Wie positionieren sich die Direktkandidierenden zur Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026 bei wichtigen politischen Themen? Der kandidierendencheck von abgeordnetenwatch zeigt, wo sich Parteien und Spitzenkandidat:innen unterscheiden – etwa beim Smartphone-Verbot an Schulen, beim Ausbau der Windenergie oder bei Investitionen in Straßenbau, Bus und Bahn.
Programme gegen Rechtsextremismus stärker fördern? Smartphones an Schulen verbieten? Kommunen beim Ausbau der Windenergie ein Vetorecht geben? Den Rundfunkstaatsvertrag kündigen? KI-gestützte Überwachungstechnik an Bahnhöfen einsetzen?
Zu diesen und weiteren politischen Fragen haben wir die Direktkandidierenden zur Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026 befragt. Insgesamt haben 74 Prozent der Kandidierenden ihre Positionen im kandidierendencheck veröffentlicht (Stand: 26.08.2026).
Die Auswertung zeigt: Bei einigen Themen verlaufen klare Trennlinien zwischen den Parteien. Bei anderen unterscheiden sich die Positionen auch innerhalb einer Partei deutlich.
Besonders interessant ist deshalb der Blick auf die Spitzenkandidat:innen: Manuela Schwesig (SPD), Leif-Erik Holm (AfD), Daniel Peters (CDU), Simone Oldenburg (Linke), Claudia Müller (Grüne), Jakob Schirmer (FDP) und Peter Schabbel (BSW).
Ergebnisse des kandidierendenchecks zur Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026
Beteiligung der Direktkandidierenden nach Partei
- SPD: 78 Prozent
- AfD: 75 Prozent
- CDU: 58 Prozent
- Linke: 81 Prozent
- Grüne: 91 Prozent
- FDP: 45 Prozent
- BSW: 88 Prozent
Insgesamt haben 74 Prozent der Direktkandidierenden am kandidierendencheck teilgenommen.
Bildung: Smartphone-Verbot an Schulen
These: Die private Nutzung von Smartphones soll an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern verboten werden.
Beim Smartphone-Verbot an Schulen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Parteien – und teilweise auch zwischen den Kandidierenden derselben Partei.
Partei | Zustimmung | Neutral | Ablehnung |
SPD | 32 % | 61 % | 7 % |
AfD | 63 % | 22 % | 15 % |
CDU | 86 % | 9 % | 5 % |
Linke | 3 % | 14 % | 83 % |
Grüne | 48 % | 7 % | 45 % |
FDP | 7 % | 26 % | 67 % |
BSW | 77 % | 20 % | 3 % |
Einordnung
Beim Smartphone-Verbot unterscheiden sich die Direktkandidierenden innerhalb einer Partei teilweise stark voneinander. Nur selten gibt es eine klare Parteilinie, der die Kandidierenden geschlossen folgen.
Gerade hier zeigt sich, was der kandidierendencheck sichtbar macht: Statt nur die Position einer Partei zu betrachten, lassen sich die persönlichen Antworten der einzelnen Direktkandidierenden miteinander vergleichen. Unterschiede, die hinter allgemeinen Parteipositionen in den Hintergrund treten können, werden so sichtbar.
Manuela Schwesig positioniert sich bei dieser These – wie auch bei acht weiteren Thesen im kandidierendencheck – neutral. Das ist ein außergewöhnlich hoher Wert.
Positionen der Spitzenkandidat:innen zum Smartphone-Verbot
- Manuela Schwesig (SPD): Neutral
- Leif-Erik Holm (AfD): Zustimmung
- Daniel Peters (CDU): Zustimmung
- Simone Oldenburg (Linke): Ablehnung
- Claudia Müller (Grüne): Ablehnung
- Jakob Schirmer (FDP): Ablehnung
- Peter Schabbel (BSW): Zustimmung
Fachkräftemangel: Anwerbung und Integration ausländischer Fachkräfte
These: Mecklenburg-Vorpommern soll mehr in die Anwerbung, Integration und Ausbildung ausländischer Fachkräfte investieren.
Insbesondere aufgrund des demographischen Wandels ist die gezielte Anwerbung ausländischer Fachkräfte in Mecklenburg-Vorpommern ein wichtiges Thema. Wir haben die Direktkandidierenden gefragt, ob das Land mehr in Anwerbung, Integration und Ausbildung investieren soll.
Partei | Zustimmung | Neutral | Ablehnung |
SPD | 89 % | 11 % | 0 % |
AfD | 8 % | 33 % | 59 % |
CDU | 57 % | 43 % | 0 % |
Linke | 97 % | 3 % | 0 % |
Grüne | 93 % | 7 % | 0 % |
FDP | 60 % | 20 % | 20 % |
BSW | 30 % | 37 % | 33 % |
Einordnung
Bei dieser These sind die Unterschiede zwischen den Parteien deutlicher erkennbar. Dennoch gibt es bei keiner Partei eine hundertprozentige Zustimmung oder Ablehnung.
Von den Spitzenkandidierenden lehnt nur Leif-Erik Holm mehr Anstrengungen zur Anwerbung und Integration von Fachkräften aus dem Ausland ab. Daniel Peters positioniert sich neutral. Manuela Schwesig und die übrigen Spitzenkandidierenden stimmen der These zu.
Positionen der Spitzenkandidat:innen zur Fachkräfteanwerbung
- Manuela Schwesig (SPD): Zustimmung
- Leif-Erik Holm (AfD): Ablehnung
- Daniel Peters (CDU): Neutral
- Simone Oldenburg (Linke): Zustimmung
- Claudia Müller (Grüne): Zustimmung
- Jakob Schirmer (FDP): Zustimmung
- Peter Schabbel (BSW): Zustimmung
Energiepolitik: Vetorecht für Kommunen beim Ausbau der Windenergie
These: Beim Ausbau der Windenergie in Mecklenburg-Vorpommern sollen betroffene Kommunen ein Vetorecht erhalten.
Der Ausbau der Windenergie ist auch im Landtagswahlkampf 2026 ein wichtiges Thema. Mecklenburg-Vorpommern ist bisher Windkraftland. Im kandidierendencheck haben wir gefragt, ob betroffene Kommunen künftig ein Vetorecht beim Ausbau der Windenergie erhalten sollen.
Partei | Zustimmung | Neutral | Ablehnung |
SPD | 32 % | 0 % | 68 % |
AfD | 100 % | 0 % | 0 % |
CDU | 43 % | 48 % | 9 % |
Linke | 21 % | 14 % | 66 % |
Grüne | 10 % | 24 % | 66 % |
FDP | 67 % | 6 % | 27 % |
BSW | 97 % | 0 % | 3 % |
Einordnung
Alle AfD-Kandidierenden, die an unserem Vergleich teilgenommen haben, stimmen einem Vetorecht für Kommunen zu. Bei den anderen Parteien gibt es unterschiedliche Ansichten.
Manuela Schwesig lehnt das Vetorecht für Kommunen ab, während sich 32 Prozent der SPD-Kandidierenden neutral positionieren. Leif-Erik Holm stimmt zu, während Daniel Peters sich erneut neutral zu der These positioniert.
Positionen der Spitzenkandidat:innen zum Windenergie-Vetorecht
- Manuela Schwesig (SPD): Ablehnung
- Leif-Erik Holm (AfD): Zustimmung
- Daniel Peters (CDU): Neutral
- Simone Oldenburg (Linke): Zustimmung
- Claudia Müller (Grüne): Ablehnung
- Jakob Schirmer (FDP): Zustimmung
- Peter Schabbel (BSW): Zustimmung
Rechtsextremismus: Förderung von Programmen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus
These: Das Land soll Programme gegen Rechtsextremismus stärker fördern.
Um stärker als bisher gegen Rechtsextremismus vorzugehen, könnte das Land Mecklenburg-Vorpommern mehr Förderung für Projekte und Programme bereitstellen. Dazu haben wir die Meinung der Direktkandidierenden abgefragt.
Partei | Zustimmung | Neutral | Ablehnung |
SPD | 54 % | 46 % | 0 % |
AfD | 7 % | 26 % | 67 % |
CDU | 24 % | 52 % | 24 % |
Linke | 100 % | 0 % | 0 % |
Grüne | 100 % | 0 % | 0 % |
FDP | 27 % | 26 % | 47 % |
BSW | 33 % | 47 % | 20 % |
Einordnung
Programme gegen Rechtsextremismus stärker zu fördern unterstützen 100 Prozent der Kandidat:innen von Grünen und Linken. Bei der SPD sind es nur 54 Prozent, die restlichen 46 Prozent positionieren sich neutral - wie auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Daniel Peters und Leif-Erik Holm lehnen die These ab. Während die AfD-Kandidierenden überwiegend ablehnen, gibt es bei der CDU auch viele neutrale Positionierungen.
Positionen der Spitzenkandidat:innen zur Förderung von Programmen gegen Rechtsextremismus
- Manuela Schwesig (SPD): Neutral
- Leif-Erik Holm (AfD): Ablehnung
- Daniel Peters (CDU): Ablehnung
- Simone Oldenburg (Linke): Zustimmung
- Claudia Müller (Grüne): Zustimmung
- Jakob Schirmer (FDP): Zustimmung
- Peter Schabbel (BSW): Ablehnung
kandidierendencheck Mecklenburg-Vorpommern 2026: So funktioniert die Wahlhilfe
Der kandidierendencheck von abgeordnetenwatch ist eine kostenlose Online-Wahlhilfe zur Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026. Anders als viele andere Wahlhilfen richtet er den Blick insbesondere auf die Direktkandidierenden in deinem Wahlkreis.
Du kannst dich zu 19 politischen Thesen positionieren – mit „stimme zu“, „lehne ab“ oder „neutral“ – und deine Antworten anschließend mit den Positionen der Kandidierenden vergleichen.
Nach Eingabe deiner Postleitzahl siehst du, mit welchen Direktkandidierenden in deinem Wahlkreis die größte inhaltliche Übereinstimmung besteht. So macht der kandidierendencheck politische Unterschiede sichtbar und hilft dir, dich vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026 über die Kandidierenden und ihre Positionen zu informieren.
Die Antworten der Kandidierenden sind transparent einsehbar und bleiben auch nach der Wahl öffentlich abrufbar.