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Andreas Paul
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Frage von Petra W. •

Welches Recht haben Rutte/Trump überhaupt auch nur in Erwägung zu ziehen, die gesamte, nicht ihnen gehörende, Arktis "abzusichern"? Sprechen die auch für Deutschland?

Sehr geehrter Herr Paul,
eine Frage an Sie, als Mitglied des Verteidigungsausschuss.
Ich lese doch tatsächlich etwas, was auf mich gefährlich und bewusst provozierend wirkt:
"...Rutte und er (Trump) hätten Wege besprochen, wie die Nato die gesamte Arktis absichern könne und dafür einen „Rahmen für ein zukünftiges Abkommen“ vereinbart. Die Details der Vereinbarung waren zunächst allerdings unklar"
https://de.yahoo.com/nachrichten/haben-klare-rote-linie-ansage-105153175.html
1. Bitte erklären Sie mir, ob die gesamte Arktis von den NATO Staaten beansprucht wird, oder auf welcher rechtlichen Grundlage die NATO die gesamte Arktis "absichern" will?
2. Wie würden Sie und die AFD reagieren,wenn Russland oder China verlautbaren würden, die gesamte, nicht ihnen gehörende, Arktis gegen die NATO "abzusichern"?

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Antwort von AfD

Sehr geehrte Frau W.

eine Absicherung eines Gebietes ist das eine, einen Gebietsanspruch zu erheben etwas anderes. 

Russland erhöht bereits seit Jahren seine mil tärische Präsenz in der Arktis. Dies darf man als Nato nicht blauäugig ignorieren.

1. Reaktivierung und Ausbau von Stützpunkten

Russland hat in den letzten Jahren über 50 Militärstützpunkte aus der Sowjetzeit reaktiviert. Aktuelle Satellitenbilder und Berichte von Anfang 2026 bestätigen diesen Trend:

Nagurskoje (Franz-Josef-Land): Dieser nördlichste Außenposten wurde massiv ausgebaut. Die Landebahn wurde auf über 3.500 Meter verlängert und befestigt, was sie für strategische Bomber (wie die Tu-160) und schwere Transportmaschinen ganzjährig nutzbar macht.

Temp Air Base (Kotelny-Insel): Satellitenbilder vom Juli 2024 und Updates aus 2025 zeigen eine neu asphaltierte Landebahn und moderne Infrastruktur für das Bastion-Küstenverteidigungssystem sowie S-400-Flugabwehrsysteme.

Petrosawodsk & Kandalakscha: In Grenznähe zu Finnland (NATO-Ostflanke) wurden ehemals eingemottete Kasernen reaktiviert, um das neue 44. Armeekorps unterzubringen. Dies ist eine direkte Reaktion auf den NATO-Beitritt Finnlands.

2. Dominanz durch die Eisbrecherflotte

Russland nutzt seine technologische Führung bei nuklearen Eisbrechern, um die Nordostpassage (NSR) als nationales Gewässer zu kontrollieren:

Projekt 22220 (Arktika-Klasse): Russland hat bereits mehrere nuklearbetriebene Eisbrecher (u. a. Arktika, Sibir, Ural) im Einsatz. Im November 2025 wurde das siebte Schiff dieser Klasse, die Stalingrad, auf Kiel gelegt.

Ganzjährige Navigation: Im Januar 2026 demonstrierte Russland mit dem Gastanker Alexey Kosygin (Arc7-Klasse), dass es die Route auch im tiefsten Winter ohne ständige Hilfe durchbrechen kann – ein Beweis für die technologische Autonomie trotz westlicher Sanktionen.

3. Militärische Übungen und Hybrid-Aktivitäten

Die Intensität der Operationen hat qualitativ und quantitativ zugenommen:

Zapad-2025: Während dieser Großübung sperrte Russland weite Teile der Barentssee (inklusive Teilen der norwegischen Wirtschaftszone) für Marschflugkörpertests ab.

Unterwasser-Infrastruktur: Organisationen wie das CSIS (Center for Strategic and International Studies) warnen vor dem russischen Programm zur "Unterseekriegsführung". Russische Forschungsschiffe werden regelmäßig in der Nähe von transatlantischen Datenkabeln und Windparks in der Arktis gesichtet (oft als „Forschung“ getarnt)

In diesem Zusammenhang empfinde ich die Absicherung nicht als übertriebene Aktion.

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