Wie stellen Sie sicher, dass Ihr vorgeschlagenes „Grundfunk“-Modell nicht zu einer deutlichen Reduktion des Informationsangebots und damit zu einer Verengung der öffentlichen Debatte führt?
Sehr geehrter Herr Brandner: Ihr Konzept eines stark reduzierten „Grundfunks“ wirft grundlegende Fragen zur Informationsvielfalt und zur staatsfernen Medienordnung auf. Der öffentlich‑rechtliche Rundfunk erfüllt heute einen verfassungsrechtlich geschützten Auftrag zur umfassenden, unabhängigen und pluralen Berichterstattung. Eine Reduktion auf ein Minimalangebot birgt das Risiko, dass gesellschaftlich relevante Themen weniger sichtbar werden und politische Mehrheiten indirekt Einfluss auf die Breite der öffentlichen Debatte nehmen können. Internationale Beispiele zeigen, dass strukturelle Eingriffe in Medienangebote zu einer Einschränkung der Vielfalt führen können. Mich interessiert daher, wie Sie sicherstellen wollen, dass Ihr Modell nicht ähnliche Risiken erzeugt und wie demokratische Kontrollmechanismen in einem solchen System gewährleistet bleiben sollen.
