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Daniel Gritz
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Frage von Patrick H. •

Frage an Daniel Gritz von Patrick H. bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

Sehr geehrter Herr Gritz,

Sie gehören zu den 23 neugewählten Abgeordneten der Bürgerschaft, die ihr gewonnenes Mandat auch dem neuen Wahlrecht zu verdanken haben (insofern Sie bei „starren“ Landes- oder Wahlkreislisten nicht zum Zuge gekommen wären).

Zu Ihrer Wahl gratuliere ich Ihnen sehr herzlich!

Ich darf mich kurz vorstellen: Mein Name ist Dr. Patrick Horst, ich bin Politikwissenschaftler (wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl für Politikwissenschaft der Universität Passau, Lehrbeauftragter in Hamburg) und befasse mich intensiver mit dem neuen Hamburger Wahlrecht. Dazu habe ich mir gedacht, über „abgeordnetenwatch.de“ eine kleine Umfrage unter den 23 „Nutznießern“ des neuen Wahlrechts bei der diesjährigen Bürgerschaftswahl zu machen. Um Ihre Zeit nicht über Gebühr zu beanspruchen, beschränke ich mich auf eine Frage mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten.

Sie lautet:

Auf welche Faktoren führen Sie Ihren Wahlerfolg hauptsächlich zurück?
(bitte maximal drei einschließlich sonstiger Faktoren nennen!)

? engagierter persönlicher Wahlkampf

? Unbeliebtheit eines aussichtsreichen Mitbewerbers

? überdurchschnittlicher Bekanntheitsgrad aufgrund ________________________________

? überdurchschnittliche soziale Vernetzung durch __________________________________

? besonderes soziales Merkmal (z.B. Alter, Geschlecht, Beruf, Wohnort, ethnische bzw. religiöse Zugehörigkeit): _______________________________________________________

? Landeslistenposition 31

? Zufall

? kann ich mir nicht erklären

? Sonstiges: ________________________________________________________________

Vielen Dank für Ihre Kooperation!

Mit freundlichen Grüßen
gez. Dr. Patrick Horst

Portrait von Daniel Gritz
Antwort von
SPD

Lieber Herr Doktor Horst,

zunächst mal möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen, dass Sie einen derart von mir vernachlässigten Auftritt bei abgeordnetenwatch.de von mir vorgefunden haben. Während der Wahlkampfzeit hatte ich keine Lust, bei einem äußerst unwahrscheinlichen Einzug in die Bürgerschaft bis zu 180 Euro zu zahlen, damit ich ein Foto auf abgeordnetenwatch.de hochladen und ein paar persönliche Angaben machen konnte. Wie hier mit dem Interesse der Mitbewerberinnen und Mitbewerber umgegangen worden ist, sich ordentlich der Öffentlichkeit zu präsentieren, das fand ich nicht okay.

Es gab dann zwar auch Rabatt-Aktionen für, ich glaube, 150 Euro, aber Sie müssen sich ja vorstellen, das war der Preis nicht nur für die 121 Abgeordneten, die jetzt in die Bürgerschaft eingezogen sind, sondern für alle Kandidierenden. Und zumindest die großen Parteien haben alle ihre theoretisch möglichen Wahlkreisplätze in den Listen doppelt besetzt. Ich bin sicher, es gibt bei abgeordnetenwatch.de eine Übersicht, wie viele Bürgerschaftskandidierenden es insgesamt gab und wie viele sich davon einen besseren Auftritt erkauft haben - übrigens ein recht us-amerikanisches Prinzip.

Außerdem hoffe ich sehr, dass all das Geld, das da generiert wurde, einem guten Zweck oder wenigstens irgendetwas Nützlichem zugute kommt. Etwas von nachhaltigem Erkenntniswert. Ich bin zuversichtlich, das kann man auf abgeordnetenwatch.de sicher auch nachlesen.

Diejenigen, die jetzt 150 bis 180 Euro in sechs Wochen vermeintliche öffentliche Wahrnehmung investiert haben und am Ende doch nicht gewählt worden sind, werden sich verständlicher Weise trotzdem ärgern. Wie viele das wohl sind? Das lässt sich gewiss ebenfalls recherchieren. Vielleicht bekommen sie ihre Investition aber auch erstattet. Ich habe mich hier nicht informiert und tue der Idee, die dahinter steckt, möglicherweise Unrecht.

Jedenfalls gelobe ich Besserung und werde meinen Auftritt bei abgeordnetenwatch.de in naher Zukunft vervollständigen. Zurzeit gehen die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger - so wie Ihres - und meine Arbeit außerhalb des Parlamentes jedoch vor!

Und damit endlich zur Ihrer Frage, die ich Ihnen gern seriös beantworten möchte. Ein Multiple-Choice-Verfahren halte ich dafür allerdings für nicht geeignet. Ich schlage Ihnen vor, dass abgeordnetenwatch.de einen Kontakt zwischen uns vermittelt. Gern komme ich dann bei Ihnen an Ihrem Institut vorbei. Sie schreiben mir ja, dass Sie zurzeit einen Lehrauftrag in Hamburg haben.

Ich halte dies für den dem komplexen Thema ´neues Wahlrecht in Hamburg´ angemessen Weg. Sie können mir dann bei diesem Gespräch bitte auch erläutern, ob meine Antwort in eine wissenschaftliche Arbeit einfließt und wenn ja in welcher Form. Da Sie es hinbekommen haben, sich in Ihrer Frage wesentlich kürzer zu fassen als ich in meiner Antwort, fiel diese für mich wesentliche Information leider hinten runter.

Wenn wir diese und alle anderen Fragen geklärt haben, bin ich hinterher auch gern bereit, die Antworten über das Portal abgeordnetenwatch.de öffentlich ins Netz zu stellen, wenn daran jemand interessiert ist.

In der Hoffnung darauf, Ihre Fragen demnächst bei einem Treffen in der Uni zu beantworten und mit meinem Beitrag hier jetzt nicht bei den das Portal abgeordnetenwatch.de unterstützenden Medien-Unternehmen und -Anstalten für alle Zeiten in Verschiss zu geraten, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Ihr Daniel Gritz

Portrait von Daniel Gritz
Antwort von
SPD

Lieber Herr Doktor Horst,

mal sehen, ob es die Regularien von abgeordnetenwatch.de zulassen, dass ich Ihnen eine zweite Antwort auf Ihre eine Frage gebe. Ansonsten müssten die Administratoren von abgeordnetenwatch.de bitte eine weitere Frage von jenem anderen Herrn zulassen, die aufgrund des Regelwerkes gesperrt wurde und dann diese Antwort auf jene Frage beziehen. So wäre Ihnen beiden gedient. Diesen weiteren Herrn darf ich hier natürlich namentlich nicht ansprechen, weil ich nicht weiß, ob seine Frage nachträglich veröffentlicht werden darf. Von meiner Seite aus wäre es okay, und ich grüße ihn hiermit freundlich.

Also, per Multiple Choice geht es zwar so nicht, aber einige Kollegen Abgeordnete haben Ihnen ja in gebundener Form geantwortet. Dann kann ich mir ja ein Beispiel daran nehmen und es ebenso tun:

1. In der Tat habe ich als Chef-Plakatekleber meines SPD-Ortsvereins einen engagierten Wahlkampf geführt, aber nicht persönlich für mich, sondern vor allem für die in meiner SPD-Wahlkreisliste beiden Erstplatzierten. Ferner für alle SPD-Bezirkskandidierenden des Wahlkreises und der Bezirksliste.

2. Bekanntheitsgrad ja, durch Engagement gegen den durch die Güterumgehungsbahn verursachten Schienenlärm. Das kann aber nicht Hauptgrund gewesen sein, denn ein Mitbewerber war dafür mindestens genauso bekannt. Nicht nur für dieses Engagement schätze ich ihn auch sehr.

3. Meine ehemalige Nachbarschaft im Wahlkreis steht mir sehr nahe. Ich bin wegen des Eigenbedarfs meines Ex-Vermieters 2008 umgezogen. Wenn man sich jedoch die Ergebnisse der einzelnen Wahllokale ansieht, habe ich aber auch in meiner "neuen" Nachbarschaft gepunktet, obwohl ich dort nicht so bekannt bin.

4. Alles andere ist leider Spekulation.

In der Hoffnung, dass Ihnen dadurch gedient ist und auch dem Herrn, dessen Anmerkung aufgrund des Regelwerks nicht zugelassen wurde, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Ihr Daniel Gritz

PS.: abgeordnetenwatch.de hat Recht: Inzwischen ist das Einstellen eines Fotos kostenlos. Das war es im Wahlkampf allerdings nicht (nur möglich im Zusammenhang mit dem 179-/149-Euro-Paket). Aber inzwischen haben abgeordnetenwatch.de und ich uns ganz doll lieb. Insofern von meiner Seite aus Schwamm drüber!