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Jörn Thießen
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Frage von Thomas K. •

Frage an Jörn Thießen von Thomas K. bezüglich Finanzen

Sehr geehrter Herr Thießen,

mich interessiert Ihre Haltung zur Pendlerpauschale.

Ich habe ein einfachen Arbeitsweg von 63 Km.
Durch das schlechte Angebot im Öffentlichen Nahverkehr und durch
Schichtdienst bin ich auf das Auto angewiesen.
Ein Arbeitsplatzwechsel kommt für mich nicht in Frage.
Einmal wegen mangelnden Angeboten und dann würde ich auch nur zu erheblich schlechteren Kondition einen Arbeitsplatz finden. Bei der Bezahlung würde ich schätzungsweise 500,-€ Brutto weniger verdienen.
Ein Umzug macht ebenfalls keinen Sinn, ich bin zwar "Besitzer" eines Eingenheims, zahle aber viel weniger für meine Hypothek als ich für Miete im Randbereich von Hamburg bezahlen müsste.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Kazmierczak

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Antwort von
SPD

Lieber Herr Kazmierczak,

ich persönlich setze mich für die Wiedereinführung der Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer ein. Die Kürzung der Pauschale war eine der Kröten im Koalitionsvertrag, die wir Sozialdemokraten schlucken mussten, um andere wichtige Anliegen durchzusetzen – heute wissen wir, dass unsere verfassungsrechtlichen Bedenken schon damals berechtigt waren. Wir erwarten noch in diesem Jahr das abschließende Urteil des Bundesverfassungsgerichts, nachdem der Bundesfinanzhof die derzeitige Regelung bereits für verfassungswidrig erklärt hat. Wichtig ist aber, dass wir bei der anschließenden Neuregelung, die uns im Bundestag bevorsteht, keine milliardenschweren Löcher in den Bundeshaushalt reißen! Wenn die Union noch einmal dazu gebracht werden kann, ernsthaft über den Vorschlag nachzudenken, den wir schon bei den Verhandlungen zum Koalitionsvertrag gemacht hatten, dann gäbe es gute Aussichten, einen tragfähigen Kompromiss herzustellen: Senkung des Kilometergelds auf 20 statt 30 Cent, dafür aber ab dem ersten Kilometer, bei gleichzeitiger Reduzierung der Freibeträge – damit hilft man denen, die wirklich viel pendeln müssen, bleibt im Rahmen unserer Verfassung und schafft trotzdem das Ziel, den Staatshaushalt bis 2011 so zu konsolidieren, dass wir keine neuen Schulden aufnehmen müssen.

Herzliche Grüße
Jörn Thießen