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Kirsten Kappert-Gonther
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Frage von Mirjam W. •

Wie stehen Sie zur Homöopathie als Leistung der Krankenkassen?

Die Finanzkommission Gesundheit hat Ende März vorgeschlagen, homöopathische Leistungen nicht mehr als Satzungsleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung vorzusehen.

Wie bewerten Sie diese Empfehlung der Finanzkommission? Welche Kriterien sollten aus Ihrer Sicht dafür maßgeblich sein, ob Homöopathie Bestandteil der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt oder nicht?

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrte Frau W.,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Ich verstehe gut, dass das Thema Finanzierung homöopathischer Leistungen viele Menschen persönlich sehr bewegt – gerade wenn man mit Homöopathie gute Erfahrungen gemacht hat und sie als Teil eines ganzheitlichen Gesundheitsverständnisses anwendet und schätzt.

Die Einsparungen, die durch die Streichung der Satzungsleistung erzielt werden können, sind tatsächlich nur gering. 

Wichtig ist, dass diese Leistungsstreichung ausdrücklich nicht bedeutet, dass Homöopathie nicht mehr zur Verfügung steht. Selbstverständlich bleibt es jeder Person weiterhin möglich, homöopathische Mittel zu nutzen und entsprechende Behandlungen in Anspruch zu nehmen. Der Punkt ist allein: Was individuell gewählt wird, kann nicht automatisch solidarisch finanziert werden, wenn der Nutzen nicht wissenschaftlich belegt ist. Das ist eine Frage der Fairness gegenüber allen Beitragszahler*innen.

Uns ist außerdem wichtig, dass Menschen sich im Gesundheitswesen nicht „zwischen den Stühlen“ fühlen. Viele Patient*innen wünschen sich mehr Zeit, Zuwendung und einen Blick auf den ganzen Menschen – und erleben diese Haltung manchmal eher in komplementären Angeboten als im regulären System. Diese Erfahrung nehmen wir ernst. Genau deshalb setzen wir uns politisch dafür ein, die Regelversorgung menschlicher und zugewandter zu machen: durch weniger Bürokratie, aber auch durch den Abbau von Über-, Unter- und Fehlversorgung und damit für mehr Qualität.

Wenn wir unnötige Behandlungen reduzieren, entsteht Raum für das, was Patient*innen oft am meisten brauchen: Zuwendung, Zeit, den ganzheitlichen Blick auf die individuelle Lebenssituation. Ganzheitlichkeit und evidenzbasierte Medizin sind für uns kein Widerspruch – sondern ein Anspruch an ein modernes Gesundheitssystem.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Kirsten Kappert-Gonther

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