Liebe Frau Reichinnek, ich kann ihre Position zum Nordischen Modell leider nicht nachvollziehen. Könnten Sie mir dies bitte aus einer feministischen Perspektive erläutern?
Weit über 90% der Frauen in der Prostitution sind dort aus Armut und Zwang. Genaue Zahlen gibt es nicht, denn es handelt sich um ein großes Dunkelfeld.
Die Forderungen der Linken (Gesundheitsberatung u.a.) sind bereits umgesetzt,erreichen aber nur den geringsten Anteil der Frauen, die von sich sagen diese Tätigkeit selbstbestimmt durchzuführen.
Erkenntnisse aus Ländern in denen das Nordische Modell (Sexkaufverbot, Kriminalisierung der Freier) bereits umgesetzt ist zeigen, dass die geänderte Gesetzgebung den Anteil an gehandelten Frauen drastisch reduziert. Die Länder werden als Zielländer unattraktiv.
Außerdem ist Prostitution doch absolut unfeministisch, denn es hat nichts mit Selbstbestimmung zu tun, sondern mit Not und Erniedrigung. Die Frauen sind den Freiern schutzlos ausgeliefert. Es gibt keinen Beruf mit einem so hohen Gefahrenpotenzial körperliche und psychische Langzeitschäden zu erleiden (v.a. PTBS). Bitte, schauen sie auf dieses Thema nochmal drauf.

