Frage an Kirsten Flesch von Pnefgra Ubssznaa bezüglich Gleichstellung und Integration

12. September 2011 - 13:52

Sehr geehrte Frau Flesch!

Wie stehen Sie zu den Thesen von Thilo Sarazzin, der meint Berliner Migranten aus der Türkei und arabischen Ländern wären nicht in die Gesellschaft integrierbar? Haben Sie im Kreisvorstand der SPD Neukölln der Spende von Herrn Sarazzin an die Neuköllner SPD zugestimmt oder haben Sie sich dagegen ausgesprochen? Wie kann die SPD glaubwürdig sein, wenn sie sich einerseits von Thilo Sarazzins Buch distanziert aber andererseits Geld annimmt, dass direkt aus dem Verkauf dieses Werkes stammt?

Frage von Pnefgra Ubssznaa
Antwort von Kirsten Flesch
13. September 2011 - 17:51
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 3 Stunden

Sehr geehrter Herr Hoffmann,
für Ihre Fragen bedanke ich mich.

Weder die Neuköllner SPD noch ich teilen die Thesen von Thilo Sarazzin, Migranten aus der Türkei oder arabischen Ländern seien nicht integrierbar. Im Gegenteil, wir unternehmen alle Anstrengungen, die Integration aller Zuwanderer zu unterstützen. Mangelnde Sprachkenntnisse oder mangelnde Kenntnisse von Rechten und Pflichten von Zuwanderern begegnen wir mit Sprachkursen, auch sogenannten "Mütterkursen" und den Informationen, die u.a. die Stadtteilmütter vermitteln.
Integration ist für uns keine Frage der Ethnie sondern der Bildung, dieser gelten unsere Anstrengungen.

Der Annahme der Spende von Thilo Sarazzin habe ich zugestimmt. Die SPD Neukölln ist ebenso wie die SPD und die Bevölkerung uneins über die Beurteilung der Thesen Sarazzins. Einerseits sind wir der Auffassung, gerade aus der Praxis hier in Neukölln besser über die Probleme der Integration Bescheid zu wissen und distanzieren uns von seinen Überspitzungen und seinen ethnischen Thesen. Andererseits haben wir bereits seit Jahren die Notwendigkeit von Anstrengungen bei der Integration, sowohl von Mehrheitsgesellschaft als auch Migranten hingewiesen.
Auch wenn er in unseren Augen, nur bedingt qualifiziert, die falschen Thesen veröffentlicht hat, halten wir dies für einen Parteiausschluss nicht für ausreichend.

Die Annahme einer Parteispende von einem Parteimitglied ist von der großen Mehrheit des Neuköllner Parteivorstandes beschlossen worden.

Mit freundlichen Grüßen
Kirsten Flesch