Guten Tag Herr Freymark, Warum beschließen die Abgeordneten kein Moratorium für das SEZ, so dass eine breite Bürgerbeteiligung ermöglicht wird?
Der Bezirk Friedrichshain hat schon heute eine der höchsten Einwohnerdichten in ganz Europa und ist bei der sozialen Infrastruktur unterversorgt. Zusätzlicher Wohnungsbau an dieser Stelle verschärft dieses Defizit. Eine zusätzliche Verdichtung durch Wohnungsbau ist auf dem Gelände des Volksparks nicht sinnvoll.
Der Abriss des SEZ ist mit enormen Kosten und der Vernichtung bestehender baulicher Ressourcen verbunden. Abriss und Neubau führen zu einem hohen ökologischen Fußabdruck und sind mit Berlins Klimazielen nicht vereinbar.
Für ein Projekt von dieser Bedeutung braucht es Transparenz, einen offenen Dialog und eine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage. Bürgerbeteiligung sollte dabei frühzeitig und ernsthaft stattfinden – gleichzeitig müssen wir als Politik auch unserer Verantwortung gerecht werden und am Ende eine tragfähige Entscheidung treffen. Persönlich verbinde ich viele schöne Erinnerungen mit dem SEZ. Zudem habe ich aus der Perspektive eines Umweltpolitikers Sympathien für die Frage, wie wir mehr Naherholung schaffen können. Dass diese Fläche dafür geeignet wäre, ist unzweifelhaft, zugleich fehlt Wohnraum. Vermutlich deswegen wurde schon vor Jahren unter anderen Parteien (Linke, SPD, Grüne) in der Regierung die Planung für den Wohnungsbau vorangebracht.

