Birgit Haas
SPD

Frage an Birgit Haas von Ryvfnorgu Oeöfxnzc

10. März 2016 - 15:08

Sehr geehrte Frau Haas,
wie stehen Sie persönlich zu den Windenergieplanungen auf dem Asberg / VG Unkel?
MfG
Ryvfnorgu Oeöfxnzc

Frage von Ryvfnorgu Oeöfxnzc
Antwort von Birgit Haas
12. März 2016 - 06:26
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 15 Stunden

Sehr geehrte Frau Oeöfxnzc,

von den einst 16 geplanten Windrädern auf dem Asberg sind gemäß Gutachten noch 5 übrig geblieben. Weil seltene und sogar bedrohte Tierarten auf dem Asberg gefunden wurden, hat sich nach Gutachtereinschätzung die für einen Windpark geeignete Fläche stark reduziert. Nach Darstellung der Experten ist zwar ein Windpark möglich. Nach meiner Meinung sollte jedoch nur dort auch WEA errichtet werden, wo es auch Sinn macht und der Umweltverträglichkeit nicht entgegen steht. Wir sollten noch mehr nach alternativen Möglichkeiten suchen. Bereits in den Gemeinden im großem Umfang Energieeffizienz und Erneuerbare Energien einsetzen, um fossile Energieträger zu verdrängen. Ich habe z.B. kürzlich im Energieausschuss einen Vortrag der Bürgerenergiegenossenschaft Neue Energie Bendorf eG gehört, die 10 Micro-Strömungsturbinen vor der Insel Niederwerth in Betrieb zu nehmen möchte. Die Energie Bendorf eG hat erläutert, dass Zeichen des Klimaschutzes die Reduktion des CO2-Ausstoßes von größter Bedeutung sei. Dem trage der Kreis Mayen-Koblenz durch die Erstellung des Klimaschutz-Planes Rechnung. Klassische Wasserkraftwerke nutzen den Höhenunterschied (potenzielle Energie) des Wassers, dazu benötigen sie einen Staudamm oder ein Wehr, womit das Wasser aufgestaut wird. Dieser Aufstau bewirkt, dass sich die Gewässereigenschaften ändern und die Durchgängigkeit für Fische und andere Lebewesen sowie für Geschiebe eingeschränkt wird. Zwar gibt es heute mit modern gestalteten Fischaufstiegen sowie mit entsprechenden Fischabstiegen durchaus Lösungen, eine hohe Fischpassierbarkeit ohne Schädigung zu erreichen, dennoch gibt es sensible Gewässer, an denen ein Neubau einer konventionellen Wasserkraftanlage nicht genehmigungsfähig ist. Dies gilt zum Beispiel für viele Flüsse in Deutschland, wo der Bau einer klassischen Wasserkraftanlage ein nicht akzeptierter Eingriff in die Natur darstellen wurde. Diese Flüsse weisen aber oft eine relativ hohe Strömungsgeschwindigkeit auf. Deshalb können hier idealerweise Strömungsturbinen eingesetzt werden, die die kinetische Energie des Flusses ohne Aufstau ausnutzen. Zwar ist die Leistungsausbeute solcher Strömungsturbinen bauartbedingt deutlich geringer als bei klassischen Wasserkraftanlagen mit Aufstau, dennoch besteht an großen Flüssen ein erhebliches Potenzial für kinetische Turbinen. Eine gute Idee, die uns auf unserem Weg ein Stück weiter bringt, wie ich finde.

Mit freundlichen Grüßen

Birgit Haas