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Frage von Michael E. •

Frage an Patrick Döring von Michael E. bezüglich Verkehr

Sehr geehrter Herr Döring,

sehen Sie Chancen für den Erhalt der Rinteln-Stadthäger Eisenbahn? Ausweitung der S Bahn nach Walsrode? Sind Sie für die Aufnahme des Wasserschlosses Hülsede und der Herrenhäuser Gärten ins UNESCO Welterbe ?

Mit freundlichen Grüssen
Michael Ensslen

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Antwort von
FDP

Sehr geehrter Herr Ensslen,

vielen Dank für ihre Frage.

Die Zukunft der Rinteln-Stadthäger Eisenbahn hängt derzeit in erster Linie davon ab, für die Linie einen Investor zu finden. Erste Gespräche mit der RSE, Rhein-Sieg- Eisenbahn, haben meiner Kenntnis nach zwar statt gefunden. Zur Zeit liegt hier allerdings noch kein Angebot vor. Ob der Betrieb der Strecke sich rechnet ist, aufgrund geringer Nachfrage und des vergleichsweise schlechten Ausbauzustandes, allerdings vermutlich eher fraglich. Gegenwärtig ist auf der Strecke nur eine Geschwindigkeit von 40 km/h zu erreichen. Um eine Geschwindigkeit von 80 bis 90 km/h zu erreichen, wären nach einem alten Gutachten der Landesnahverkehrsgesellschaft Investitionen von knapp acht Millionen Euro notwendig – in Folge der seit Erstellung des Gutachtens eingetretenen Preissteigerungen dürften die Kosten inzwischen allerdings im zweistelligen Millionenbereich liegen. Allein zum Erhalt des jetzigen Ausbauzustandes sind außerdem jährlich über 100.000 Euro notwendig. Vor dem Hintergrund dieser Fakten ist der Weiterbetrieb der Strecke sehr fraglich.

Was den Ausbau der S-Bahn bis nach Walsrode anbelangt, so wird dieser nach meinem Kenntnisstand in der Region Hannover derzeit nicht verfolgt, da die Strecke über Bennemühlen hinaus nicht elektrifiziert ist und ein Ausbau deshalb sehr teuer wäre.

Was die Aufnahme weiterer Objekte in das UNESCO-Weltkulturerbe bzw. entsprechende Anträge anbelangt, bin ich grundsätzlich zurückhaltend. Eine Aufnahme durch die UNESCO erlaubt zwar eine Teilnahme an entsprechenden Förderprogrammen des Bundes und ist auch für den Tourismus nicht schädlich (wobei allerdings der Nutzen angesichts der stetig wachsenden Zahl entsprechender Stätten nicht überschätzt werden sollte). Allerdings bedeutet die Aufnahme eines Objektes gleichzeitig, dass so gut wie jede bauliche Veränderung für die Zukunft unmöglich gemacht wird. Das kann unter Umständen beträchtliche Auswirkungen sowohl für die Nutzung des Objektes als auch für die umliegenden Ortschaften bzw. Stadtteile haben. Ob dies im Einzelfall sinnvoll ist, ist allerdings eine kommunale und keine bundespolitische Entscheidung.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Döring MdB