Frage an Jan-Marco Luczak von Jreare Züyyre bezüglich Gesundheit

24. Oktober 2019 - 18:21

Sehr geehrter Herr Luczak,

welche aktuellen und zukünftigen Maßnahmen haben Sie bereits beschlossen, um Krebserkrankungen zu reduzieren?

Das Thema Krebs ist das zentrale Thema der Medizin und erfasst mittlerweile auch die Jüngsten. "..Die Krebsepidemie unter Organempfängern ist der Preis für die Fortschritte in der Transplantationsmedizin.." https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/medizin-ein-leben-zweimal-krebs-….
"Besonders gefährlich ist das für Kinder, die ein Organ bekommen. 200-mal so häufig trifft sie dann der Lymphdrüsenkrebs, verglichen mit Gleichaltrigen
Die modernen immununterdrückenden Arzneien seien so wirksam, dass sie den Empfängern Lebenszeit schenken, aber die Krebszellen außer Kontrolle geraten"
http://pediatrics.aappublications.org/content/early/2017/04/24/peds.201…

"..Das Epstein-Barr-Virus zum Beispiel lässt sich bei 95 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Blutzellen nachweisen, in denen es sich einquartiert hat, ohne Schaden anzurichten. Durch die Immunsuppression nach einer Transplantation erwacht der Keim jedoch mitunter und löst Krebs in den Lymphdrüsen aus.."
"..Damit die Körper der Patienten das fremde Organ nicht abstoßen, müssen Arzneien ihre Abwehrkräfte dämpfen. Doch auch wenn sie die Medikamente nur über einen begrenzten Zeitraum nehmen, etwa nach einer Knochenmarkspende, treibt das die Krebsgefahr massiv in die Höhe.." "..Die Medikamente schwächen das Immunsystem derart, dass Tumore wuchern können.."

"..Neben den Tabletten könnten auch akute oder chronische Abstoßungsreaktionen nach der Transplantation das Immunsystem schwächen. Auch das begünstigt die Entstehung von Krebs. .“ "..Das erklärt auch, weshalb Forscher immer wieder ein ungeheuerliches Wachstum bestehender Tumore beobachten, wenn sie Patienten mit Spenderorgan sehr hohe Dosen an immununterdrückenden Medikamenten geben müssen. Das ist zum Beispiel nötig, wenn der Körper plötzlich anfängt, das fremde Organ abzustoßen..."

Welche Tabletten morgen?

Frage von Jreare Züyyre
Antwort von Jan-Marco Luczak
16. Dezember 2019 - 13:22
Zeit bis zur Antwort: 1 Monat 3 Wochen

Sehr geehrter Herr Müller,

vielen Dank für Ihre Anfrage zu dem äußerst wichtigen Thema Krebsvorsorge. Ich bitte Sie um Nachsicht, dass ich Ihnen aufgrund des sehr hohen E-Mail- und Briefaufkommens in meinem Büro erst heute antworten kann.

Die Krebsprävention und -forschung ist ein Thema, welches mich und meine Kolleginnen und Kollegen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sowie unsere Bundesregierung sehr beschäftigt. Tumorerkrankungen sind bundesweit nach Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Um dies zu ändern, stärkt die Bundesregierung die Krebsprävention und -forschung. Das Bundesforschungsministerium hat dafür am 29. Januar 2019 gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium und weiteren Partnern die „Nationale Dekade gegen Krebs“ gestartet. Vertreter aus Wissenschaft, Gesundheitswesen, Politik und Gesellschaft sagen dem Krebs mit vereinten Kräften den Kampf an.

Die Krebsforschung soll besonders in den Bereichen Prävention, Früherkennung, Diagnostik und innovative Therapien weiter gestärkt und zielgerichtet vorangetrieben werden.

Fast ein Drittel aller Neuerkrankungen im Jahr könnte mit einer gesünderen Lebensführung verhindert werden. Deswegen werden wir die Prävention verbessern. Dabei geht es einerseits darum, neue Maßnahmen zu entwickeln und bestehende besser zu implementieren und andererseits darum, das Bewusstsein dafür zu steigern, dass jeder selbst etwas tun kann, um sein Risiko zu senken, an Krebs zu erkranken.

Unser gemeinsames Ziel ist es, möglichst viele Krebsneuerkrankungen zu verhindern und die Früherkennung zu verbessern. Das Bundesforschungsministerium möchte zudem den Transfer von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis beschleunigen. Denn oftmals dauert es mehrere Jahre bis vielversprechende Therapien bei den Patientinnen und Patienten ankommen. Indem wir Forschung und Versorgung stärker vernetzen, ermöglichen wir, dass onkologische Praxen immer auf dem neuesten Wissensstand sind und umgekehrt die Erfahrungen aus der Praxis in die Forschung einfließen. Es geht darum, die Schnittstelle zwischen Spitzenforschung und Versorgung zu schließen. Deswegen möchten wir neben Heidelberg und Dresden weitere Standorte des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen errichten.

Mit der Dekade gegen Krebs etablieren wir eine neue Forschungskultur – wir werden Patientinnen und Patienten aktiv in den Forschungsprozess einbeziehen: Von der Entwicklung der Forschungsfrage über die Teilhabe an der Forschung selbst bis hin zur Verbreitung der Ergebnisse. In einem ersten Schritt fördert das Bundesforschungsministerium praxisverändernde klinische Studien zur Prävention, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen. Hierfür werden im Rahmen der Dekade bis zu 62 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Wer in Deutschland an Krebs erkrankt, der soll wissen, dass er in keinem anderen Land der Welt bessere Heilungschancen hätte; dass es in keinem Land der Welt bessere Therapiemöglichkeiten oder eine bessere und umfassendere Pflege gibt. Dieses Ziel wollen wir in zehn Jahren erreichen.

Sehr geehrter Herr Müller, ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Einblick in die umfangreichen Maßnahmen der Bundesregierung, um Krebserkrankungen zu reduzieren, verschaffen. Weitere Informationen finden Sie unter dem speziell für diesen komplexen Themenbereich geschaffenen Informationsportal www.dekade-gegen-krebs.de.

Nochmals danke ich Ihnen für Ihre Anfrage und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Dr. Jan-Marco Luczak