Portrait von Thorsten Schröder
Thorsten Schröder
Bündnis 90/Die Grünen
Zum Profil
Frage stellen
Die Frage-Funktion ist deaktiviert, weil Thorsten Schröder zur Zeit keine aktive Kandidatur hat.
Frage von A. A. •

Frage an Thorsten Schröder von A. A. bezüglich Wissenschaft, Forschung und Technologie

Sehr geehrter Herr Thorsten Schröder

In Deutschland wird stets bemängelt, dass zu wenig Menschen höhere Bildungsstufen erreichen(z.B: Promovieren), denn nur diese hoch qualiefizierten haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Trotzdem wurden in der FU und in anderen Universitäten stets die Anzahl der Hochschullehrer verringert und damit auch die Anzahl der Studienplätze.

Ist das nicht ein Schrittin die falsche Richtung?
Oder stehts Sie für eine andere Politik?

mfg

A. Achazi

Portrait von Thorsten Schröder
Antwort von
Bündnis 90/Die Grünen

Sehr geehrte(r) Frau / Herr Achazi,

als Student der Sozialwissenschaften an der HU kann ich davon ein Lied singen. Schon vor Jahren ärgerte ich mich, als Herr Wowereit sinngemäß zu den Stundentenprotesten befragt meinte: Das ist ja alles sehr nett und kreativ - aber völlig zwecklos.

Ja, es ist ein Schritt in die falsche Richtung.

Und trotz des Schuldenberges geht es um eine Planung für Berlin, für die ich mich einsetzen will, welche an die Zukunft denkt. Und dies ist meiner Meinung nach Bildung.

Bildung ist einer der großen Schwerpunkte in diesem Wahlkampf. Wohl fast jede Partei und jeder Kandidat / jede Kandidatin wird sagen, dass die Situation verbessert werden muss. Jetzt bleiben die Fragen: Wie ernst ist es damit, und wie soll das erreicht werden?

Es gibt verschiedene Konzepte, wie die Finanzierungsprobleme gelöst werden sollen. Oft genannt sind dabei z.B. Studiengebühren. Persönlich halte ich dies für falsch.
1. habe ich die Befürchtung, dass die Gelder entgegen der Ankündigungen doch zum Stopfen für Haushaltslöcher eingesetzt würden.
2. wurde bereits - wie sie sagten - massiv gekürzt. Es würde also nur ein Teil der Verluste ausgeglichen (also eben auch eine Form des Stopfens von Haushaltslöchern).
3. würde dies nur weiter die Verwaltung belasten, welche daher einen Teil der Einnahmen für sich selbst in Anspruch nehmen müsste.
4. haben wir schon heute im Vergleich zu anderen Industrienationen wenig Studenten. Eindeutig zu wenig, wenn man an alternativ zu Bildung an andere Ressourcen in Deutschland denkt. Es steht zu befürchten, dass Studiengebühren weiter Menschen vom Studium abhalten würden. Heute schon bestimmt der Geldbeutel der Eltern nur zu oft über die Bildungschancen der Kinder. Warum sollte sich das bei einer drohenden weiteren finanziellen Belastung ändern? Würden mehr Menschen aus mittleren und ärmeren Schichten sich der Belastung aussetzen? Wohl eher nicht.

Bündnis 90 / Die Grünen haben als ersten Ansatz einer stärkeren Finanzierung des Bildungssektors im Parteiprogramm festgelegt, dass jeder 5. Euro, welcher durch die Steuerreform eingenommen wird, in die Bildung fließen soll. Nach Schätzungen des Senats wären dies ca. 100 Millionen Euro. Und zwar Jährlich. Ein Schritt also, dem andere folgen müssen.

In der Hoffnung, Ihre Fragen beantwortet zu haben

Thorsten Schröder