Jürgen Wiedenhöfer, MdL
Jürgen Wiedenhöfer
AfD
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Frage von Voss J. •

Stimmt es, dass diese schlagende Verbindung "Thueringia" eine Chatgruppe unterhielt, wo sich u.a. über den Holocaust lustig gemacht wurde?

Sehr geehrter Herr Wiedenhoefer, sind Sie Mitglied dieser Faschisten-Gruppe gewesen?
Ihre schlagende Verbindung?

https://www.thekasaantimes.de/unsere-liebe-thuringia-ein-weiteres-beispiel-im-fahrwasser-der-burschenschaften-und-corps

Kennen Sie die Personen näher?

Es gibt in dem Zusammenhang zahllose Anzeigen, nach Morddrohungen gegen die, die den Sumpf in Leipzig aufgedeckt haben.

Werden Sie zurücktreten, wenn Sie Mitglied der Gruppe waren?

Sie waren Versicherungsvertreter, ist Ihre Kartei bei der AfD gelandet, als Sie die Agentur aufgaben?

Jürgen Wiedenhöfer, MdL
Antwort von AfD

Zunächst möchte ich klarstellen, dass ich die Verbalisierung Ihrer Fragestellung nicht teile. So würde ich unter anderem den Begriff „Faschistengruppe“ nicht verwenden und halte diesen auch für nicht angebracht.

Zutreffend ist, dass es beim Corps Thuringia Leipzig eine später als „Nazi-Pornochatgruppe“ bezeichnete Gruppe gab. Dies ist auch allgemein bekannt und im Internet leicht recherchierbar.

Ich selbst war nicht Mitglied dieser Gruppe und kenne auch deren Inhalte im Wesentlichen nur über Aussagen und Berichte Dritter.

Auch gehe ich davon aus, dass bei anderen Verbindungen als dem Corps Thuringia Leipzig weder vergleichbare Gruppen wie die sogenannte „Nazi-Pornochatgruppe“ noch Mitglieder solcher Gruppen oder Verantwortliche, welche solche Gruppen decken und nicht aufarbeiten, geduldet werden würden.

Meine Person gehörte zu einer anderen Gruppe; wir wollten die uns nur gerüchteweise und in Auszügen bekannt gewordenen Sachverhalte um die sogenannte „Nazi-Pornochatgruppe“ beim Corps Thuringia Leipzig aufarbeiten. Den Kampf, diese sogenannte „Nazi-Pornochatgruppe“ aufzuarbeiten, haben wir verloren, und heute haben unsere Opponenten beim Corps Thuringia Leipzig das Sagen.

Als gewählter Vorsitzender des sogenannten Ehrenrats war ich tatsächlich dafür zuständig, die sogenannte „Nazi-Pornochatgruppe“ aufzuarbeiten. Man setzte mich, den restlichen Ehrenrat sowie den Altherrenvorstand putschartig und – später gerichtlich festgestellt – rechtswidrig ab, bevor die Aufarbeitung diverser interner Probleme erfolgen konnte. Fast alle Personen, welche die Vorgänge um die sogenannte „Nazi-Pornochatgruppe“ des Corps Thuringia Leipzig aufarbeiten wollten, sind heute – genau wie ich selbst – keine Mitglieder des Corps Thuringia Leipzig mehr.

Mir ist hingegen nicht bekannt, dass Mitglieder oder etwa der Gründer und Administrator der sogenannten „Nazi-Pornochatgruppe“ jemals irgendwelche Schwierigkeiten wegen ihrer Handlungen gehabt hätten.

Ein nach meiner Abwahl als Ehrenrat von mir gestellter Antrag auf Aufarbeitung wurde illegal von der sogenannten Antifa veröffentlicht. Auf deren Seiten kann man mein Bemühen um Aufarbeitung genau wie einiges an Interna finden. Meine diversen Anträge auf zumindest interne Aufarbeitung wurden leider vom Corps Thuringia Leipzig ebenfalls nicht umgesetzt.

Das Corps, vertreten durch seine Gremien und die zahlreichen Gruppenmitglieder, verweigert nach meiner Kenntnis bis zum heutigen Tag die Herausgabe der Inhalte sowie die Aufarbeitung seines unsäglichen Treibens.

Die von Ihnen hier verlinkte, wenig bekannte sowie auch nicht ganz seriöse Quelle beteiligt sich übrigens ebenfalls nicht an einer Aufarbeitung, da auch von dort keinerlei Inhalte übermittelt oder herausgegeben werden. Ohne Belege kann man aber nur schwer eine Aufarbeitung erzwingen, insbesondere wenn die der Gruppe Zugehörigen und ihre etwaigen Gesinnungsgenossen in der Mehrzahl sind. Notwendige Belege habe ich weder als Ehrenratsvorsitzender noch später jemals erhalten.

Der Dachverband sowie die anderen in Leipzig ansässigen Corps sind wohl formal nicht zuständig und haben wohl auch keine Belege, womit die Sache dann vermutlich unaufgearbeitet bleiben wird.

Tatsächlich kenne ich zahlreiche der Gruppenmitglieder und Akteure aus früherer Zeit, etwa meinen ehemaligen Leibbursch und heutigen Altherrenvorsitzenden von Thuringia Leipzig. Ich habe mit allen gebrochen und bin auch kein Mitglied der Thuringia Leipzig mehr. Im Gegenteil: Ich habe persönlich etliche Prozesse gegen das Corps Thuringia Leipzig geführt und wiederholt auch vor Gericht versucht, diese unselige sogenannte „Nazi-Pornochatgruppe“ aufzuarbeiten – leider bisher ohne Erfolg.

Genau wie ich sind auch zahlreiche andere redliche Corpsstudenten heute nicht mehr Mitglied des Corps Thuringia Leipzig, hauptsächlich weil sie mit dem Treiben beim Corps Thuringia Leipzig und insbesondere der Nichtaufarbeitung so unfassbarer Dinge wie der sogenannten „Nazi-Pornochatgruppe“ und anderem mehr nicht einverstanden sind.

Wenn Sie zu diesem Thema mehr Informationen haben wollen, so wenden Sie sich bitte an die Gremien des Corps Thuringia Leipzig, die anderen örtlich vorhandenen Corps in Leipzig, den Dachverband oder auch an die von Ihnen zitierte Quelle. Mir liegen dazu keine Inhalte vor, außer den Aussagen einiger Gruppenmitglieder, dass es die besagte Gruppe und wohl auch zumindest etliche der in Ihrer Quelle genannten Inhalte tatsächlich gab, womöglich bis heute gibt. In einer an Werten orientierten Gemeinschaft, wie es ein Corps nun einmal darstellt, kann so etwas nicht geduldet werden.

Aus meiner Sicht muss dieser Vorgang aufgearbeitet werden, wenn man sich beim Corps Thuringia Leipzig weiter als Corps bezeichnen möchte und weiter mit ehrbaren Verbindungen Kontakt haben möchte, aber dies liegt nicht in meiner Zuständigkeit.

Jedoch ist damit zu rechnen, dass die sogenannte „Nazi-Pornochatgruppe“ und die Nichtaufarbeitung beim Corps Thuringia Leipzig früher oder später den Dachverband und die anderen Corps zu einer Reaktion veranlassen werden.

Von Morddrohungen ist zumindest mir nichts bekannt, und Ihre letzte Frage kann ich überhaupt nicht zuordnen. Ich war nie „Versicherungsvertreter“, weiß nicht, was mit „Ihrer Kartei“ gemeint ist, und kann auch nicht nachvollziehen, weshalb eine Partei an irgendwelchen Karteien ein Interesse haben sollte.

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