Ingo Voht
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Frage von Michael P. •

Frage an Ingo Voht von Michael P. bezüglich Arbeit und Beschäftigung

Sehr geehrter Herr Voht,

die Bundestagswahlen stehen an und dazu bewegt mich ein Thema besonders.

Seit 2016 bin ich selbstständiger Handelsvertreter in der Modebranche und habe mich frühzeitig mit der Sozialversicherungsanstalt an meinem damaligen Wohnort, Nähe Trier, auseinandergesetzt. In einem ersten Beratungsgespräch mit einer Angestellten der SVA wurde mir gleich "angedroht", mit nur einem Vertraggeber, ein Scheinselbstständiger zu sein. Obwohl ich die Dame darüber informierte, keinerlei Vorgaben des Vertraggebers zu erhalten, eine hohe Gebietsübernahmesumme zahlen zu müssen und gute Vorsorgen getroffen zu haben, wurden mir hohe Nachzahlungen der Rentenkasse angedroht. Auch interessierte es nicht, dass ich bereits über 32 Jahre Beiträge gezahlt habe.
Nun möchte ich gerne wissen wie Ihre Partei mit diesem Thema umgeht? Soll diese Hexenjagd weitergehen, obwohl viele Selbstständige bereits gute, anderweitige Altersvorsorgen getroffen haben (Rücklagen, Immobilien, Versicherungen)?
Bitte geben Sie mir dazu wirklich detaillierte Informationen und nicht die sonst so oft üblichen "allgemeinen" Auskünfte.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Plohmann

P.S.: Immer wieder werden genau die Fälle in der Presse erwähnt, die keine Vorsorge getroffen haben. Das ärgert mich maßlos.

Ingo Voht
Antwort von
FREIE WÄHLER

Sehr geehrter Herr P.,

vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an unserer Position. Ich bin weder Anwalt noch Steuerberater, sondern selbständiger Handwerksmeister. Deswegen werde ich auf die juristische Bewertung ihres konkreten Falles verzichten und mich auf den politische Hintergrund beschränken.

Ich kann Ihnen versichern, dass meine Partei und ich eine große Sensibilität für das Thema haben und uns durchaus bekannt ist, dass der Kampf gegen die Scheinselbständigkeit teilweise auch die Falschen trifft. Deswegen haben wir diesen Aspekt auch in dem Abschnitt „Scheinselbständigkeit bekämpfen“ in unserem Wahlprogramm zur Bundestagswahl betont. Dort heißt es (S. 43):

„Scheinselbständigkeit ist unsolidarisch und muss bekämpft werden. Sozialversicherungsbeiträge zu umgehen, bedeutet unsere sozialen Sicherungssysteme zu schwächen und die Scheinselbständigen einem Altersarmutsrisiko auszusetzen. Wir wollen deshalb klare gesetzliche Regelungen und auch eine strengere und flächendeckendere Überprüfung. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass echte Selbständige und deren Auftraggeber durch neue Regelungen nicht verunsichert und mit in das Fadenkreuz genommen werden.“

Ich hoffe Ihnen damit einen Einblick in unsere Position gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Voht