Klaus Hänsch
SPD
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Frage von Wnavan Wnxborvg an Klaus Hänsch bezüglich Bildung und Forschung

# Bildung und Forschung 03. Juni. 2009 - 23:54

Sehr geehrter Herr Hänsch,

in der nächsten Wochen steht die Europawahl 2009 an und da es relativ schwer ist im Internet Informationen zu den "Vorhaben" verschiedenster Parteien zu erlangen, wende ich mich nun an Sie und hoffe, dass Sie mir weiter helfen können.
Ich bin Studentin und habe den Eindruck, dass in der Vergangenheit nur sehr wenig für unsere Zielgruppe getan wurde. Es wird immer gesagt "es wird in Bildung investiert", doch ich merke davon leider nichts.

Durch die Einführung des Bachelors ist es für Studenten/innen, die keine wohlhabenden Eltern haben, so gut wie unmöglich geworden, ohne einen Schuldenberg in das Berufsleben zu starten! Denn wer den Master machen möchte, muss einen zweiten Antrag stellen und hat somit schon einen Schuldenbetrag von 20.000 Euro nach Beendigung des Studiums....wobei zu bedenken ist, dass zu Zeiten des Diploms ein max. Betrag von 10.000 Euro zurück zu zahlen war! (Diplom und Master gelten als gleichwertig!).
Wenn man nun, wie z.B. ich, die Bachelor-Arbeit im Ausland (Auslands-Praxissemester) schreiben möchte um seine Fremdsprachenkenntnisse zu festigen, muss man meist einen weiteren "Kredit" auf sich nehmen, denn das Auslandsbafög deckt oft nicht die anfallenden Kosten (Studiengebühren, etc).
Ich kann mir also jetzt schon ausrechenen, dass ich mit ca 30.000 Euro Schulden ins Berufsleben starte, was nicht gerade motivierend ist....vorallem nicht wenn man sich einmal vor Augen hält, das Leistungen wie z.B. Hartz IV den Bedürftigen "geschenkt" werden, auch wenn Sie wieder Arbeit finden, denn sie müssen nichts zurück zahlen. Es sollte einmal berücksichtigt/anerkannt werden, dass wir Studenten studieren, um später mal nicht auf "Kosten des Staates" leben zu müssen.

Und nun zu meiner eigentlichen Frage: Können Sie mir sagen, ob etwas geplant oder angestrebt ist, was den Studenten das Studieren"erleichtert" ? Vielleicht bezahlte Auslandssemester oder ähnliches?

Vielen Dank für Ihre Mühe....

Grüße
Janina Jakobeit

Von: Wnavan Wnxborvg

Antwort von Klaus Hänsch (SPD)

Sehr geehrte Frau Jakobeit,

Bildung und Ausbildung sind in erster Linie Sache der Mitgliedstaaten, in Deutschland der Länder. Die Europäische Union ist für die Erhebung von Studien- und Examensgebühren nicht verantwortlich und kann auch keine Studienkosten in den Mitgliedstaaten übernehmen.

Seit nunmehr über 20 Jahren (seit 1987) engagiert sich die EU aber mit zunehmenden Mitteln und großem Erfolg für die Unterstützung von Studenten, die im EU-Ausland studieren. Ca. 24.000 Studenten aus Deutschland haben im letzten Jahr davon profitiert. 2009 stehen für Studenten-Stipendien im ERASMUS Programm mehr als 400 Millionen Euro zur Verfügung. In Deutschland werden sie vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst, DAAD, verwaltet. Der DAAD betreut auch die ERASMUS-Praktika, bei denen Studenten zwei bis zwölf Monate im Ausland arbeiten können und dabei einen monatlichen Zuschuss von 400 € erhalten.Hinweise für die Beantragung eines Stipendiums finden Sie im Internet.Ich empfehle Ihnen vor allem, das von der EU-Kommission eingerichtete Portal PIOTEUS zum Thema Lernmöglichkeiten im europäischen Raum zu besuchen.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Hänsch

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