Burkhardt Müller-Sönksen
FDP
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Frage von Uryran Crygbara an Burkhardt Müller-Sönksen bezüglich Frauen

# Frauen 23. Nov. 2012 - 09:21

Sehr geehrter Herr Müller-Sönksen,

in der deutschen Wirtschaft haben es die Unternehmen - trotz jahrzehntlanger Bemühungen von Frauen und trotz entsprechender Lippenbekenntnisse der Unternehmensführungen - nicht geschafft, Führungspositionen mit Frauen zu besetzen und, als natürliche Folge davon, in ihre Aufsichtsräte zu wählen. Meines Erachtens ist dies nach all diesen Jahren geradezu skandalös.

Die Erfahrung zeigt allzu deutlich, dass sich daran auf freiwilliger Basis nur marginal etwas ändern wird, dass also ein politischer Druck erforderlich ist. Aus der EU ist dieser politischer Druck nun endlich zu erwarten, was ich nur begrüssen kann.

Ich möchte von Ihnen wissen, wie Sie zu der Forderung stehen, eine Frauenquote von mindestens 40 % in den Aufsichtsräten bis 2020 zu erreichen (bzw Genderquote, falls sich Männer plötzlich bedroht fühlen sollten). Werden Sie dies unterstützen ?

Von: Uryran Crygbara

Antwort von Burkhardt Müller-Sönksen (FDP)

Sehr geehrte Frau Peltonen,

vielen Dank für Ihre Zuschrift!

Ich teile Ihre Auffassung, dass wir aktuell viel zu wenig Frauen in Führungspositionen in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft haben.

Aus meiner Sicht leistet die Einführung einer Quote jedoch keinen wirklichen Beitrag zur Behebung aktueller Probleme bei der Gleichstellung, sondern formuliert viel mehr ein gewünschtes Ziel.

Für mich ist entscheidend, dass Politiker beiderlei Geschlechts sich in ihren Themenbereichen konkret für die Gleichstellung einsetzen.

In der Bundeswehr gibt es beispielsweise seit vielen Jahren eine Frauenquote von 15%. Diese Quote wird jedoch jedes Jahr von Neuem nicht erreicht, da die Arbeitsbedingungen für die Soldatinnen und Soldaten mit Familienpflichten nicht attraktiv sind.

Ich habe mich daher erfolgreich als Mitglied des Verteidigungsausschusses dafür engagiert, dass konkrete Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Dienst und Familie ergriffen wurden. Dies sind beispielsweise die Einrichtung von Betriebs-KiTas, Eltern-Kind-Arbeitszimmer und flexible familienfreundliche Arbeitszeiten.

Ganz aktuell arbeiten wir an einer Änderung des Soldatinnen- und Soldatengleichstellungsgesetzes, damit die Strukturreform der Streitkräfte auch dazu genutzt wird, die überalterten Strukturen zu modernisieren.

Aus meiner Sicht bringt uns diese sachorientierte Arbeit über alle Politikbereiche hinweg weiter, als die reine Fokussierung auf eine Quote.

Mit freundlichen Grüßen,

Burkhardt Müller-Sönksen, MdB