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Sebastian Roloff
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Frage von Patrik B. •

Sehr geehrter Herr Roloff,ist die Subventionierung von Hybridautos aus Gründen des Umweltschutzes noch zu rechtfertigen, wenn der Realverbrauch bis zu 300% über den Herstellerangaben liegt?MfG Patrik

https://www.merkur.de/verbraucher/ein-schock-plug-in-hybride-verbrauchen-laut-studie-viel-mehr-als-angenommen-94175497.html
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/e-auto-foerderprogramm-2403088
https://www.tagesschau.de/investigativ/swr/plug-in-hybrid-verbrauch-100.html
Welche Behörde hat hier versagt, wenn die Herstellerangaben ungeprüft übernommen wurden?(KBA? )
Liegt hier nicht schon organisierter Steuerbetrug vor, denn die Emissionen sind Teil der Berechnung der Kfz-Steuer?
https://www.verivox.de/kfz-versicherung/themen/kfz-steuer/
Wie lange werden die systematischen Tricksereien der Autoindustrie noch geduldet, zum Nachteil der Umwelt und der Steuerzahler?
Welche politischen Konsequenzen wird die Bundesregierung aus der aktuellen Studie ziehen?
Ich bitte höflich um die Beantwortung aller Teilaspekte meiner Frage.

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr B.

zunächst vielen Dank für Ihre Nachricht. Ihre Bedenken sind nachvollziehbar und das von Ihnen angesprochene Problem rund um Hybridautos, ist auch bei uns in der SPD-Bundestagsfraktion ein Thema.

Das Problem bei den politischen Entscheidungen rund um Hybridautos in den vergangenen Jahren, war hauptsächlich, dass wir nicht vorhersehen konnten, wie Verbraucher*innen ihre Hybride tatsächlich nutzen werden, ob mehr im Elektro-Modus oder als Verbrenner.

Die Studie, auf die Sie sich beziehen, zeigt vor allem eines: Hybridfahrzeuge wurden in den vergangenen Jahren häufiger als Verbrenner gefahren. Daher liegt der Verbrauch deutlich über dem ursprünglich festgelegten Durchschnittswert. Dies hat mehrere Gründe: Zum Beispiel die zu Beginn noch eher schlechte Ladeinfrastruktur oder die noch eher geringe Batterielaufzeit der Autos.

Es ist aber wichtig zu betonen, dass sich dies aktuell ändert, da neue Hybride mit größerer Batteriereichweite entwickelt werden und auch deutschlandweit die Ladeinfrastruktur verbessert wurde. Diese Aspekte werden hoffentlich dazu führen, dass in Zukunft Verbaucher*innen mit Hybridautos diese mehr im Elektromodus, als im Verbrenner fahren werden. Auch die aktuell hohen Benzinpreise werden diese Entwicklung begünstigen: Der elektrische Betrieb ist einfach oft kostengünstiger.

Demnach basierte der Utility Factor (UF), also das Maß für den Anteil der Strecke, die ein Plug-in-Hybrid (PHEV) im elektrischen Betrieb zurücklegt, auf der Annahme, dass PHEVs überwiegend elektrisch gefahren werden. Für Fahrzeuge mit einer WLTP-Reichweite von 60 km wurde angenommen, dass sie mehr als 80% der Strecke elektrisch fahren. 

2025 hat die EU den UF aber angepasst, um realistischere Werte zu reflektieren. Der UF für ein PHEV mit einer 60 km Reichweite wurde von 80% auf 54% gesenkt. Diese Anpassung berücksichtigt die tatsächliche Nutzung der Fahrzeuge, die oft nicht so stark elektrisch gefahren werden, wie es die Testverfahren (WLTP) vermuten lassen. Die Studie, auf die sie sich beziehen, hat aber Autos zwischen 2021 und 2023 untersucht.

Ich möchte zuletzt klarstellen, dass ich Hybridautos grundsätzlich für eine sinnvolle Lösung halte, um den Übergang zur Elektromobilität zu erleichtern, insbesondere für Menschen, die nicht sofort ein reines Elektroauto wollen. 

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Roloff

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