebnis zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz zu finden?

Schwarzer Tag für Deutschland

Ein richtig geiler Tag für Deutschland

Ein bunter Tag für Deutschland.

"Männer und Frauen sind gleichberechtigt."
Wenn ich als Frau das Recht habe, einen Mann zu heiraten, und ein Mann dieses Recht nicht hat, ist *das* verfassungswidrig.

Danke für eine gute und richtige Entscheidung!

zu #38
Sehr richtig: Gesellschaftliche Normen werden dynamisch festgelegt. Immer wieder neu. Es sind eben nicht in Stein gemeisselte Gebote für die Ewigkeit.
Wenn Sie genügend Unterstützer finden, können auch Sie in unserer Demokratie Reformen bewirken. Selbst die Verfassung kann geändert werden. Nur die Regierung durch das Volk absetzen ist in D sehr schwierig, auch wenn das öfter sinnvoll wäre.

Die Zeit war einfach reif. Jahrelang wurden sämtliche pro und contra Argumente ausgetauscht. Es wurde durch den heutigen Tag mehr Gerechtigkeit in die Gesellschaft getragen und auch ein Stück Befriedung. Die sexuelle Orientierung darf kein Maßstab sein, ob jemand ein besserer oder schlechterer Mensch ist. Zweifler werden sehen, dass die Menschen, die heute im Mittelpunkt stehen im Durchschnitt um nichts anders sind, als alle 82 Millionen Einwohner Deutschlands zusammen.

Es gibt kaum Zweifel daran, dass sich der Grundgesetzgeber mit Art. 6 I GG die Ehe zwischen Mann und Frau vorstellte, dass hat das BVerfG auch schon einmal bestätigt. Die Ehe zwischen Mann und Frau genießt deswegen verfassungsrechtlichen Schutz und darf so ohne weiteres nicht angetastet werden.

Aber: Das heißt nicht, dass nicht auch andere Formen der Ehe, zum Beispiel die Gleichgeschlechtliche, geschaffen und gleichgestellt werden können. Jedenfalls solange, wie das Institut Ehe nicht in Beliebigkeit fallen gelassen wird. Denn die Ehe zwischen Mann und Frau besteht weiter und genießt auch weiterhin verfassungsrechtlichen Schutz.

Insoweit gibt es hier aus verfassungsrechtlicher Sicht kein Problem. Auch das hat das BVerfG mehr als einmal durchblicken lassen.

Nein Danke Herr Kippels,

diese Änderung war längst überfällig. Homosexuelle Paare werden schon viel zu lange als Menschen zweiter Klasse behandelt.
Bei der Adoption muss das Kindeswohl im Vordergrund stehen und nicht die Erhaltung von Traditionen aus dem letzten Jahrhundert.

bin sehr enttäuscht über das Ergebnis Ehe für Alle,werde natürlich immer auch in Zukunft meine Einstellung behalten wenn auch sehr konservativ,Frau und Mann plus Kinder das ist für mich Familie und nichts anderes.

Wo ist die Abstimmung zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz, welches zeitgleich mit dem Gesetz der Ehe für alle im Bundestag durchgestimmt wurde?

Zu argumentieren, dass dies mit dem GG nicht vereinbar sei, da zur Gesetzschaffung von einer abweichenden Definition der Ehe (sprich Bündnis von biolog. Mann und biolog. Frau) ausgegangen wurde, impliziert m.E., eine (moralische) Korrektheit des §175. Dies legt nicht nur eine GRUNDLEGENDE Verachtung unserer europäischen Werte offen, sondern zeugt auch von der Unfähigkeit logischen Denkens.

@#14: Was ist mit Paaren, die rein biologisch keine Kinder bekommen können. Impliziert das auch die Notwendigkeit eines Nachweises zur Fruchtbarkeit bei Eheschließung?

@Groß Das Gegenüber derart herablassend an der Rechtschreibung aufzuhängen zeugt weder von Größe noch von argumentativem Geschick. Aber zurück zum Thema: Die letzte repräsentative Umfrage ist wohl die aktuelle Insa und in der haben sich 3/4 der Bevölkerung für die Ehe für alle ausgesprochen, also ein noch klareres Ergebnis. Frühere Umfragen bezeugen Gleiches.

Vielen Dank, Herr Hellmuth, dass Sie gegen die "Ehe für Alle" gestimmt haben. Leider hat der Widerstand dagegen nicht ausgereicht. Heute ist ein weiterer rabenschwarzer Tag für unser Volk und unser Land.

@klein @Meißner
Ich bin mir dessen wohl bewußt, dass man nur die "Richtigen" fragen muss, um 3/4 bis 82% Prozent an Zustimmung zu erhalten.
Von den Umfragen halte ich rein gar nichts, Volksabstimmungen werden keine durchgeführt, bei denen zumindest JEDER die Möglichkeit hätte, seine Meinung zum entsprechenden Thema kundzutun.

Übrigens: das Thema Rechtschreibung fällt mir nicht nur hier auf, sondern auch auf anderen sozialen Medien, ich kann es langsam nicht mehr mit ansehen. Gerne dürfen Sie mir aber "Herablassung" etc. vorwerfen, da kann ich großzügig drüber stehen.

Das war wohl das erste und letzte mal dass Rot/Rot/Grün mit Ihrer Mehrheit ein gutes Gesetz verabschiedet hat. Nach der Wahl wird wohl die SPD in der nächsten GROKO wieder an die Leine genommen. Mutti ist halt ein kleiner Pionier "Allzeit bereit".

Es steht nicht im Grundgesetz, aber in der Bundesverfassungsgerichtsentscheidung (BVerfGE) 10,59 unter C I, wie die Definition für Ehe im Grundgesetz zu sehen ist. In Frage des Grundgesetzes sind solche BVerfGE maßgebend. Deshalb ist bis zu einer gegenteiligen BVerfGE von der Verfassungswidrigkeit auszugehen.

Test: Wo ist mein Kommentar von eben? #9

Kann Ralf nur zustimmen!

An kajo meusch:

Auch, wenn du dir anderes wünschst: es sind nicht nur 0,12 % der Bevölkerung homosexuell, sondern mindestens 5 % laut jüngeren Erhebungen. Sich einfach eine Zahl von 100.000 auszudenken und die als Gesamtzahl aller Homosexuellen in Deutschland hinzustellen, ist schon arglistige Täuschung. Das sind nicht mal 10 % aller Teilnehmer am jährlichen CSD in Köln.

Wirklich ein trauriger Tag für unser Land. Leute die ihre sexuelle Ausrichtung für wichtiger halten als den Schutz der Familie; haben sich durchgesetzt.

Union das wars , vorallem da der Spitzenkandidat für die Bundestagswahl in meinem Bundesland mit Ja gestimmt hat.

Im Grundgesetz steht nichts von Mann und Frau!

Im Grunde, wenn auch aus eigener Weltanschauung anders bzw. gegensaetzlich strukturiert, moechten wohl die meisten Menschen einem demokratischen Votum -richtigerweise- auch Folge leisten. Will sagen: Ich bin dagegen doch unterstuetze ich den im Parlament verabschiedeten Beschluss. Jetzt kommt das grosse ABER: Die Unwuerdigkeit unter welcher die "Ehe fuer alle" im Bundestag gefasst wurde! In einem Parlament, das sich seit Jahren durch Rechtsbrueche, von durch Fraktionszwang kujonierten und in ihrer freien Entscheidung beschnittenen Abgeordneten sowie unter dem Regime einer demokratisch nicht mehr kontrollierten, weil ohne Opposition agierenden Regierung, auszeichnet, kommt nachgerade kein von edlem Geiste durchtraenktes Gesetz mehr durch. "Ehe fuer alle" beschlossen, Demokratie schon laengstens auf dem Altar zum Opfer gebracht.

Es geht doch allein um das Wort "Ehe" ! Eine Ehe, so wie sie auch das Grundgesetz beschreibt, ist eine Verbindung von Frau und Mann mit der Aussicht Kinder zu zeugen.
Ich habe nichts gegen eine Verbindung von gleichgeschlechtlichen Paaren.
Für eine solche Verbindung ist das Wort Ehe unangebracht. Da gibt es doch andere Bezeichnungen, die man gesetzlich festlegen könnte.

@Jehova: 60% von was?
Zitat "und bei 60% für die ehe für alle sind ", man beachte: 60% der Abgeordneten spiegeln nicht 60% der Deutschen wider. Hier hätte eine Volksabstimmung wesentlich mehr Sinn gemacht, damit wäre die SPD, Linke und Grüne aber kläglich gescheitert.
Im Übrigen tät Ihnen ein wenig "Nachsitzen" ganz gut, noch haben wir hier in D eine Rechtschreibung, die Groß- und Kleinschreibung als Regel innehat. Aber vielleicht wird das die nächste "Zwangsabstimmung" der Genossen und Genossinnen, wichtigere Themen scheint es gerade wohl nicht zu geben ...

Bezeichnenderweise hat die Bundeskanzlerin mit "Nein" gestimmt.Also auch sie ist dagegen und gehört zu den "Traditionalisten".Auf dem Weg zu einem neuen Selbst-Verständnis einer Bevölkerung (ich erspare mir den Begriff "Volk",denn der ist nicht mehr politisch korrekt (sic!)),und bei den Deutschen muss man sogar von einem neuen Selbst-Bewußtsein reden,muss man polarisieren,um die Quintessenz zu destillieren.Dies geschieht nicht nur durch Worte,auch durch Taten.Der Weg ist steinig und unwegsam.Vielleicht wird er euch endlos erscheinen.Aber ich bin mir sicher,am Ende wird ein neues Selbst-Wert-Gefühl entstehen.Das sollte es euch Wert sein!

Ich kümmere mich liebevoll um meine Katze und Fische, darf ich das auch Ehe nennen oder ist die Gesellschaft noch nicht so weit?

Werden wir in Zukunft noch weitere "Ehe-Arten" bekommen? Zum Beispiel eine "Mehrfrauen-Ehe"? Damit könnten wir doch einigen muslimischen Traditionen entgegenkommen. Unsere Politiker scheinen die viel größeren Aufgaben nicht angehen zu wollen, z.B. die Euro-Krise (Zusammenhalt und Finanzpolitik), Flüchtlings- und Integrationsprobleme, Sicherheitsprobleme u.v.a.m. Das ist doch nur Schaufensterpolitik: "Seht, was wir, SPD, alles erreicht haben!"

Schade,Deutschland wird ernten,was gesät wird.

Im Grundgesetz steht, die Ehe steht unter besonderem Schutz - da steht nicht, dass damit die Hetero-Ehe gemeint ist.
Es ist ein Gebot der Gerechtigkeit, dass die Ehe mit Rechten und Pflichten für alle gleichermaßen möglich sein muss.

Eine Schande für die Ehe!
Sowas Kindern vorzuleben,
das allerletzte!
Die Bibel hat da klare Worte!

Wer für die Ehe für Alle ist, sollte sich noch einmal über den Sinn des ursprünglichen Ehebegriffs und den Sinn der Familie als kleinste soziale Einheit Gedanken machen.

Wie sagt einmaL:

Arndt, Ernst Moritz (1769 – 1860)
deutscher Schriftsteller, Historiker, Freiheitskämpfer)

„Die Menschen werden zuerst treuelos gegen die Heimat,
treuelos gegen die Vorfahren, treuelos gegen das Vaterland.
Weiterhin werden sie dann treu- und ruchlos gegen die
guten Sitten, gegen den Nächsten, gegen Frau und Kind!
Dann zersetzet sich der Geist und Unbrut herrschet!”

Auf welcher dieser Stufen bedinden wir uns aktuell?

@Tachy: Weil naturwissenschaftliche Fakten nicht verschwinden, nur weil Ignoranten das so wollen.

Das Parlament der Bundesrepublik Deutschland hat endlich die Ehe von Heterosexuellen mit der Ehe für Menschen die das gleiche Geschlecht heiraten wollen gleichgestellt. Die Ehe für alle gilt somit nicht nur für Lesben und Schwule, sondern auch für alle Bisexuelle die einen gleichgeschlechtlichen Partner heiraten wollen. Die Ehe für Alle bedeutet keine Diskriminierung mehr bei der Ehe auf Grund von Geschlecht oder sexueller Orientierung. Den Gegnern sei gesagt, dass ihre Argumente widersprüchlich sind: Heterosexuelle werden jetzt sicherlich nicht lesbisch oder schwul werden, Studien haben belegt, dass Kinder in Regenbogenfamilien mindestens genauso gut aufwachsen.

@Vitus:
Schwulentreffs und Schwulendiscos sind nichts anderes als Hetentreffs und Hetendiscos. Da sind Menschen, die andere Menschen kennenlernen wollen, die feiern wollen. Und bei den Heten findet die schnelle Nummer eben mal auf der Toilette statt.
Homosexuelle, die heiraten, die ein Kind adoptieren wollen, haben sich ihre Hörner abgestoßen. Sie lieben, sie wollen eine Familie sein, nichts anderes.
Eine raumgreifende Diskussion wäre viele Jahre möglich gewesen, ja, hat vielleicht sogar stattgefunden. Warum sonst ist das Thema 30 x im Bundestag vertagt worden?!
Wenden sie sich gern von dieser Politik ab, mit allen Konsequenzen. Denn Sie vergessen, dass diese Politik von mehr Lobbyisten geprägt wird, besonders von der Autoindustrie, als gewählte Volksvertreter im Parlament sitzen.

Die Medien haben sich voll für das Thema einspannen lassen. Ich frage mich, was als nächstes dran kommt: Die Ehe mit Kindern? Die Ehe mit Geschwistern ? Oder die Vielweiberei? Werden jetzt die Homos die Reproduktionsindustrie bereichern und werden jetzt mehr Leihmütter gebraucht? Liebe Bio-Ines: Homo ist sowas von unnatürlich - und wenn man es hundertmal "Ehe" nennt. Übrigens: Dein "Papa" sagt "Es ist mir ein Greuel" Lies mal nach. Sein Sohn übrigens auch. Und der sagt auch noch, man soll seine Feinde (Gegner) lieben. Findest du ihn jetzt immer noch großartig? Der Zeitgeist sagt: "Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt." Es ist aber eben nicht "the holy spirit", sondern nur der Zeitgeist. Und der ändert sich bekanntlich.

Ihr Argument irritiert mich ungemein. Die "Institution" Ehe hat sich im westlichen Kulturkreis in den letzten Jahrhunderten extrem gewandelt. Man muss kein Grundbesitzer mehr sein, Frauen können nicht zur Ehe gezwungen oder verkauft werden, Mitgift gehört auch nicht mehr dazu und Scheidungen sind auch erlaubt, ohne dass die Frau mit nichts danach dasteht. Die Ehe wurde also immer wieder "umdefiniert". Zudem wird durch die Öffnung niemand etwas weggenommen. Hätten Sie beim Wahlrecht für Frauen auch Besonnenheit angemahnt? Die durften schließlich auch bis zum Ende des Ersten Weltkrieges nicht wählen. Deshalb in aller Nachdenklichkeit und Demut: Werden Sie sich der Previlegien bewusst mit denen Sie jeden morgen als heterosexueller Mensch aufstehen.

SPD, Grüne und die Linken haben zu 100% zugestimmt, die Neinsager wurden wohl auf den WC eingeschlossen?! Schon das Ergebnis ist eine Farce,(wie die Wahlergebnisse bei der SED!), da ich nicht glauben kann, dass alle Mitglieder dieser Parteien diese Gewissensentscheidung als solche genutzt haben. Hat man diese Abstimmung inszeniert, um der CDU eins auszuwischen? Nein ich war kein CDU Wähler, aber jetzt scheiden 3 schon wieder aus. Wen soll man denn noch wählen?!

Großartig - das würde auch wirklich Zeit!!

Frau und Mann. Das ist gesegnet.
Kein anderes Paar kann aus sich heraus Kinder zeugen.
Das ist so und das bleibt so.
Wer damit bricht, bricht das 6.Gebot: Du sollst nicht ehebrechen.
Ein jeder, der für das Gesetz gestimmt hat, wird sich dafür von Gott mit all den Konsequenzen die das an langfristigen Komplikationen für eine Gesellschaft mit sich bringt, verantworten müssen. Viel Spaß. Denn Gott lässt sich nicht spotten. Was der Mensch säht, wird er ernten.

Das wurde aber auch Zeit. Ich kann nur den Kopf schütteln über manche Kommentare hier. Vor was habt ihr Angst?

@ Hoffmann : Wo genau steht in Artikel 6 GG, dass eine Ehe zwischen Mann und Frau geschlossen wird?

https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_6.html

Zu Kommentar 88

Vor “Jahrtausenden“ hat die Menschheit noch rudelweise in Höhlen gelebt. Die “Ehe“ im heutigen Sinne gibt es wohl “erst“ ein paar Jahrhunderte. Mit frei erfundenen und übertriebenen falschen Fakten führt man die eigene Argumentation ad Absurdum

@Volker Glave: Sie haben es auf den Punkt gebracht.

Die Regierung hat es wieder mal geschafft ein Thema aus einem vergangenen Jahrhundert vorzuheben, damit sich Wähler nicht mit wichtigen Themen beschäftigen.

Und alle werden bedient. Progressive denken Sie sind im 21. Jahrhundert angekommen. Und Konservative werben im Namen Jesus für den Konservatismus.

Es ist sehr bedauerlich, dass hier ohne richtige Debatte abgestimmt wurde.
Diese, vielleicht sogar grundgesetzwidrige Entscheidung ist das Ergebnis einer
Kampagne, in der die Befürworter der bisherigen Eheauffassung schon seit
Jahren keine Argumente hören wollen, sondern stattdessen ihre Gegner
verunglimpfen, wie z.B. Katrin Göring-Eckardt, die diejenigen, die nicht ihrer
Meinung sind, wie z.B. die Bundeskanzlerin und über 200 Abgeordnete, einfach
als Arschlöcher bezeichnet hat (beim Christopher Street Day in Hannover, http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Hannover-Christopher-Stree...). In Deutschland offensiv gegen diesen Hassmob für das hergebrachte Eheverständnis des Grundgesetzes zu argumentieren, erforderte mehr Mut, als ihn leider auch die meisten Konservativen hatten.

Für alle, die nicht wissen oder wissen wollen, was das Bundesverfassungsgericht in Berufung auf das Grundgesetz entschieden hat: "Die Ehe kann nur mit einem Partner des jeweils anderen Geschlechts geschlossen werden, da ihr als Wesensmerkmal die Verschiedengeschlechtlichkeit der Partner innewohnt." … "Zum Gehalt der Ehe … gehört, dass sie die Vereinigung eines Mannes mit einer Frau zu einer auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaft ist." (Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 17.07.2002 zum Az. 1 BvF 1/01, veröffentlicht BVerfGE 105, 313 ff. und bis heute einzig gültige Rechtssprechung)
Diese heutige Entscheidung des Bundestages wird nicht der letzte Schritt sein zur Auflösung uralter Werteordnungen und Kulturgüter.

Ungeachtet dessen, dass dieses Thema lediglich durch den Wahlkampf tatsächlich noch zur Abstimmung gebracht wurde, bin ich erfreut, dass sich die Mehrheit der Abgeordneten für die Ehe für alle ausgesprochen hat.
Ich kann nicht einmal nachvollziehen aus welchem Grund homosexuellen Menschen das Recht auf Eheschließung verwehrt bleiben sollte.

Aufgrund dessen erschüttert mich auch die breite Ablehnung seitens der Union und veranlasst mich nun schlussendlich meine Mitgliedschaft zu beenden. Ich fühle mich durch die CDU nicht mehr vertreten, wenn auf Kosten der Gleichberechtigung eine politische Grundsatzdebatte geführt wird.

@Rainer Johannes in dieser Entscheidung wurde nicht die Ehe abgeschafft sondern lediglich geöffnet. Den Rest von den absurden Argumenten die Sie hier schüren lasse ich unkommentiert und wünsche Ihnen alles Gute.

Ich komme nicht drumherum, die Geschehnisse der letzten Tage mit den Umständen des Mauerfalls am 09.11.1989 durch eine Pressekonferenz eines gewissen Günter Schabowski zu vergleichen. Hiernach war auch nichts mehr so, wie es mal war; UND DAS IST GUT SO!!!
Ein Hoch auf die Demokratie, am Freitag fiel eine weitere Mauer, die Menschen
ausgrenzte. Schade nur hier zu lesen, wie so mancher selbsternannter Moralapostel den Weltuntergang herauf beschwört. Immer dran denken: JESUS LOVES YOU ALL! ?
Enttäuscht hat mich das gewissenhafte "Nein" meines Wahlkreisabgeordneten. Werde wohl bei der nächsten Bundestagswahl statt schwarz lieber etwas Bunteres wählen.

Liebe Leute, im Grundgesetz steht alle Menschen sind gleich. Wieso sollten dann nich alle Menschen die gleichen Rechte in Bezug auf Ehe haben?
und mal so nebenbei: Die Ehe stammt nicht aus dem Christentum also kann ich die ganze Aufregung auch nicht verstehen. Von mir aus soll die Kirche ihr eigenes Ding machen, aber der Staat solle nicht christlich dominiert sein. Wenn für Euch nur die christliche Ehe richtig ist, dann ist auch muslimische oder standesamtliche Ehe falsch? Und an die Leute die denken Reproduktion sei der Sinn der Ehe: Sollen Leute die unfruchtbar sind dann nicht heiraten dürfen? Ich kann da nur den Kopf schütteln. Und denkt mal daran wie viele Kinder jetzt ein tolles Zuhause finden können. Das ist doch super! Euch muss nicht gefallen, dass gleichgeschlechtliche Ehe jetzt erlaub ist, aber wir verdienen die gleichen Rechte wie ihr. Euch wird ja auch nicht vorgeschrieben wen ihr heiraten dürft und wen nicht. Wir sind endlich im 21. Jahrhundert angekommen

Da fühle ich mich mal von Schwarzrotgrün gut repräsentiert. Danke insbesondere Frau Gundelach.

@Jehova

Die Schwulen und Lesben aus meinem Bekanntenkreis stellen eine Forderung nach "Ehe für alle" gar nicht auf.

Wo liegt der Gewinn/ Verlust? Es werden Werte geschliffen, wobei der Zugewinn damit deutlich geringer ausfällt als der Abbau/ das Aushöhlen von Werten schädlich sich auswirkt. Ein fatales ANYTHING GOES.

Ein schoener Tag fuer Deutschland, ich freue mich sehr! Vielleicht geben die 75 CDU/CSU-Abgeordneten ihren KollegInnen zu denken, dass sie wohl nicht gerade Naehe zur Bevoelkerung zeigen, wenn sie gegen die Ehe fuer Alle sind.
Wir freuen uns jedenfalls sehr!

@Konservativer #103
Ob Sie nicht eher der wahnsinnigen Minderheit angehören ,ist die rhetorische Frage.
Inwiefern tangiert Sie das eigentlich wenn zwei Männer heiraten?
Was macht Ihnen so große Angst?

Vielleicht hätten die Schöpfer des Grundgesetzes sich die Formulierung offen lassen sollen, dass bis in Jahrhunderten voraus außer der damals gültigen Form von Ehe als Mann und Frau vielleicht irgendwann auch einmal Hund und Katze, Mann und Männin, oder vielleicht sogar 2 Frauen und 1 Mann oder weiss der Geier an Möglichkeiten involviert sein könnten?

@kajo: seit wann ist die Reproduktion Definition für die Ehe? Wenn Sie Ahnung über die Anzahl von ehen, die kinderlos bleiben, hätten, wüssten Sie wie schwach Ihre Argumentation ist.

Selbstverständlich kann es mir als Mensch, der in einer intakten heterosexuellen Zweierbeziehung lebt, egal sein, ab meine schwulen Freunde jetzt heiraten können oder nicht. Es gibt aber offensichtlich in unserem Land eine große Zahl von durchaus erstzunehmenden Menschen, die das so nicht sehen können. Deren Position einfach zu übergehen, sie als ewig Gestrige oder Schlimmeres zu verunglimpfen, halte ich für falsch und ich glaube, daß dies eher weiteren Unfrieden in unsere Gesellschaft tragen wird.
Im übrigen dürfte nunmehr das Ehegattensplitting keinerlei Begründung mehr haben und sollte umgehen abgeschafft werden.

@Rainer Johannes:
Sie als "Christenmensch" haben wohl nicht verstanden wer Jesus Christus war.

Das oberste Gebot der Bibel ist Liebet Deinen Nächsten- davon spüre ich aber bei euch Christen nichts. Ihr haut hier das AT uns um die Ohren, als wenn ihrs befolgen würdet. Mal so zum nachdenken: a) Ihr seid Frauen, ihr dürft es gar nicht lesen. b) Ihr habt sicher schon heute ein Tier zu Ehren des Herrn geopfert? c) Mischgewebe ist des Herrn ein Gräul (also runter mit eurem Polyester), d) ihr dürft verstoßen werden e)weg mit der Schminke, ihr wisst schon, zöglich sollt ihr sein... Ehrlich? Dafür ist Jesus echt nich ans Kreuz gegangen und wenn ihr so rein seid, dann könnt ihr ja gern den ersten Stein werfen. Ich bin Bio-Christ mit Babytaufe und so und finde meinen Papa und Jesus und Holy Spirit großartig. Euch, euch mag ich nicht.

@Groß:
Die korrekte Schreibweise ist "bewusst" und nicht "bewußt", dessen sollte man sich bewusst sein, v.a. wenn man sich so äußert:
"Übrigens: das Thema Rechtschreibung fällt mir nicht nur hier auf, sondern auch auf anderen sozialen Medien, ich kann es langsam nicht mehr mit ansehen."

Nachdem sich zahlreiche Politiker noch immer im Freudentaumel über das Abstimmungsergebnis befinden und schon vorgezogene Flitterwochen angetreten haben werden sie aber bald auf den Boden der Tatsachen zurückkehren müssen. Daher meine Frage: Wie verhält es sich bei der "Ehe für Alle" um rententechnische Angelegenheiten. Stirbt ein Partner, wer ist dann der männliche oder weibliche Part? Eine doch sicherlich ganz entscheidende Frage, nach welcher sich doch die Hinterbliebenenrente richtet. Es kann doch so „gesteuert“ werden, dass immer derjenige zuerst stirbt, der die höheren Rentenansprüche erworben hat, oder? Da kommen erhebliche Mehrkosten auf die Rentenkasse zu.

ich verstehe, dass sich viele über die Abstimmung freuen; ich respektiere das auch. Vielleicht verstehen und respektieren die Sieger von heute auch, dass es auch Leute gibt, die ein mulmiges Gefühl dabei haben, wenn der Gesetzgeber die Ur-Institution Ehe, in vielen Kulturen der Menschheit seit Jahrtausenden geachtet, mit triumphierender Geste kurzerhand umdefiniert. Bisher habe ich alle Maßnahmen der Entdiskriminierung und Gleichstellung von Homosexuellen sehr begrüßt. Was heute passiert ist, geht mir leider zu weit. Ich würde mir mehr Nachdenklichkeit und Demut wünschen. Sind unsere Auffassungen von heute wirklich so wichtig und zu Ende gedacht, dass wir uns arrogant hinwegsetzen sollten, was über Jahrtausende den Begriff der Ehe geprägt hat?

@Hoffmann: Weder im "alten" § 1353 BGB stand, dass die Ehe die Gemeinschaft von Mann und Frau ist. Im Grundgesetz findet sich ebenfalls keine Definition.
Wo haben sie die Information her, dass eine Verfassungsänderung leicht durch den Bundestag geschehen könnte?

An alle Konservative: @Hoffmann; @Bernd Waschke; @Christian Dirk Bähr; @Groß; @Johnboy:
Diese Wahl war für euch, damit Ihr weiter bei der CDU und CSU bleibt. Außerdem dürft Ihr weiter an eure festgesetzten Normen halten und kein Gedanke dafür verschwenden euch der Freiheit zu stellen und Verantwortung zu übernehemen, für eure Lebenssituation. Ihr könnt schön in eurer kleinen Welt bleiben.
Das aus der Gleichstellung der Ehe eine Schlagzeile wird ist alles andere als modern, oder fortschrittlich, sondern eher nachzüglerisch.
Die große Koalition vertagt diese Entscheidung seit etlichen Jahren.

Zweierlei finde ich sehr bezeichnend:
1) Bei einer Abstimmung unter Aufhebung des Fraktionszwanges erreichen die "fortschrittlichsten" Parteien 99-100% Zustimmung. Da werden frühere SED-Kader sicher den Hut ziehen.

2) 99% aller Abgeordneten nahmen am letzten Sitzungstag, einem Freitag, an der Abstimmung teil. Wieviel kurzfristig geplatzte Termine, privat und im Wahlkreis, stecke wohl dahinter? Wenn es "wichtig" ist, schafft man 99% Mobilisierung. Wäre interessant zu wissen, bei welchen anderen Themen das gelingt. Und das sind sicherlich wichtigere Themen.

Frust über die Volksvertreter und erstaunlicher Erkenntnisgewinn.

@Juan
Achso, vielen Dank für die Aufklärung. Jetzt haben wir es verstanden. So viel Aufregung nur wegen uns CDU und CSU Wählern. Das haben Sie aber liebevoll formuliert.

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