Kay Elvert
CDU
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Frage von Oneonen Hqhjreryyn an Kay Elvert bezüglich Familie

# Familie 10. Jan. 2020 - 19:41

Sehr geehrter Herr Elvert

Das Thema „Freie Fahrt für Minderjährige“ habe ich als eine Möglichkeit angeschnitten, um Jugendlichen Möglichkeiten zugeben, Freizeitangebote im Großraum HH zu nutzen. Das 365 €- Ticket ist für Familien mit mehreren Kindern nicht zu bezahlen und der Aufwand wird höher sein als der Nutzen.
Ich will auch nicht Versäumnisse durch die CDU mit denen anderer Parteien vergleichen, sondern was Politiker zu tun gedenken, damit es mehr Angebote für Jugendliche gibt, die den Jugendlichen konstruktive Freizeitangebote vorhalten und die gewaltpräventiv wirken.
Wo sind jetzt noch Jugendclubs im Süderelberaum und wie sieht die personelle Situation dort aus?
Welche Politiker sind Ihrer Meinung an dem Thema interessiert?
Ich habe nicht den Eindruck, dass man ergänzende Mittel zur Verfügung zu stellen bereit ist; denn schon unter CDU/SCHILL wurden Stelen der Strasos abgebaut.
Wie soll die verstärkte Präsenz der Polizei aussehen? Wollen Sie das Katz & Mausspiel anfeuern?
Es geht nicht darum, dass Pädagogen Jugendliche einfangen, sondern dass sie ihnen auf verschiedenen Wegen die fehlenden Werte vermitteln, sinnvolle Freizeitangebote zu machen, als verlässliche Bezugspersonen zur Verfügung zu stehen und den Täter- Opfer- Ausgleich auszubauen Was heißt NUR Einbrüche und EINIGE Körperverletzungen?
Den Vergleich zu meinem Neffen können Sie nicht nachvollziehen und sollten sich stark zurücknehmen, weil sie uns nicht kennen. Wenn Sie beim Treffen mit den Konfirmanden dabei gewesen wären, dann wüssten Sie, dass man nicht nur Mirko, sondern auch andere Jugendliche bedroht hatte, ihrer Familie etwas anzutun. Deren Eltern waren damals stark betroffen.

Von: Oneonen Hqhjreryyn

Antwort von Kay Elvert (CDU)

Hallo Frau Uduwerella und Danke für ihre weitere Frage!

Freie Fahrt für Minderjährige halte ich für sehr positiv. Es entlastet Familien mit wenig Einkommen und hilft den Minderjährigen bei der Ausübung ihrer Freizeitaktivitäten.
Das Angebot vor Ort muss definitiv ausgebaut werden. Ich stimme ihnen da absolut zu!
Es gibt eine Broschüre aus 2011 über den Sozialraum Harburgs. Auch der Süderelberaum wird dort beschrieben. Schon damals wurde festgestellt, dass zu wenig Angebote für die Jugendlichen gibt.

Ob sich seitdem dort etwas verbessert, kann ich leider nicht ersehen.
Die Broschüre, die sie sicher auch interessiert finden sie hier: https://www.hamburg.de/contentblob/4126518/52821c4dc844750d32dcaa7a59254...

Mir ist bekannt, dass der „Mädchentreff“ geschlossen wurde und es zurzeit wohl nur eine Anlaufstelle für Mädchen im Freizeitzentrum Sandbek gibt. Das ist traurig und soll geändert werden. Das Bezirksamt Harburg erstellt derzeit eine Bedarfsermittlung wo und in welcher Form weitere Angebote gebaut werden können. Es sollen wohnungsnahe Treffpunkte für Jugendliche geschaffen werden. Im Bereich Fischbeker Reethen befindet sich eine neue Jugendeinrichtung. Da dieses nicht ausreicht und dort ja weiter gebaut wird, soll eine weitere Einrichtung dort entstehen. Nach meinem Stand allerdings nicht vor 2024, was mit den aktuellen Baumaßnahmen dort zusammen hängt.

Die Bedarfe scheinen den zuständigen Ämtern bekannt zu sein. Auch dazu möchte ich ihnen eine Link zu einem Entwicklungskonzept gerne weiter geben. Dort steht sehr viel über den Süderelberaum und die Planungen:
http://www.nf2025.de/files/20180601_IEK%20NF%20%C3%B6ffentlich.pdf

Neugraben / Fischbek wurde in das sog RISE Förderprogramm aufgenommen. Das bedeutet, dass einiges an Geld freigesetzt wurde, um diese Stadtteile nachhaltig zu entwickeln. Ich glaube, dass dies eine sehr gute Entscheidung war. Das RISE Programm würde ich mir auch für Neuwiedenthal und Neugraben wünschen. Gerade in Neuwiedenthal muss mehr passieren für die Jugendlichen, die ja zumeist auf Spielplätzen „abhängen“ und zu wenig Treffpunkte haben, wo sie betreut werden.

Sollten sie aktuelle Zahlen benötigen, in welchen Stadtteilen sich wie viele Treffpunkte befinden, muss ich sie an das Bezirksamt verweisen. Mir liegen keine Zahlen unmittelbar vor.
Ich bin aktiv im Ausschuss Bildung und Sport. Es gibt aber auch einen Jugendhilfeausschuss.
Kontakte und Informationen dazu finden sie hier:
https://www.hamburg.de/harburg/ausschuesse-bezirksversammlung-harburg/45...

Sie fragen mich, welche Politiker an dem Thema interessiert sind. Aus meiner Sicht sollte jeder Politiker daran ein Interesse haben! Insbesondere natürlich alle Politiker in dem Ausschuss. Diese können sie hier einsehen:
https://sitzungsdienst-harburg.hamburg.de/bi/au020.asp?AULFDNR=11&altopt...

Ihren Eindruck, dass zu wenig finanzielle Mittel bereitgestellt werden, teile ich. Es kann nie genug sein. Aber wie sie an dem RISE Projekt sehen, wird etwas getan.
Stellen in der Straßensozialarbeit sollten nicht abgebaut werden. Das war damals ein großer Fehler! Ich halte eine verstärkte Präsenz der Polizei immer für sehr gut. Ich selbst bin häufig zum Beispiel in Uniform zu Fuß im Phoenix Viertel unterwegs und komme dadurch viel mit den Bürgern in Kontakt. Es wird von sehr vielen sehr positiv gesehen, dass „man“ mal einen Schutzmann auf der Straße sieht und mit ihm sprechen kann. Dabei geht es um kleine und große Probleme aus allen Lebenslagen. Mir persönlich macht das viel Spaß, wenn ich dem Bürger helfen kann. Auch mit Jugendlichen und Kindern kommt man sehr gut ins Gespräch. Manchmal tut mir Abends der Arm weh vom vielen Winken zu den Kindern wenn sie rufen „Hallo Herr Polizei“. Auch von diesen erfahre ich Dankbarkeit für das Ansprechbarsein.
Polizei ist nicht immer nur böse. Der Freund und Helfer steckt in vielen von meinen Kollegen.
Sie hatten mich auf die Straftaten der Gruppe aus Neugraben angesprochen, darauf hatte ich geantwortet. Aus dienstrechtlichen Gründen kann ich ihnen dazu natürlich keine Einzelheiten nennen. Ich kenne aber einen Artikel indem etwas dazu steht:
https://marktplatz-süderelbe.de/die-luft-wird-fuer-die-taeter-duenner/?...

Bezüglich ihres Neffen Mirko, halte ich mich zurück. Es tut mir sehr leid, was ihnen und der ganzen Familie, den Freunden und anderen damals wiederfahren ist. Auch ich war damals erschüttert und musste viel aus den Medien erfahren. Einiges hatte ich auch von Freunden gehört die in Sandbek und Neugraben wohnten.

Ich hoffe ich konnte ihnen mit meiner ausführlichen Antwort etwas helfen.
Ich möchte ihnen auch für ihr Interesse und ihre Hartnäckigkeit danken.
Fragen sie weiter die Politiker. Das ist dann auch oftmals ein Grund für einen Politiker sich mit einer Thematik beschäftigen zu müssen, mit der sonst wenig zu tun hat.

Mit freundlichen Gruß
Kay Elvert

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