Martin Behringer - Liste 3 Platz 7
Martin Behringer
FREIE WÄHLER
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Frage von Werner H. •

Danke für die schnelle Antwort! Ich hätte noch eine Frage zur Energiewende. Wie sehen sie das?

Martin Behringer - Liste 3 Platz 7
Antwort von
FREIE WÄHLER

Lieber Herr H.!

Anbei meine Antwort auf ihre Frage in Sachen Energiewende.

Die Geschichte der Energiewende ist rein von den Erzeugungszahlen eine Erfolgsstory: 2020 haben die erneuerbaren Energien erstmals mehr als die Hälfte des Stroms in Deutschland produziert, allen voran die Windkraft als wichtigste Stromquelle mit fast 30 Prozent. Dank der erneuerbaren Energien sparen wir 200 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ein und nähern uns so den Pariser Klimazielen. Doch diese Durchschnittszahlen erzählen nur die halbe Wahrheit, denn sie sind eben nur Durchschnittswerte. Blickt man auf einzelne Monate, ergibt sich ein differenzierteres Bild, vor allem während des Winters. Im Januar 2021 leisteten die Erneuerbaren nur rund 36% des benötigten Stroms. Das sind, Winterabende oder Wintertage, an denen Dunkelflaute herrscht. Da sind wir aktuell abhängig von klimaschädlichen, aber verlässlichen Leistungen der Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke und von Importen aus dem europäischen Ausland. Doch 2022 gehen die letzten drei deutschen Atomkraftwerke vom Netz. Pro Jahr liefert die Atomkraft zwölf Prozent des gesamten Stroms – unabhängig von Tages- und Nachtzeiten und vor allem in den kalten Jahreszeiten. Woher sollen die zwölf Prozent kommen?

Es gibt theoretisch mehrere Wege, die Schwankungen der erneuerbaren Energien auszugleichen; Wege, an denen auch intensiv geforscht wird. So gibt es mit der Energiemeteorologie einen eigenen Forschungszweig, der die Wettervorhersagen und damit die Leistungen der erneuerbaren Energien verbessern will. Je genauer die Wettervorhersage, desto besser lassen sich Windparks und PV-Anlagen steuern. Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Speicherung der elektrischen Energie. Dafür braucht es Batterien, bessere Pumpspeicher und auch Wasserstoff gilt mittelfristig als wichtiger Baustein der Versorgungssicherheit. Allerdings sind diese Speichersysteme noch nicht ausgereift. Im Monitoring Bericht der Bundesregierung liegt die Installierte Leistung der "steuerbaren" Erneuerbaren wie Wasserkraft, Biomasse und Speicher bis 2030 bei 14 Gigawatt; nicht genug, um die Lücke von Kernkraft und Kohlekraft zu schließen. Ein anderer Ansatz geht davon aus, Energie viel stärker dezentral und lokal zu erzeugen, speichern und verbrauchen. So könnten Stromnetz und Stromversorgung im Großen entlastet werden.

Blackouts sind zwar extrem selten und können bislang noch durch kluge Steuerung der Netzbetreiber und Notfallreserven eingedämmt werden. Damit das auch in Zukunft so bleibt, müssen Politik, Wirtschaft, Forschung und auch wir Endverbraucherinnen und Endverbraucher ihren Teil dazu beitragen. Als Einzelne haben wir vor allem unseren individuellen Stromverbrauch in der Hand: Je weniger wir verbrauchen, desto besser für das Stromnetz und die Versorgungssicherheit.

Für weitere Fragen stehe ich ihnen gerne zur Verfügung!

Herzliche Grüße

Ihr

Martin Behringer

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