Wie stehen Sie zur geplanten Abschaffung der einjährigen Haltefrist für Kryptowährungen (§ 23 EStG), und wird sich die CSU bzw. Bayern im Bundesrat für den Erhalt dieser Regelung einsetzen?
Ich bespare seit Jahren einen Bitcoin-Sparplan als private Altersvorsorge – auf eigenes Risiko, ohne staatliche Förderung. Die einjährige Haltefrist war für mich der entscheidende Grund, langfristig zu halten statt kurzfristig zu spekulieren. Ihre plötzliche Abschaffung würde mein Vertrauen in verlässliche Rahmenbedingungen stark beschädigen – und das vieler anderer Anleger auch.
Zudem bezweifeln Fachleute, dass die vom Finanzministerium erhofften Mehreinnahmen eintreten: Ausweichreaktionen wie Wegzug oder Nichtrealisierung von Gewinnen könnten die Einnahmen deutlich schmälern.
Mit MiCA und der bisherigen Besteuerung hat Deutschland einen seltenen Standortvorteil im Kryptosektor, während USA und China um die Führung ringen. Eine Kehrtwende würde hiesige Startups schwächen und das Vertrauen in den Standort weiter senken.
Ich wünsche mir, dass vor einer Entscheidung die einschlägigen Fachleute angehört werden – der Sektor ist komplex, pauschale Urteile werden ihm nicht gerecht.

