Porträt für die Direktkanidatur
Michael Gaedicke
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Herbert W. •

Was wollen Sie tun, um im Bezirk Steglitz-Zehlendorf bzw. von hier aus den Rückgang der Artenvielfalt einzudämmen?

Porträt für die Direktkanidatur
Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr W.,

wie schon bei der ersten Frage von Ihnen verweise ich gerne auf das Landes- bzw. das Bezirkswahlprogramm der Grünen.

Im Bezirkswahlprogramm haben wir sehr detailliert beschrieben (siehe S. 2: "Städtische Landwirtschaft", "Biologische Vielfalt konsequent schützen"), welche Maßnahmen wir im Bezirk ergreifen wollen, um den Rückgang der Artenvielfalt einzudämmen:

  • Wir wollen Streuobstwiesen anlegen und dafür sorgen, dass in Parks und Grünflächen mehr Nutzbäume und Beerensträucher gepflanzt werden.
  • Wir wollen alte Baumbestände (auch Totholz) erhalten, weil sie Schutzräume für zahlreiche Insekten- und Pflanzenarten und Pilze sind.
  • Aus Rasenflächen sollen insektenfreundliche Blühwiesen als Lebensraum für unzählige Insekten und Schmetterlinge werden.
  • Wir setzen uns für den Schutz und die Renaturierung der bezirklichen Moore (Riemeisterfenn, Bäkewiese in Kohlhaasenbrück) ein, auch als Klimaspeicher.
  • Und wir unterstützen Initiativen, die sich dem Tier- und Pflanzenschutz widmen.
  • Die Biotope am Teltowkanal wollen wir unter Naturschutz stellen und als Naturpark behutsam erlebbar machen. 

Auf Landesebene ist ein zentrales Ziel die Umsetzung der Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030+, die den Erhalt, die Pflege und die Vernetzung von Lebensräumen vorsieht. Besonders wichtig ist dabei die Schaffung von Ökokorridoren, also ein grünes Netz aus Biotopverbünden, die isolierte Gebiete miteinander verbinden und so die Migration von Tieren sowie den genetischen Austausch zwischen Populationen ermöglichen.

Zusätzlich sollen mehr Waldgebiete unter strikten und rechtlich gesicherten Schutz gestellt werden, insbesondere in Natura-2000-Gebieten. Hier soll die Naturqualität und Biodiversität bis 2030 deutlich verbessert werden, wie es auch das EU-Gesetz zur Wiederherstellung der Natur fordert.

Besonders wichtig ist uns auch die Anpflanzung neuer Bäume, die nicht nur Schatten spenden, sondern auch als Lebensraum für Tiere dienen. Das Hausbaum-Modell etwa, bei dem Eigentümerinnen privater Grundstücke kostenlos klimafitte Bäume erhalten, soll auf ganz Berlin ausgeweitet werden. Zudem sollen Baumscheiben ohne Genehmigung bepflanzt werden können, um die Bürgerinnenbeteiligungen zu stärken. Darüber hinaus wollen wir den Einsatz von Pestiziden auf landeseigenen Flächen komplett stoppen.

Um diese Maßnahmen umzusetzen, müssen die finanziellen und personellen Ressourcen in den Bezirken gestärkt werden. Die Straßen- und Grünflächenämter sollen mit zweckgebundenen Mitteln ausgestattet werden, um die Pflege von Grünflächen und Bäumen sicherzustellen. Zudem soll die Baumschutzverordnung novelliert werden, um den Schutzstatus von Bäumen zu stärken und ihre Pflege zu verbessern. Für den Ankauf von Grünflächen soll ein „Naturcent“ eingeführt werden, der sich aus einem Anteil an den Grundsteuereinnahmen speist, die durch die Ausweisung von Bauland anfallen. Dieser Fonds soll gebündelt für die Schaffung neuen Grüns eingesetzt werden.

Wir glauben, dass durch diese Maßnahmen Berlin seine Artenvielfalt erhalten und gleichzeitig die Lebensqualität für die Bürger*innen verbessern kann.

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