Hartmut Koschyk
CSU
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Frage von Ebys Fpuarvqre an Hartmut Koschyk bezüglich Integration

# Integration 26. Juni. 2009 - 05:06

Sehr geehrter Herr Koschyk,

eben habe ich folgenden Artikel http://www.focus.de/politik/deutschland/islamkonferenz-schaeuble-lobt-fo... über das Thema Islamkonferenz gelesen.

In diesem Artikel werden Sie wie folgt zitiert "sprach sich für eine Fortsetzung aus. Es sei ein Erfolg, dass die Konferenz den Dialog des Staates mit dem Islam eröffnet habe, sagte der CSU-Politiker. „Ich plädiere dafür, dass dieser Weg nach den Wahlen im Herbst fortgesetzt wird.“ Zitat Ende

Meine Fragen dazu

Sehen Sie Deutschland in der Bringschuld, dass ausländische Mitbürger aus dem islamischen Kulturkreis sich hier integrieren?

Warum gibt es zur Islamkonferenz nicht auch parallel staatliche Konferenzen zum besseren Dialog mit gläubigen Juden, Orthodoxen Christlichen oder anderen Religionen wie den Shinto und Buddhismus?

Ist der Islam und die Sharia absolut kompatibel zum deutschen Grundgesetz?

Sehen sie die z.B vom niederländischen Politiker Geert Wilders propagierte Islamisierung der Gesellschaft ebenfalls als Bedrohung oder ist dies für sie ein Hirngespinst von hetzerischen Verschwörungstheoretikern? Quelle: http://www.focus.de/politik/ausland/geert-wilders_aid_267358.html

Als Teilnehmer der Islamkonfernez haben sie sich bestimmt ein wenig mit dem Islam beschäftigt. Haben Sie auch den Koran vollständig gelesen? Wenn ja, was halten sie von Koran Suren wie diese hier: Koran, Sure 5, Vers 51: O die ihr glaubt! Nehmet nicht die Juden und die Christen zu Freunden. Koran, Sure47, 4-5) "Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt; dann schnüret die Bande."

Von: Ebys Fpuarvqre

Antwort von Hartmut Koschyk (CSU) 29. Juni. 2009 - 12:04
Dauer bis zur Antwort: 3 Tage 6 Stunden

Sehr geehrter Herr Schneider,

auch wenn noch ein weiter Weg vor uns liegt, ist es ein Erfolg, dass die Deutsche Islamkonferenz den Dialog des Staates mit dem Islam eröffnet hat. Ich plädiere daher nach wie vor dafür, dass dieser Weg nach den Wahlen im Herbst fortgesetzt wird, so wie ich es in einem Interview gegenüber dem Online Magazin focus.de geäußert habe.

Ziel muss es aber sein, klare und verbindliche Grundlagen im Umgang mit dem Islam zu vereinbaren. Dazu hat die Deutsche Islamkonferenz schon einige gute Ergebnisse erzielt. Sie hat sich klar und deutlich zur deutschen Rechts- und Werteordnung auf der Basis des freiheitlichen demokratischen Rechtsstaates bekannt. Das ist das vielleicht wichtigste Zwischenergebnis dieses Dialogs.

Der Islam kann seinen Platz in Deutschland nur finden, wenn er sich integriert. Die Konferenz betont zu Recht, dass Integration vor allem auch eine Bringschuld der Muslime selbst ist. Ohne eigenes Zutun der Muslime kann Integration nicht gelingen.
Es gilt jetzt, den täglichen Umgang mit dem Islam im Alltag zu gestalten. Ein wichtiger Punkt ist dabei der islamische Religionsunterricht an öffentlichen Schulen. Unser Ziel ist es, islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache durch in Deutschland ausgebildete Lehrkräfte anzubieten.

Sehr geehrter Herr Schneider, bei der Fortsetzung des Dialogs muss klar sein, dass der Islam in Deutschland es selbst in der Hand hat, seine Stellung zu verbessern. Der Status einer Körperschaft des Öffentlichen Rechts ist und bleibt an die Erfüllung klarer Kriterien gebunden. Der Islam muss selbst die Frage seiner Verfasstheit in Deutschland klären. Politik und Gesellschaft können hier nur als beratende Dialogpartner zur Seite stehen.

Mit freundlichen Grüßen
Hartmut Koschyk MdB