Einsatz für Dresden
Albrecht Pallas
SPD

Frage an Albrecht Pallas von Pnebyvar Hatre bezüglich Bildung und Erziehung

29. Juli 2009 - 21:05

Hallo Herr Pallas,

die SPD wirbt ja schon länger für die Gemeinschaftsschule.
Was genau wären denn die Vorteile dieser Schulart?
Es gibt ja in Sachsen auch schon Gemeinschaftsschulen, welche Erfahrungen hat man dort gemacht?

Danke für Ihre Antwort!

Caroline Unger

Frage von Pnebyvar Hatre
Antwort von Albrecht Pallas
31. Juli 2009 - 09:30
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 12 Stunden

Sehr geehrte Frau Unger,

vielen Dank für Ihre Frage.
Ihre erste Frage bezog sich auf unser Gemeinschaftsschulmodell im allgemeinen. Tatsächlich ist die Forderung der SPD nach einer Schulreform hin zur Gemeinschaftsschule als Regelschule eine unserer wichtigsten Positionen. Gute Bildung ist für uns der Schlüssel zu Chancengerechtigkeit für alle Bevölkerungsgruppen. Schule sollte demokratisch und solidarisch sein und muss Kinder individuell fördern und individuelle Bildungswege öffnen.
Leider ist die Situation im drei- bzw. zweigliedrigen Schulsystem, in dem die Klassen schon nach dem 4. Schuljahr viel zu früh auseinander gerissen werden, eine andere. Wir stellen fest, dass in Deutschland
• 9 Prozent die Schule noch immer ohne Abschluss verlassen.
• Kinder aus sozial benachteiligten Elternhäusern dreimal geringere Chancen haben, das Abitur abzulegen und zu studieren.
• 20 Prozent der Kinder laut Pisa ungenügende Kernkompetenzen erreichen und
• 19 Prozent mind. einmal sitzen bleiben.
Deshalb setzt sich die SPD Sachsen dafür ein, dass höhere Schulabschlüsse unabhängig von der sozialen Herkunft von möglichst vielen Jugendlichen erreicht werden. Dazu bedarf es einer Schulstruktur, die auf längeres gemeinsames Lernen setzt und eine hohe Durchlässigkeit aufweist.

Längeres gemeinsames Lernen der Kinder gewährleistet eine bessere individuelle Förderung einzelner schwächerer Kinder und stärkt die Solidarität zwischen den Schülerinnen und Schülern. Auf diese Weise können wir mehr Kinder, vor allem auch solche, die zuhause nicht die beste Förderung bekommen, zum Abitur und Studium führen.
Gemeinschaftsschulen müssen zwingend auch Ganztagsschulen sein, d.h. die Kinder haben an der Schule viele auf den Lehrplan abgestimmte musische, sportliche oder weitere soziale Betätigungsmöglichkeiten und können ihre Hausaufgaben noch in der Schule erledigen. So kommen sie nachmittags nach hause und haben dann ausreichend Zeit für ihre Freunde, Familie und Hobbies.

Ihre zweite Frage bezog sich auf die Erfahrungen seit der Einführung der Gemeinschaftsschulen in Sachsen.
Die SPD hat in der Regierungsverantwortung die Gemeinschaftsschule als Schulversuch durchgesetzt. Acht Gemeinschaftsschulen gibt es inzwischen in Sachsen. In Dresden gibt es in Pieschen eine Gemeinschaftsschule. Doch wir wollen mehr! In Reick möchte jetzt eine weitere Dresdner Schule Gemeinschaftsschule werden. Auch unter der Elternschaft gibt es reichlich Zuspruch für unser Gemeinschaftsschulemodell. Schließlich haben die Kinder in Ostdeutschland bis 1989 auch bis zur 8. Klasse gemeinsam gelernt und dies wird überwiegend als positiv anerkannt. Die eigentlichen Auswirkungen werden aber erst sichtbar sein, wenn die ersten Gemeinschaftsschülerinnen und -schüler ihre Abschlüsse machen. Doch das wird ja bald so weit sein.

Leider müssen wir feststellen, dass durch die CDU dieser Schulversuch mehr als behindert wird. Wenn wir weiter regieren dürfen werden wir auch diesen Weg konsequent weiter gehen. Die SPD hat sich zum Ziel gesetzt, Gemeinschaftsschulen als Regelschulen in ganz Sachsen zu verankern. Denn Gemeinschaftsschulen sind der Kern eines zukunftsweisenden und sozial gerechten Schulsystems.

Ich hoffe, ihre Fragen hinreichend beantwortet zu haben. Natürlich stehe ich für weitere Fragen gern zur Verfügung. Besuchen Sie doch auch mein Homepage unter http://www.albrechtpallas.de .

Mit freundlichen Grüßen

Albrecht Pallas