Frage an Monika Ewert von Evpuneq Unoreonhre bezüglich Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft

23. September 2008 - 07:20

Sehr geeehrte Frau Ewert,

immer wieder betonen Sie, daß Sie nicht mit radikalen Parteien zusammenarbeiten. In einer Wahlkampfzeitung berichten Sie von Ihrer Zusammenarbeit mit dem Vlaams Belang, der Belgien zerstören will, indem Flandern mit Brüssel sich abspaltet. Zudem ist der Vlaams Belang die Nachfolgepartei des Vlaams Blok, der dem Verbot durch Selbstauflösung zuvorkam.

Sind auch Sie für die Zusammenarbeit mit dem Vlaams Belang? Falls ja: warum dann nicht mit der NPD?

Mit freundlichen Grüßen

R. Haberbauer

Frage von Evpuneq Unoreonhre
Antwort von Monika Ewert
24. September 2008 - 00:01
Zeit bis zur Antwort: 16 Stunden 40 Minuten

Sehr geehrter Herr Haberbauer,

entschuldigen Sie, dass ich mich über Ihre Frage außerordentlich amüsiert habe, zeigt sie doch, dass Sie wahrlich wenig über den Vlaams Belang wissen außer dem, was sich deutsche Medien anmaßen! Diese werfen dieser Partei und auch anderen ausländischen sog. „Rechten“ Ausländerfeindlichkeit vor, arbeiten aber genau selbst mit diesen Methoden.
Welches Recht hat ein deutscher Medienvertreter, Parteien anderer Länder als „extremistisch“ oder „ausländerfeindlich“ zu beschimpfen?

Der VB itzt seit 1970 in den Parlamtenten und wurde auch seit 1991 – also unter der neuen Führung - ständig in die Parlamente gewählt. Sie vertritt seit 2003 in ihrem Stammland 24,1 % der Flandern. Ein Prozentsatz, von dem eine sog. Rechtspartei (aber auch Linke) in Deutschland nur träumen kann. Wenn also diese 24,1 % - also fast ein Viertel der Wählerschaft - die Abspaltung Flanderns vom Rest Belgiens wollen, steht uns Deutschen da ein Recht zu, darüber zu urteilen, ohne die wahren Verhältnisse dort zu kennen?

Im übrigen verweise ich darauf, dass die Bayernpartei hier in Deutschland seit Jahrzehnten – und auch jetzt wieder verstärkt im Wahlkampf – die Abspaltung Bayerns vom Rest der Republik fordert. Handelt es sich damit bei der BP um eine „extremistische“ Partei?

Ich hoffe, dies macht Ihnen deutlich, weshalb es für uns keine Frage sein kann, mit dieser Partei eine europäische Zusammenarbeit anzustreben!

Aufgrund der dortigen Gegebenheiten kann man sich natürlich „deutsche Verhältnisse“ nur schlecht vorstellen. Ein Vergleich des VB mit der hiesigen NPD verbietet sich von selbst. Entweder wissen Sie zu wenig über die NPD oder Sie stehen ihr sehr nahe, dass Sie die Unterschiede nicht erkennen.

Für uns kann es mit Leuten, die nur in der Vergangenheit leben und nur rückwärts gewandt agieren, keine Zusammenarbeit geben. Wir wollen Deutschland für die Zukunft sichern und unsere Demokratie bewahren bzw. wieder herstellen, während die NPD die Bundesrepublik „abwickeln“ will.

In unseren Zielen trennen uns also Welten!

Mit freundlichen Grüßen
M. Ewert