Wie beurteilen Sie das Verhalten des Kulturstaatsministers Weimer?
Sehr geehrter Herr Redding,
Herr Weimer sorgt seit seinem Amtsantritt für Aufregung, indem er einen ideologischen Kulturkampf führt. Dies zeigte sich zuerst beim Genderverbot und zuletzt mit den Ereignissen rund um die drei Buchhandlungen. Nun allerdings zeigt er scheinbar auch Ahnungslosigkeit indem er den Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek stoppt.
Er empfiehlt sich auf das Sammeln von digitalen Medien zu konzentrieren. Die Bibliothek ist jedoch gesetzlich verpflichtet, zwei Exemplare physischer Medienwerke sowie digitale Publikationen zu sammeln. Eine Reduzierung auf Digitalisate würde eine Änderung des Gesetzes erfordern.
Dies zeugt meiner Meinung nach auch von der Unkenntnis Herrn Weimers.
Wie beurteilen Sie dieses Verhalten und ist er damit aus Ihrer Sicht als Obmann des Ausschuss' für Kultur und Medien noch haltbar?
Sehr geehrter Herr H.,
Den ideologischen Kulturkampf überlassen wir den politischen Rändern. Wolfram Weimer macht Kulturpolitik aus der politischen Mitte heraus: Absolutes Bekenntnis zur Vielfalt unserer Kultur, aber keine Blindheit und Naivität gegenüber Extremismus.
Als CDU/CSU stehen wir fest hinter der wichtigen physischen Archivierungsarbeit, die die Deutsche Nationalbibliothek leistet. Aktuell werden Vorschläge für eine Reform der DNB erarbeitet, die unter anderem eine flexiblere Umsetzbarkeit der physischen Sammlung, etwa mit dem Ersatz der Zweitexemplare durch digitale Exemplare, diskutieren. Der Erweiterungsbau ist mitnichten gestoppt, es handelt sich lediglich um ein Moratorium, bis abschließende Prüfungen erfolgt sind und bei Etatreife in das Haushaltsaufstellungsverfahren eingebracht und parlamentarisch behandelt wurden.
Mit freundlichen Grüßen
Pascal Reddig

