Frage an Otto Bernhardt von Zvpunry Obea bezüglich Energie

13. September 2005 - 09:56

Sehr geehrter Herr Bernhardt,

vielen Dank für ihre Antwort auf die von mir gestellte Frage, aber warum wird der hohe Strompreis in Deutschland stets mit den erneuerbaren Energien begründet?

Aktuelle Veröffentlichungen des BMU beschreiben folgenden Energiepreis für private Haushalte (18 Ct/kWh):

60% Stromerzeugung, - transport und Vertrieb
10 % Konzessionsabgabe
11 % Ökosteuer
2 % KWK-G
3 % EEG (!!!)
14 % USt

Dass die Ökosteuer zum Stopfen anderer Haushaltslöcher verwendet wird ist allgemein bekannt. Und ich halte diese verteilung für bedenklich.
Das EEG selbst macht lediglich 3% des Strompreises aus. Der Ansatzpunkt bei den regenerativen Energien ist aus meiner Sicht der Falsche. Ansatzpunkt sind die großen Konzerne, die 60% des Preises verursachen (Durchleitungsgebühren etc!). Warum wird der Ausbau der erneuerbaren Energien dann jedoch von der Union stets verteufelt und der Bau von Windkraftanlagen muss dafür herhalten, den Endpreis für Strom zu erklären?
Ich persönlich kann es einfach nicht nachvollziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Born

Frage von Zvpunry Obea
Antwort von Otto Bernhardt
15. September 2005 - 13:41
Zeit bis zur Antwort: 2 Tage 3 Stunden

Sehr geehrter Herr Born,

vielen Dank für Ihre weiteren Anmerkungen auf www.kandidatenwatch.de.

Gerne gebe ich Ihnen noch einige Erläuterungen zur Haltung der Union gegenüber erneuerbaren Energien.

Mit Blick auf Technologieentwicklung, Ressourcenschonung und vorsorgenden Klimaschutz leisten die erneuerbaren Energien einen zunehmend wichtigen Beitrag. CDU und CSU wollen den Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Stromverbrauch auf mindestens 12,5 Prozent erhöhen.

Das Ziel der Förderung der erneuerbaren Energien muss es sein, neue Anreize zur Weiter- und Neuentwicklung zu schaffen und gleichzeitig die erneuerbaren Energien möglichst zu mehr Wirtschaftlichkeit hinzuführen, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. Derzeit sind die erneuerbaren Energien noch nicht wettbewerbsfähig, jedoch konnten in den letzten Jahren große technische Fortschritte erzielt werden. Dieser Prozess muss weiter vorangetrieben werden, um die Marktfähigkeit der erneuerbaren Energien zu erreichen. Die Union setzt weiter auf erneuerbare Energien, wird aber ihre zum Teil sehr hohe Förderung reduzieren. Das bestehende Fördersystem ist noch verbesserungsfähig, deshalb wird die Union dieses bis Ende 2007 überprüfen, weiterentwickeln und effizienter gestalten. Die Union will dann eine Anschlussregelung treffen, wobei die konkrete Ausgestaltung noch nicht entschieden ist. Einen Bruch bei der Förderung wird es nicht geben, für bestehende Anlagen wird ein Vertrauensschutz eingeräumt.

Mit freundlichen Grüßen

Otto Bernhardt