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Arne Gericke
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Frage an Arne Gericke von Jörg H. bezüglich Umwelt

Sehr geehrter Herr Gericke,

kürzlich wurde ich auf eine Karte des Umweltbundesamtes bezüglich der Nitratbelastung des Grundwasserkörpers aufmerksam. Zu meinem Erschrecken stellte ich fest, dass weite Teile Rügens ein sehr hoch belastetes Grundwasser haben. Meine Fragen: Kennen Sie die Karte bzw. diesen Missstand? Wissen Sie, welche landwirtschaftlichen Betriebe die Hauptverursacher dafür sind? Und drittens: Werden aktuell Maßnahmen ergriffen, um die Belastung des Grundwassers zu verringern und für eine verbesserte Qualität zu sorgen. Vielen Dank im voraus. Jörg Handrock

Frage von Jörg H. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 3 Wochen 3 Tage

Sehr geehrter Herr H.,

Es ist bekannt, dass Deutschland bei der Bewertung seines Grundwassers schlecht abschneidet. Es hat einen hohen Nitratgehalt. Das Problem liegt vor allem darin begründet, dass die landwirtschaftliche Düngung über Gülle erfolgt - das Nitrat kann nur für eine begrenzte Zeit vom Boden genommen werden, der Rest sickert in das Grundwasser.
Die EU regelt die Qualität des Grundwassers durch die Nitratrichtlinie. Nach dieser Richtlinie sind alle EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, bis 2015 über den Zustand ihres Grundwassers zu berichten. Deutschland erst im Jahr 2017 Bericht erstattet, woraufhin die Europäische Kommission Deutschland vor Gericht bringt und der Europäische Gerichtshof entscheidet, dass Deutschland gegen die EU-Nitratrichtlinie verstößt und schon seit langem strengere Maßnahmen zum Schutz seiner Gewässer hätte ergreifen sollen.
Jetzt arbeitet die Regierung an einer neuen Düngemittelverordnung.
Leider bewegen sich Nitrate im Allgemeinen im Boden und im Grundwasser relativ langsam: Zwischen der Verschmutzungsaktivität und dem Nachweis der Schadstoffe im Grundwasser liegt eine Zeitverzögerung von etwa 20 Jahren, so dass die Verbesserung der landwirtschaftlichen Praktiken nun eine erhebliche Zeit in Anspruch nehmen wird, um eine Verbesserung des Grundwassers zu zeigen.

Mit freundlichen Grüßen,

Arne Gericke MdEP
Europaabgeordneter von Bündnis C