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Hiltrud Breyer
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Frage von Joachim H. •

Frage an Hiltrud Breyer von Joachim H. bezüglich Gesundheit

Sehr geehrte Frau Breyer,

stimmt es, dass als "externer Berater" der EFSA (Europäische Behörde
für Lebensmittelsicherheit) Andrew Cockburn, ehemaliger
wissenschaftlicher
Direktor von Monsanto fungiert?

Mit freundlichem Gruß
J. Hager

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Antwort von
Bündnis 90/Die Grünen

Sehr geehrter Herr Hager,

schon lange beobachte ich sehr kritisch die Aktivitäten der EFSA in bezug auf Risikoanalyse. Bis heute hat die EFSA jeden Gen-Mais positiv beurteilt und auch ihre sonstigen Stellungnahmen zu Gentechnik sind alle positiv. EFSA wischt in eklatanter Weise gentech-kritische Erkenntnisse der EU-Mitgliedsstaaten und Wissenschaftler vom Tisch und gibt selbst zu, dass sie sich bei ihren Beurteilungen rein auf die Daten der Industrie verlässt. Ankündigungen zur Reform der Risikoanalyse und zur besseren Transparenz gibt es viele - zuletzt haben die EU-Umweltminister im Dezember 2008 Verbesserungen beschlossen. Für mich sind das aber bisher mehr Lippenbekenntnisse als wirkliche Verbesserungen.

Das Problem der Interessensverflechtung beim EFSA GVO-Gremium ist nicht neu. Schon 2005 habe ich in einer parlamentarischen Anfrage die EU-Kommission auf die Interessenskonflikte von Wissenschaftlern des Gremiums hingewiesen, die z.T. in Werbevideos für die Biotech-Industrie aufgetreten sind und dies nicht in ihren Interessenserklärungen angegeben hatten.

Den Wortlaut meiner Anfrage finden Sie unter:
http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+WQ+E-2005-2556+0+DOC+XML+V0//DE&language=DE

Laut EFSA Website ist Herr Cockburn Mitglied des Gremiums für Kontaminierung der Lebensmittelkette sowie Mitglied in zwei Arbeitsgruppen des Gentech-Gremiums.

http://www.efsa.europa.eu/EFSA/efsa_locale-1178620753812_1178620801375.htm

Herr Cockburn gibt an, dass er Aktienoptionen von seiner früheren Tätigkeit bei Monsanto hat. Ich frage mich, wie dies mit der laut EU-Recht verlangten wissenschaftlichen Unabhängigkeit zusammengeht. Ich werde bei der EFSA nachhaken, ob sie dies nicht als Interessenskonflikt sieht, was es meiner Meinung nach ist.

Danke, dass Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben.

Beste Grüße,

Hiltrud Breyer