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Gisela Hinnemann
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Frage an Gisela Hinnemann von Hans-Heiner K. bezüglich Umwelt

Sehr geehrte Frau Hinnemann,

wie Sie ja schon wissen, plant die Steag/Evonik im Süden Voerdes einen neuen Kohlehafen zu errichten. Dazu müsste der Regionalplan geändert werden, der dieses Gebiet derzeit als regionalen Grünzug ausweist.
Gegen diese Änderungswünsche der Steag/Evonik haben alle Nachbarkommunen (Wesel, Dinslaken, Duisburg), der Kreis Wesel, der Nabu und der BUND, sowie mehr als 1000 Bürger beim Regionalrat große Bedenken angemeldet.

Dieser Hafen soll die doppelte Umschlagskapazität gegenüber heute (statt 3,5 Mill to/Jahr ca 7, 5 Mill to/Jahr) erhalten, obwohl die Steag/Evonik beteuert, die derzeitige Gesamtkapazität des Kraftwerkes nicht erhöhen zu wollen.(Nach dem "Städtebaulichen Vertrag" zwischen der Stadt Voerde und der Steag ist ein Kapazitäterweiterung auch nur mit Zustimmung der Stadt möglich.)

Andererseits wäre es möglich, einen Parallellhafen direkt am Rheinufer in Höhe des Kraftwerkes zu bauen. Dadurch ließe sich der Flächenverbrauch minimieren und auch der Erholungswert entlang des Rheinufers bliebe erhalten, zumal fast genau an der von der Steag/Evonik favorisierten Stelle die neue naturnahe Emschermündung geplant ist.
Diese Planung hat in den letzten 20 Jahren schon Millionen Euro verschlungen und würde durch den Bau des Kohlehafens konterkarriert.

Sehr geehrte Frau Hinnemann, ich frage Sie als meine derzeitige und zukünftige? Vertreterin im Landtag:
sollte man ohne Rücksicht auf Natur und Mensch dem Verlangen der Steag nachgeben, wohl wissend, dass - nach Berechnungen des Fraunhoferinstitutes - in etwa 20 Jahren die Hälfte der Kohlekraftwerke überflüssig sein werden, weil sie durch erneuerbare Energieen ersetzt werden können.
Wie stehen Sie zu dem drohenden fatalen Eingriff in die Natur ?

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Heiner Kampen

Frage von Hans-Heiner K. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 2 Wochen 2 Tage

Sehr geehrter Herr Kampen,

bezüglich Ihrer Anfrage ist generell erst einmal festzuhalten, dass im Anschluss an die Problematik des Kraftwerks Datteln bei allen Projekten sehr genau hingeschaut wird und jedwede Eingriffe in die Natur scharf geprüft werden. Im vorliegenden Fall ist der Abschluss der Untersuchungen wohl frühestens im Herbst dieses Jahres zu erwarten. Somit werden weitere Entscheidungen im Hinblick auf den in Voerde geplanten Kohlehafen frühestens ab diesem Zeitpunkt möglich sein.

Persönlich bin ich entschieden dagegen, dass die bisher beschlossenen Maßnahmen und Investitionen in den Bereichen Landschaftsschutz und landschaftsorientierte Erholung revidiert werden. Beispielweise lege ich größten Wert darauf, dass der vorhandene Radweg erhalten bleibt.
Auf der anderen Seite gilt es natürlich auch, die wirtschaftlichen Belange zu berücksichtigen: Es ist dafür Sorge zu tragen, dass das vorhandene Kohlekraftwerk als gegenwärtig und zukünftig wichtiger Teil der zur Deckung des Energiebedarfes eingesetzten Vielfalt von Energieträgern ökonomisch arbeiten kann. Daher werde ich mich für einen Kompromiss stark machen, mit dem alle Beteiligten zufrieden sein können. Dabei ist es meiner Ansicht nach durchaus eine Alternative, einen Parallelhafen am Rheinufer in Höhe des Kraftwerkes zu positionieren. Wenigstens gilt es zu überprüfen, ob diese Möglichkeit umzusetzen wäre und auch für das Unternehmen eine sinnvolle Lösung darstellt.
Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort weitergeholfen zu haben und stehe für Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Gisela Hinnemann MdL