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Holger Dremel
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Wird im kürzlich eingeführten Islamunterricht der Lebenslauf von Mohammed, evtl. im Vergleich zu Jesus, unterrichtet?

Im Religionsunterricht für Christen wird unter anderem der Lebenslauf des Religionsgründers Jesus eingehend beschrieben, der ja vorbildlicherweise gewaltfrei verlaufen ist. Stimmt es, dass der Lebenslauf des Religionsgründers des Islams, des Propheten Mohammed, geprägt ist durch Raubzüge, Morde und Vergewaltigungen und dass er eine 9jährige geheiratet hat? Wird das (natürlich nur wenn es Ihrer Meinung nach der Wahrheit entspricht) im kürzlich beschlossenen eingeführten Islamunterricht, im Vergleich zum Lebenslauf von Jesus, unterrichtet?

Frage von Johann S. am
MdL Holger Dremel
Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 9 Stunden

Sehr geehrter Herr S.,

der Islamunterricht in Bayern ist kein „klassischer“ konfessioneller Religionsunterricht, wie wir ihn aus unserer eigenen Schulzeit kennen. Ein solcher setzt nämlich die Vermittlung der Glaubenssätze der jeweiligen Religionsgemeinschaft als bestehende Wahrheiten voraus. Basierend auf der Werteorientierung des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung wird hier Wissen über die islamische Religion und die anderen Weltreligionen vermittelt. Dazu gehört sicher auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Leben des islamischen Religionsgründers.

Grund für die Einführung dieses neuen Wahlpflichtfachs ist, dass einige islamische Verbände ihren Mitgliedern und deren Kindern ein Menschen- und Gesellschaftsbild vermitteln, das mit den Vorstellungen unseres demokratischen und freiheitlichen Rechtsstaats in wichtigen Punkten nicht übereinstimmt. Mit dem islamischen Unterricht wird hier ein staatlich organisiertes und klar an den Werten des Grundgesetzes ausgerichtetes Angebot gemacht.

Das neue Wahlpflichtfach erfolgt unter bayerischer Schulaufsicht und damit auch nach bayerischen Regeln, da es in Deutschland für die verschiedenen islamischen Glaubensgruppen keine einheitlich verfasste Religionsgemeinschaft gibt, wie das etwa bei der katholischen oder evangelischen Kirche der Fall ist. Die Kirchen haben Einfluss auf den Religionsunterricht, beim bayerischen Islamunterricht haben dagegen Wissenschaftler und Pädagogen mit dem Ministerium den Lehrplan erstellt. Die Aufsicht über Lehrerausbildung und Unterricht hat allein der Staat. Dafür stehen bayernweit rund 100 entsprechend ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung. Diese müssen ein Staatsexamen oder ähnliche pädagogische Qualifikationen vorweisen. Der Einsatz von Imamen ist ausgeschlossen.

Ausdrückliches Ziel des Islamunterrichts ist es, einen Beitrag zur Integration zu leisten. Neben der Werteerziehung soll mit unserem staatlichen Angebot auch einer möglichen Radikalisierung vorgebeugt und ein Beitrag zum friedlichen Zusammenleben in unserem Land geleistet werden. Deshalb wird im Islamunterricht auch Wissen über andere Religionen wie vor allem das Christentum vermittelt, damit Schüler muslimischen Glaubens lernen, andere Religionen besser zu verstehen und zu akzeptieren.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Holger Dremel

Mitglied des Bayerischen Landtags

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