Wie können wir verhindern, dass der kulturweit Freiwilligendienst abgeschafft wird?
Sehr geehrter Herr Roloff,
mit großer Bestürzung habe ich von der angekündigten Streichung der Förderung des Freiwilligendienstes kulturweit der Deutschen UNESCO-Kommission durch das Auswärtige Amt erfahren. Mein Name ist N. K., ich wohne in Harlaching, München und habe im Rahmen von kulturweit im Jahr 2018 für sechs Monate einen Freiwilligendienst in Mexiko geleistet. Dort habe ich die Arbeit an einer Goethe Institut PASCH-Schule unterstützt.
Während meines Freiwilligendienstes hatte ich die Möglichkeit, Deutschland im Ausland zu vertreten, interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln und wichtige persönliche sowie berufliche Perspektiven zu gewinnen. Gleichzeitig leisten kulturweit-Freiwillige einen konkreten Beitrag zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands – etwa an Schulen und Kulturinstitutionen weltweit.
Ich möchte Sie daher herzlich bitten, sich im parlamentarischen Prozess für den Erhalt und eine verlässliche Finanzierung von kulturweit einzusetzen.
MfG
Sehr geehrter Herr K.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Engagement für den Freiwilligendienst kulturweit.
Ich kann Ihre Bestürzung über die angekündigte Einstellung der Förderung sehr gut nachvollziehen. Programme wie kulturweit leisten seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands. Sie ermöglichen jungen Menschen wertvolle interkulturelle Erfahrungen und stärken zugleich den internationalen Austausch und die Verständigung, alles Aspekte, die ich gerade in der heutigen Zeit besonders wichtig finde.
Auch innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion wird die Entscheidung kritisch gesehen. Viele von uns teilen die Einschätzung, dass die vergleichsweise geringen Einsparungen in keinem angemessenen Verhältnis zu den langfristigen positiven Wirkungen des Programms stehen.
Gleichzeitig befinden wir uns aktuell in schwierigen haushaltspolitischen Rahmenbedingungen, die in vielen Bereichen zu schmerzhaften Prioritätensetzungen zwingen. Es ist mir jedoch wichtig zu betonen, dass es weiterhin andere Programme gibt, die internationale Austausche und Freiwilligendienste ermöglichen und fördern, sodass entsprechendes Engagement auch künftig grundsätzlich möglich bleibt.
Unabhängig davon setze ich mich im parlamentarischen Verfahren dafür ein, dass die Bedeutung internationaler Freiwilligendienste weiterhin angemessen berücksichtigt wird. Angesichts des nachweislichen Erfolgs von kulturweit sollte aus meiner Sicht perspektivisch auch geprüft werden, ob und in welcher Form ein solches Programm künftig wieder aufgebaut oder weiterentwickelt werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Roloff
