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Franziska Brantner
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Frage von Andreas K. •

Werden sich die Grünen neu zum Thema Geoengineering i. S. einer umweltakzeptablen Kohlendioxidentfernung sowie als Notlösung auch eines Strahlungsmanagements positionieren?

Werte Frau Dr. Brantner, an Stelle von 100-Milliarden-Schuldenprogrammen sähe ich eigentlich gern nur sukzessive Preissteigerungen für Umweltverbrauch, Müllentstehung und Treibhausgase umgesetzt, damit sich eine ökologisch gerechte Wirtschaft entwickeln kann. Aber die globale Lage ist dermaßen brisant, dass die Grünen und die UN -solitär ebenfalls kritische- CDR/SRM-Programme entwickeln sollten. Viele globale Trendindikatoren stehen auf rot, neue Überschreitungen kommen hinzu. Der deutsche Erdüberlastungstag hat sich seit 2010 von je Anfang August nach Mai verschoben. Ab Mitte des 21. Jh. könnte gemäß internationaler Forschung Milliarden Menschen die Existenzgrundlage durch Kaskadeneffekte entzogen werden, d.h. diese könnten sterben oder flüchten müssen und -sogar- derzeit Lebende könnten dies miterleben. MPI-M, GEOMAR und RIFS sollten für neue politsche Setzungen mitwirken (dürfen).

Welche Partei(en), welche Akteure sollen für diese Leerstelle ansonsten künftig Maßnahmen durchsetzen?

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Antwort von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr K.,

vielen Dank für Ihre Nachricht! Die von Ihnen beschriebenen Entwicklungen - vom immer früheren Erdüberlastungstag bis zu den Risiken globaler Kaskadeneffekte - zeigen, wie ernst die Situation ist. Genau deshalb ist Klimaschutz für uns Grüne kein Randthema, sondern Kern unserer politischen Arbeit.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir der Klimakrise nur durch neue Technologien und kluge politische Rahmenbedingungen entgegenwirken können. Ein CO₂-Preis gehört dazu, ebenso Investitionen und klare Regeln, die den Umstieg auf klimaneutrale Lösungen ermöglichen und sozial absichern. Klimaschutz funktioniert nur, wenn er gerecht gestaltet ist.

Der Schwerpunkt muss auf der Reduktion von Emissionen liegen. Technische Verfahren zur CO₂-Abscheidung können dort sinnvoll sein, wo Emissionen nach heutigem Stand kaum vermeidbar sind. Sie sind aber kein Ersatz für konsequente Emissionsvermeidung und dürfen nicht als Ausrede dienen, notwendige Veränderungen aufzuschieben.

Mir ist wichtig, dass wir diese Fragen offen und wissenschaftlich fundiert diskutieren und dabei heute Verantwortung übernehmen, statt Risiken auf künftige Generationen zu verlagern. 

Mit freundlichen Grüßen
Franziska Brantner

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