Werden Sie die Budgetierung in der psychotherapeutischen Versorgung und die Kürzung der Leistungszuschläge für Kurzzeittherapien am 29.4.26 stoppen?
Bereits die Honorarkürzung für psychotherapeutische Leistungen um 4,5% wird die Versorgungssicherheit massiv gefährden. Durch weitere Sparpläne in Form der geplanten Budgetierung und Kürzung der Leistungszuschläge für Kurzzeittherapien wird die Lage weiter zugespitzt. Eine Budgetierung führt zu massiver wirtschaftlicher Unsicherheit für psychotherapeutische Praxen sowie regionalen Ungleichheiten.
Psychotherapie spart nachweislich Folgekosten, die durch AUs und Erwerbsminderungsrente entstehen.
Ich verweise auf Stellungnahme des Aktionsbündnis Psychotherapie, der Berufsverbände und der Psychotherapeutenkammern
Sehr geehrte Frau Carolin W.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und dafür, dass Sie Ihre Erfahrung und Ihre Sorge mit mir teilen.
Viele Menschen erleben schon heute, wie schwer es ist, einen Therapieplatz zu bekommen oder überhaupt zeitnah Unterstützung zu erhalten. Berechtigterweise weisen Sie auf die regionalen Ungleichheiten hin. Umso alarmierender finde ich es, dass ausgerechnet in diesem Bereich über Kürzungen und neue Hürden diskutiert wird.
Für mich ist klar: Die Krise der gesetzlichen Krankenversicherung darf nicht auf dem Rücken von Menschen ausgetragen werden, die psychisch belastet oder erkrankt sind. Aus linker Sicht gilt: Gesundheit ist ein Recht und keine Frage des Geldbeutels. Wer Unterstützung braucht, muss sie bekommen - schnell, verlässlich und bezahlbar.
Die Unterlagen des Zusammenschlusses der Verbände gegen Kürzungen in der Psychotherapie, die mich zu diesem Thema erreicht haben, machen sehr deutlich, dass Einschnitte in die ambulante psychotherapeutische Versorgung keine gute Lösung sind. Wer an dieser Stelle spart, verschärft am Ende oft nur die Probleme - für Betroffene, für Angehörige und für das Gesundheitssystem insgesamt.
Genau deshalb halte ich es für den falschen Weg, bei der psychotherapeutischen Versorgung zu sparen. Menschen in psychischen Krisen brauchen nicht noch mehr Hürden, sondern endlich bessere, erreichbare und verlässliche Hilfen.
Ich setze mich deshalb dafür ein, dass Reformen im Gesundheitswesen sich an den Bedürfnissen der Patient*innen orientieren und nicht an kurzfristigen Sparzielen. Psychische Gesundheit darf nicht nach Kassenlage behandelt werden.
Vielen Dank, dass Sie sich an mich gewandt haben. Solche Zuschriften sind wichtig, weil sie deutlich machen, was politische Entscheidungen im Alltag ganz konkret bedeuten.
Mit freundlichen Grüßen
Julia-Christina Stange, MdB

