Wann kommt das versprochene Mobilitätsgeld statt einer ungerechten Erhöhung der Pendlerpauschale?
Sehr geehrter Herr Kirchner,
derzeit wird wieder über eine Erhöhung der Pendlerpauschale diskutiert. Als Bürger macht mich das fassungslos, da sie völlig an der Lebensrealität von Geringverdienern und Alleinerziehenden vorbeigeht.
Das bedeutet: Wer ein hohes Einkommen hat, profitiert massiv. Wer jedoch – wie viele Alleinerziehende, Studenten und Rentner in Teilzeit – ein geringes Einkommen hat und unter oder nah am steuerlichen Grundfreibetrag liegt, geht komplett leer aus.
Eine Erhöhung hilft genau denen, die ohnehin genug haben.
Es wurde bereits mehrfach ein direktes Auszahlungssystem versprochen.
Dass dieses sozial gerechtere System bis heute nicht umgesetzt wurde, empfinde ich als schweren Schlag gegen die soziale Gerechtigkeit und die demokratische Mitte. Daher meine konkreten Fragen:
- Wie rechtfertigen Sie eine weitere Erhöhung der Pendlerpauschale
- Was tun Sie persönlich dafür, dass das versprochene, einkommensunabhängige Direktzahlungssystem endlich Realität wird.
Grüßle
Sehr geehrter Herr E.,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider bin ich für diese der falsche Ansprechpartner, da das von Ihnen genannte Versprechen weder von meiner Partei noch von mir vertreten wird. Bitte wenden Sie sich an die Partei, die das Versprechen formuliert hat und dieses nicht einhält.
Was die Pendlerpauschale betrifft, vertrete ich diese. Gerade bei uns im ländlichen Raum profitieren die allermeisten Arbeitnehmer in Form einer Steuergerechtigkeit, Arbeitsmobilität und einer praktische Umsetzung von der Pauschale. Die Pendlerpauschale wird vom zu versteuernden Einkommen abgezogen.
Ohne Pendlerpauschale könnte es finanziell unattraktiver werden, einen Arbeitsplatz anzunehmen, der weiter entfernt liegt. Das ist besonders relevant, wenn in der eigenen Region nur wenige passende Arbeitsplätze vorhanden sind bzw. weite Wege zum Arbeitsplatz zurückgelegt werden müssen. In Großstädten liegen Wohnungen, Arbeitsplätze und öffentlicher Verkehr häufig relativ dicht beieinander. In ländlichen Regionen sind größere Entfernungen dagegen meist unvermeidbar.
Zudem behandelt die Pendlerpauschale unterschiedliche Verkehrsmittel gleich. Die Entfernungspauschale ist grundsätzlich nicht davon abhängig, ob jemand Auto, Motorrad, Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel benutzt.
Eine einkommensunabhängige Direktzahlung, bei der alle Berechtigten denselben Betrag bekommen, berücksichtigt dagegen die Entfernung nicht. Eine Abschaffung der Pendlerpauschale schadet damit besonders den Menschen in unserer ländlichen Region.
Die letzte Erhöhung der Pendlerpauschale wurde von der CSU durchgesetzt. Gerade die hohen Spritpreise zeigen auf, dass diese Erhöhung eine wichtige und richte Entscheidung war bzw. ist. Damit werden gezielt Arbeitnehmer, die auf den Weg zur Arbeit auf Mobilität angewiesen sind, entlastet. Aufgrund der aktuellen Preissituation an den Tankstellen wäre das auch eine sehr gute Möglichkeit, hier gezielt weiter zu entlasten.
Ich hoffe, dass ich damit Ihnen meine Meinung aufgezeigt habe und Sie diese auch respektieren. Normalerweise nutze ich diese Plattform nicht. Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie mich gerne unter buero@sandro-kirchner.de kontaktieren.
Mit freundlichen Grüßen
Sandro Kirchner

