Sehr geehrter Herr Klüssendorf,wieso bemerkt die SPD erst jetzt den Stimmenverlust unter Arbeitern ?MfG Patrik B.
Schon 2008 wurde der Niedergang der SPD thematisiert.Hat die SPD also 18 Jahre „geschlafen“ und sich den erkannten Realitäten verweigert?
Zitat aus 2008:Ähnlich ergeht es der SPD: Sie schmilzt wie ein riesiger Eisberg in der Antarktis. Stück für Stück bricht ein Brocken heraus, die Partei liegt bei Wahlumfragen stetig deutlich unter 30 Prozent, weit jenseits der Marke, die eine Volkspartei ausmacht.
Was halten Sie der Akademisierung der Spitzenpolitiker der SPD entgegen?
Zitat 2008:Bei den Jungen jedoch ist die Berufsausbildung nur noch Beiwerk. Oft haben sie in ihrem erlernten Beruf gar nicht richtig gearbeitet, weil sie bereits in jungen Jahren zum Berufspolitiker geworden sind. Die Lebenswelt der Arbeiter, der verunsicherten Angestellten, der prekär Beschäftigen ist den „emporgekommenen Ex-Facharbeiterkindern“ schlicht fremd geworden.
https://www.blaetter.de/ausgabe/2008/august/in-der-mitte-gaehnt-der-abgrund
Sehr geehrter Herr B.,
vielen Dank für Ihre Zuschrift.
Die SPD bemerkt dieses Problem nicht erst jetzt, sondern wir können diese schmerzhafte Tendenz über die letzten Jahrzehnte beobachten.
Viele Menschen bemerken immer mehr, dass das Geld knapper wird, und erwarten von der Politik, dass sie ihr Leben konkret verbessert.
In den letzten Jahren ist das Angebot der SPD bei den Menschen scheinbar nicht angekommen. Als SPD haben wir Angebote, die das Leben der Menschen nachhaltig und konkret verbessern. Mit der Erhöhung des Mindestlohns, der Einführung der Mietpreisbremse, sowie der Erhöhung und Ausweitung des Wohngeldes haben wir dafür gesorgt, dass Menschen spürbar entlastet werden. Das ist jedoch bei weitem nicht genug. Deshalb arbeiten wir auf Hochtouren daran, wieder in die Offensive zu kommen und konkrete Verbesserungen für die Menschen im Land umzusetzen.
Als SPD stehen wir grundsätzlich für einen Aufstieg durch Bildung. Es muss sichergestellt werden, dass wir weiterhin bestmöglich die Interessen aller Menschen abbilden und ein akademischer Abschluss kein Kriterium für Verantwortung in der Partei ist.
Ich wünsche Ihnen alles Gute!
Beste Grüße
Tim Klüssendorf

