Wolfgang Dudda

| Kandidat Schleswig-Holstein 2009-2012
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Jahrgang
1957
Wohnort
Kiel
Berufliche Qualifikation
Zollfahndungsbeamter
Wahlkreis

Wahlkreis 14: Neumünster

Wahlkreisergebnis: 2,2 %

Parlament
Schleswig-Holstein 2009-2012

Die politischen Ziele von Wolfgang Dudda

Wie kommt ein Zollfahndungsbeamter auf die Idee, der Piratenpartei beizutreten und außerdem noch für diese Partei zu kandidieren?

Dass wir im 21. Jahrhundert in einer Informationsgesellschaft leben, ist unbestreitbar. Schön daran ist, dass Informationen heute nicht mehr nur ein von Radio, Fernsehen und Presse beherrschtes Gut sind. Wir alle können uns von der Welt ein Bild machen, dessen Genauigkeit nur abhängig ist von unserem Informationsdurst. An dieser Stelle hat der Bundestag am 18. Juni 2009 eingegriffen und ein Gesetz beschlossen, das erstmals seit 1949 die Möglichkeit eröffnet, staatlich die informelle Vielfalt zu begrenzen. Das angebliche Ziel, die Verbreitung von Kinderpornographie zu bekämpfen, kann mit diesem Gesetz wegen seiner erheblichen handwerklichen Mängel nicht erreicht werden. Man muss wirklich kein gewiefter PC-Experte sein, um die vogesehenen Internetsperren in weniger als einer Minute zu umgehen. Das hat sich mittlerweile wohl herum gesprochen.

Diese schlimmen, widerwärtigen "Angebote" müssen gelöscht werden. Dass das geht, haben die Piraten vor kurzem bewiesen, als sie eine pädophil-kriminelle Seite dem amerikanischen Provider meldeten und dieser die Inhalte binnen vier Stunden entfernte. So verhindert man wirksam die Verbreitung von Kinderpornograhie! So kann man Kinder besser vor Straftaten schützen! Für andere Zwecke war die Bundesregierung in der Lage, de so genannten "Bundestrojaner" zu entwickeln, der unbemerkt den Zugang übrigens auch zu Ihrem PC ermöglicht. Warum wird dieses "Werkzeug" nicht bei der Bekämpfung der Kinderpornographie eingesetzt? Die "Reise" geht tatsächlich auch in eine andere Richtung, wie die Filmbeauftragte der SPD Leißner-Glück schon klar formuliert, wenn sie sagt, dass "praktischen Lösungen beim Urheberrecht die Grundrechte im Wege stehen". Die Internetsperren sind demnach zweifellos nur der Einstieg in die Möglichkeit, das Internet zu zensieren.

Wissen Sie eigentlich, dass wir uns den Luxus leisten, Forschungsergebnisse mit unseren Steuergeldern zwei Mal zu bezahlen? Beim ersten Mal finanzieren wir die Uni, das Forschungsteam oder das Institut, aus deren Forschung die Neuerungen stammen. Das zweite Mal bezahlen wir dafür, wenn sich andere Unis, Forschungsteams oder Institute dieses Wissen bedienen möchten. Das können die nämlich nur, wenn sie sich die Forschungsergebnisse als teure Fachliteratur kaufen. Sollte nicht das, was wir finanziert haben, barrierefrei allen, die es nutzen wollen und können, zur Verfügung stehen?

Warum müssen Sie für eine Selbstauskunft bei der SCHUFA bezahlen, die Ihre Daten kommerziell verwertet und Ihre Kreditwürdigkeit durch einen Score bewertet, der u.a. davon abhängig ist, wo Sie wohnen und wie oft Sie schon umgezogen sind? Dass Ihre Daten dort sehr wahrscheinlich fehlerhaft sind und dementsprechend auch zu Ihrem Nachteil falsch ausgewertet werden, liegt auf der Hand, weil eine Untersuchung vor kurzem ergab, dass 46 (!!!) Prozent der SCHUFA-Daten nicht korrekt sind. Wie gut wäre es, wenn Sie die Herrschaft über Ihre Daten und deren Benutzung hätten?

Finden Sie nicht auch, dass wir eher "patente Bauern" brauchen als patentierte Kühe und patentiertes Getreide? Abgesehen von den heute überhaupt nicht einschätzbaren Spätfolgen muss uns an dieser Stelle Sorgen machen, dass ein US-Konzern den Markt für genmanipulierte Lebewesen und Pflanzen schon heute fast monopolistisch beherrscht.

Unser Urheberrecht stammt aus einer Zeit, in der es unvorstellbar, dass man eines Tages Musikstücke über eine Telefonleitung austauschen kann. Das ist ungefähr so, als wollte man heute den Straßenverkehr mit Gesetzen aus der Zeit der Pferdedroschken regeln. Das Urheberrecht muss also reformiert werden - allein schon um die Kinder und Jugendlichen nicht unnötig weiter zu kriminalisieren. Wie aber bringt man das Erfordernis, dass Kunst den Künstler ernähren muss, zusammen mit dem, was heute technisch möglich ist? Nach meiner Überzeugung kann die Lösung dieses Problems nur von allen Beteiligten gemeinsam erreicht werden. Ein "Runder Tisch", an dem die Künstler, die Verlage, die Tonträgerindustrie und wir Verbraucher mit unserem unbestreitbaren Recht auf die Privatkopie sitzen, wäre dafür doch ein guter Ansatz, oder?

Was haben Sie eigentlich angestellt, das den Staat dazu berechtigt, die Informationen über Ihren Aufenthalt hier in meinem Profil bei abgeordnetenwatch.de sechs Monate lang bei Ihrem Provider speichern zu lassen? Ganz sicher haben Sie nichts angestellt, das dies rechtfertigt. Und trotzdem geschieht es. Tag für Tag und nach sechs Monaten von Neuem. Wie "sicher" (Ihre) Daten bei Privatfirmen sind, haben die schlimmen Beispiele bei der Bahn und bei der Telekom in der jüngsten Vergangenheit mehr als eindrucksvoll bewiesen. Nicht ein Terrorist wurde und wird mit diesem absolut unverhältnismäßigen staatlichen Handeln gefangen.

Und wenn Sie jetzt immer noch glauben, dass die Piratenpartei eine "Ein-Themen-Partei" ohne regionalen Bezug zu unserem Bundesland Schleswig-Holstein sei, ergänze ich nur beispielhaft nur zwei unserer auf unserem Landesparteitag am 16. August 2009 gefassten Beschlüsse:
1. Vattenfall muss wegen informeller Unzuverlässigkeit die Genehmigung entzogen werden, Kernkraftwerke zu betreiben.
2. Die Speicherung von CO2 in unterirdischen Lagern in Nordfriesland hat zu unterbleiben.

Auf Ihre Fragen freue ich mich!

Über Wolfgang Dudda

Ich bin in Neumünster aufgewachsen und zur Schule gegangen. 1975 verschlug es mich beruflich nach Lübeck und von dort aus nach meinem Wehrdienst in der Hindenburg-Kaserne in Neumünster von Lübeck aus nach Aachen. Von dort kehrte ich 1988 nach Neumünster zurück. 2003 war es für meine Ehefrau und mich unvermeidlich, nach Kiel umzuziehen, weil dies aus beruflichen Gründen nötig war.

Trotzdem bin und bleibe ich Neumünster verbunden. Meine Familie lebt in Neumünster. Ich habe in Neumünster bei verschiedenen Sportvereinen als Fußballtrainer viele Freunde und Bekannte gewonnen.

Der "Holsteinische Courier" nannte mich einmal, als ich 2001 im Zusammenhang mit dem massiven Auftreten von Neonazis in Neumünster ein Jugendfussballspiel gegen Rechts organisierte, einen "Überzeugungs-Neumünsteraner". Darauf bin ich heute natürlich noch stolz. Und wer wie ich vor dem Einstieg ins "richtige Berufsleben" einen Sommer lang bei der Fa. Sager & Söhne ("Große Tüten, kleine Löhne") im Akkord und Schichtbetrieb die Maschinen mit Rohwolle gefüllt hat, der hat Neumünster auch historisch-praktisch verinnerlicht, oder?

Von Beruf bin ich Zollfahndungsbeamter. Ich gehöre der Gewerkschaft der Polizei an und bin in dieser Gewerkschaft auch für die darin organisierten Zollbeamten als Funktionär und Personalrat tätig. Wenn ich Zeit für mich habe, lese ich sehr gerne und höre leidenschaftlich gerne guten Blues.

Warum ich "Pirat" geworden bin, können Sie in der Rubrik "Politische Ziele" nachlesen.

Alle Fragen in der Übersicht

Hallo Herr Dudda,

in Ihrem Video hier hatten Sie von Missbrauch der Privatwirtschaft von Personenbezogenen Daten gesprochen. Prinzipiell...

Von: Wna Ratryoreg

Antwort von Wolfgang Dudda
PIRATEN

(...) Es gilt also, diese fünf oben genannten Punkte entscheidend zu verändern. Die öffentliche Ächtung von Firmen, die Datenmissbrauch betreiben muss so groß sein, dass der für solche Firmen entstehende wirtschaftliche Schaden den vermeintlichen wirtschaftlichen Nutzen solcher Taten bei weitem übertrifft. Des weiteren muss der behördliche betriebene Datenschutz endlich sein Nischendasein aufgeben und personell entsprechend aufgestockt werden. (...)

Moin Herr Dudda,

in letzter Zeit musste ich mehrfach feststellen, dass die Unschuldsvermutung
im Steuer-, bzw. Finanzrecht wohl...

Von: Enys Zngguvrf

Antwort von Wolfgang Dudda
PIRATEN

(...) Ein Staat, der seine BürgerInnen vom Finanzamt angefangen bis hin zur Vorratsdatenspeicherung als mögliche Straftäter oder gar Terroristen betrachtet, ist einer, in dem die Freiheit nicht mehr viel gilt. Die Väter unseres Grundgesetzes wollten ganz gewiss nicht, dass unser Land so wird. (...)

# Soziales 16Sep2009

Hallo, Herr Dudda;

Wie würden Sie die Rentenfrage (Herabsetzung des Rentenalters, Neuberechnung) lösen?
Erläuterung: Rente mit 67,...

Von: Wbfrs Mrurgubsre

Antwort von Wolfgang Dudda
PIRATEN

(...) Die "Rente ab 67" ist ein Skandal, weil doch kaum jemand mit 67 Jahren tatsächlich noch einen Job hat und arbeitet. Es handelt sich dabei um eine der größten politischen Lügen der Bundesrepublik Deutschland und ist in Wirklichkeit die schlimmste und größte Rentenkürzung unserer Geschichte. (...)

# Arbeit 15Sep2009

Wie steht die PP zur staatlichen Altersteilzeitförderung (Ende 2009 läuft ja die staaatliche Förderung aus)? Gibt es mit der PP eine Verlängerung...

Von: Unaf-Jreare Thgu

Antwort von Wolfgang Dudda
PIRATEN

(...) Weil wir aber absolut gegen jede Form eines Koalitionszwangs sind, hat bei uns jeder Kandidat das Recht, auch öffentlich seine persönliche Position zu vertreten. Und an dieser Stelle kann und will ich nicht verleugnen, dass ich meine politischen Wurzeln durchaus auf der gemässigt linken Seite des politischen Spektrums habe. (...)

# Arbeit 15Sep2009

Wie steht die PP zur staatlichen Altersteilzeitförderung (Ende 2009 läuft ja die staaatliche Förderung aus)? Gibt es mit der PP eine Verlängerung...

Von: Unaf-Jreare Thgu

Antwort von Wolfgang Dudda
PIRATEN

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