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Martin Schäfer
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Frage von Petra P. •

Frage an Martin Schäfer von Petra P. bezüglich Gesundheit

Hallo Herr Schäfer,
ich würd gerne ihren Standpunkt zum geplanten Abriss des Elim-Krankenhauses erfahren. Wie Sie wissen, hat die Frankfurter Agaplesion AG vor einigen Tagen ihre Niederlassung Hamburg in der Hohen Weide unter dem Namen "Agaplesion DKH" eröffnet. Jetzt steht das Elim halb leer und gehört der Stadt. Die Stadt hat Agaplesion 8,4 Millionen für das Gebäude gezahlt, als so genannte Entschädigung. Den Boden hat Agaplesion kürzlich zurück gekauft, aber das Gebäude ist jetzt kommunales Eigentum. Es soll auf Staatskosten abgerissen werden. Dieser Abriss macht aus kommunalpolitischer Sicht keinen Sinn. Das Gebäude ist völlig intakt. Noch in den letzten Jahren wurden dort Millionen hineingesteckt - Geld der Kassen und Steuermittel - weil der Bau aus politischen Gründen (Widerstand gegen die Bebauung) erst 6 Jahre später als geplant fertig wurde. Die einzige Begründung für den Abriss besteht bislang im Gewinninteresse der Agaplesion AG. Da diese Fläche kein Teil der Krankenhausplanung ist, kann man hier auch wieder aussteigen (remember Gängeviertel!). In einem Artikel des Wochenblattes stand gestern, dass die Sparbier-Initiative die Umwidmung des Elim in eine Soziokulturelles Zentrum fordert. Das kommt nicht nur mir vernünftig vor. Viele sind entsetzt über die Abrisspläne, die nur dem Konzern nützen. Nach der riesige Freifläche nun auch noch das Elim? In Eimsbüttel fehlt ein Jugendzentrum, es fehlen Räume für sozial engagierte Gruppen und für Künstler. Ich weiß, dass sie zu den Verfechtern der Privatisierung und Bebauung des Sparbierplatzes gehörten. Könnte es sein, dass sie sich jetzt doch für die Kommunalisierung des Elim einsetzten? Immerhin würde man ein Stück des öffentlichen Raumes zurück gewinnen, den man an eine private Kette "verkauft" hat. Oder anders gesagt: Wollen Sie, will die SPD es anders machen als Schill-Partei und CDU, die diesen Platz privatisierten? Sind Sie, ist die SPD in dieser Frage eine Alternative?

Portrait von Martin Schäfer
Antwort von
SPD

Sehr geehrte Frau Porst,

die Situation ist leider etwas komplizierter, wie sich schließlich nach längeren Recherchen herausgestellt hat: Dasalte Elim-Gebäude gehört nur teilweise der Stadt. Dieser Teil soll jetzt tatsächlich abgerissen werden, um auf der frei werdenden Fläche das Kleinfeld und die Sporthalle zu bauen, die als Kompensation für den nunmehr mit dem neuen Elim-Gebäude zugestellten zweiten Sportplatz neu eingerichtet bzw. gebaut werden sollen. Der Teil des Gebäudes, der noch Agaplesion gehört, bleibt stehen und wird auch genutzt, u.a. von der jetzt schon im Gebäude befindlichen Röntgenpraxis.

Der Vorschlag, aus dem ganzen alten Elim-Gebäude ein soziokulturelles Zentrum zu machen, hört sich zwar gut an, aber das müsste doch noch etwas genauer betrachtet werden angesichts der Größe des Gebäudes. Ich bezweifle sehr, dass man dieses Gebäude auch nur annähernd damit auslasten könnte. Und die entscheidende Frage wäre auch hier: Wer bezahlt das Ganze? Das Risiko, dass am Ende ein höchstens zur Hälfte genutztes Gebäude in Gänze unterhalten werden müsste, ist mir entschieden zu groß.

Daher sehe ich keine (in überschaubarem finanziellem Rahmen) umsetzbare
Alternative zu den Planungen, wie sie jetzt sind.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Schäfer