Gudula Achterberg
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
100 %
/ 6 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Martin H. •

Wie soll die Verkehrswende funktionieren, wenn in der Realität jetzt schon Regionalzüge regelmäßig überfüllt sind?

Sehr geehrte Frau Achterberg,

ich war am 30.12.25 gegen 17:50 Uhr im RE 90 von Nürnberg nach Stuttgart in Baden Württemberg. Der Zug war komplett voll. Wie passt das mit der von den Grünen gewünschten Mobilitätswende zusammen? Es wurde von mehreren Menschen im Zug gesagt, man müsse sich wohl ein Auto anschaffen.

Viele Grüße

Martin H.

Antwort von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr H.,

vielen Dank für Ihre Frage und dafür, dass Sie sich mit Ihrem Anliegen an mich wenden. Die Stärkung des ÖPNV ist für uns Grüne im Landtag von Baden-Württemberg ein wichtiger Bestandteil der Verkehrswende. Deshalb unterstützen wir die Aufgabenträger dabei, den ÖPNV auszubauen und dessen Qualität zu verbessern. Ein Erfolgsmodell sind zum Beispiel die vom Land geförderten Regiobusse, die hochwertige Verbindungen im ländlichen Raum schaffen und Menschen aus Kommunen ohne Bahnanschluss zum nächsten Bahnhof bringen. Damit können Lücken im Schienennetz geschlossen werden.

Auch beim schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehr nimmt das Land seine Aufgaben ernst. Eine Lösung für das von Ihnen beschriebene Problem ist das Land bereits 2022 angegangen, indem es über eine landeseigene Gesellschaft 130 neue Doppelstockzüge bestellt hat. Leider liefert das Unternehmen die Züge nicht pünktlich aus. Zwar werden inzwischen die ersten Fahrzeuge geliefert, ursprünglich war jedoch vorgesehen, dass bis Dezember 2025 bereits 80 Züge zur Verfügung stehen. Bislang sind jedoch lediglich 14 Züge ausgeliefert worden.

Ich kann Ihren Unmut gut nachvollziehen. Ich selbst bin ebenfalls regelmäßig im Land mit dem Zug unterwegs und erlebe die Unannehmlichkeiten, wenn ein Zug mit weniger Wagen als geplant in den Bahnhof einfährt. Erschwerend kommt derzeit hinzu, dass viele Züge mit digitaler Technik für den neuen Bahnhof in Stuttgart ausgerüstet werden und dadurch auch auf anderen Strecken vorübergehend Zugmaterial fehlen kann.

Sehr geehrter Herr H., mir ist bewusst, dass Ihnen diese Ausführungen aktuell nur begrenzt weiterhelfen. Dennoch hoffe ich, dass Sie nachvollziehen können, dass rechtzeitig an Lösungen gearbeitet wurde und niemand ein Interesse daran hat, dass es zu solchen Situationen im Zugverkehr kommt.

Mit freundlichen Grüßen
Gudula Achterberg

Was möchten Sie wissen von:
Gudula Achterberg
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Weitere Fragen an Gudula Achterberg