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Thomas Ulmer
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Frage von Anna B. •

Frage an Thomas Ulmer von Anna B. bezüglich Gesundheit

Guten Tag Herr Dr. Ulmer,

inzwischen ist nun einige Zeit vergangen und am 10. Juli 13 findet die Abstimmung über die neue Tabakregulierung statt.

Sicherlich haben Sie inzwischen auch zahlreiche Studien gelesen, die "für" die E-Zigarette sprechen. Es gibt keine einzige wissenschaftlich fundierte Studie, die gegen die E-Zigarette spricht.

Da die EU immer wieder betont eine demokratische EU zu sein, frage ich mich auch, ob ihr uns Bürger hört. Tausende Menschen würden nicht verstehen, weshalb die E-Zigarette schärfer reguliert werden würde (Arzneimitteleinstufung), als die tödliche Tabakzigarette.

Herr Dr. Ulmer, sie als Mediziner wissen inzwischen ja auch, dass das Nikotin in der E-Zigarette ganz anders wirkt als das Nikotin in der richtigen Zigarette. Es ist genau so schädlich wie Koffein. Weshalb also nicht tausenden von Menschen helfen und zig-tausende Menschen vor dem Tod retten?

Ich bin Mutter zweier erwachsener Kinder, die nicht rauchen. Wenn ich Jugendliche sehe, die rauchen und weiß, dass es ein Produkt gibt, das um ein "vielfaches" unschädlicher ist, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Aber diese Altersgruppe sieht die "Dampfe" als uncool an und sie ist derzeit schon viel zu teuer für sie.

Wie stehen Sie inzwischen zur E-Zigarette? Welche Entscheidung können Sie mit gutem Gewissen fällen und dann abstimmen?

Freundliche Grüße ins EU-Büro

Becker

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Antwort von
CDU

Sehr geehrte Frau Becker,

Wir sind uns sicher einig, dass die Aufnahme von Genußgiften in jeder Form nicht gesundheitsfördernd ist.
Die Schädlichkeit von Tabakrauch mit vielen krebserregenden Inhaltsstoffen ist ebenfalls unbestritten.

Die e Zigarette ist sicher ein Weg, weniger Nikotin und gar keine weiteren Stoffe aufzunehmen und dadurch das Risiko drastisch zu reduzieren. Die Fremdschädigung resp. das passive Inhalieren ist ebenfalls minimal, der Geruch ist gewöhnungsbedürftig, offensichtlich jedoch auch stark von beigefügten Duftstoffen abhängig.
Studien über die passive Aufnahme gibt es noch nicht in ausreichender Lage.

Ich glaube, dass die e Zigarette ein gangbarer Weg ist, die Frage einer europaweiten Zulassung ohne Arzneimittelgesetz sehe ich nicht einfach, da es wohl in unseren 28 Mitgliedsstaaten unterschiedliche Wege der Verteilung und des Verkaufs von Arzneiprodukten gibt. Wir sind jetzt noch weit vor der ersten Lesung im Parlament, so dass Hoffnung besteht, zusammen mit Rat und Kommission eine Lösung zu finden, den Vertriebsweg der e Zigarette außerhalb der Arzneimittel zu finden.
Generell bin ich der Auffassung, dass die e Zigarette überhaupt nicht in die Tabakrichtlinie passt, da es sich hier nicht um ein Tabakprodukt handelt, sondern um einen definierten Einzelstoff.

Herzliche Grüße aus Straßburg

Thomas Ulmer