Frage an Veronika Bellmann von Ohten Pvsgpv bezüglich Demokratie und Bürgerrechte

09. September 2018 - 04:06

Guten Tag Frau Bellmann,

zunächst möchte ich verdeutlichen, dass ich kein besonders politisch engagierter Mensch bin. Als ich jedoch heute Ihre Aussage in der Zeitung las, nach der Sie pauschal gerne alle Muslime aus der CDU ausschließen möchten, fühlte ich mich als Muslim zumindest ein wenig in meiner Würde verletzt. In diesem Zusammenhang ergaben sich für mich einige Fragen, die ich Ihnen auf diesem Wege stellen möchte.

Ich würde gerne wissen, wie Sie konkret in der Praxis unterscheiden möchten, ob und inwiefern jemand Muslim ist. Reicht für Ihnen die Herkunft, um diesen Menschen nicht in der CDU haben zu wollen? Oder würden Sie gerne eine Art "Muslim-Test" einführen? Oder wird man zukünftig neben dem Mitgliedsantrag ein Stück Schweinefleisch serviert bekommen, um sicherzustellen, dass derjenige kein Muslim ist?

Bei einer Grundmasse von 1,5 Milliarden Menschen mit unterschiedlichsten Kulturen und Hintergründen frage ich mich, wie es sein kann, dass eine derartige pauschale Forderung von einer deutschen Abgeordneten in einem demokratischen Land gestellt werden kann. Vielleicht sollten Sie in Ihrer Forderung das Wort "Muslime" einfach mal durch das Wort "Juden" ersetzen, um zu überprüfen, wie rassistisch diese Forderung ist. Wenn der neu gebildete Satz Sie an ein dunkles Kapitel der Geschichte erinnert, dann sollte Ihnen das zumindest zu denken geben. Ich bin ja mittlerweile vieles aus dem Bundestag gewohnt, aber ich frage mich, wo das noch alles hinführen soll und wo für Sie Rassismus anfängt? Wenn ein pauschales Ausschließen einer ganzen Weltreligion für Sie nicht dazugehört, frage ich mich, was noch gefordert werden soll, bevor man von Rassismus sprechen kann?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Frage von Ohten Pvsgpv