Privates Geld für deutsche Rüstungsunternehmen
In den USA hat Apollo seine Anstrengungen im Rüstungsbereich bereits verstärkt. Das Unternehmen hat eine Agentur damit beauftragt, beim US-Kongress zur Beschaffung von Rüstungsgütern zu lobbyieren.
Auf Anfrage von abgeordnetenwatch bestätigte eine BMWE-Sprecherin, dass es bei Reiches Gespräch mit dem Apollo-Manager um „die Anstrengungen der Bundesregierung für den Hochlauf der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie“ gegangen sei. Außerdem habe die Ministerin mit dem Finanzinvestor über Deutschland als Investitionsstandort und die Mobilisierung privaten Kapitals gesprochen.
Zu den Umständen der New-York-Reise hält sich das Ministerium allerdings bedeckt. So will es weder mitteilen, wie lange sich Reiche in der Metropole aufgehalten hat, noch in welcher Begleitung sie reiste. Auf die Frage, ob die Ministerin selbst Mitglied im exklusiven Privatclub des Hotels Aman ist, sagte die Sprecherin, im BMWE lägen dazu „keine Erkenntnisse“ vor.
Nur so viel wollte man konkret sagen: Reiche habe einen Linienflug genommen. Die Gesamtkosten lagen bei rund 10.600 Euro.
Keine Angaben zu weiteren Lobbytreffen
Ob es darüber hinaus weitere Treffen mit Apollo gab, teilte das BMWE auf Anfrage nicht mit. Eine erbetene Liste blieb Reiches Ministerium bis Redaktionsschluss schuldig.
Zumindest ein Treffen lässt sich trotzdem nachweisen. Es fand im September 2025 mit demselben Apollo-Manager in Berlin statt. Das geht aus den IFG-Unterlagen hervor.
Bereits in der vergangenen Wahlperiode war Apollo mehrfach mit hochrangigen Mitgliedern der Bundesregierung in Kontakt gewesen. Bekannt sind unter anderem Termine mit Jörg Kukies (SPD) in seinen Funktionen als Staatssekretär und Finanzminister. Auch die damaligen FDP-Minister Volker Wissing und Christian Lindner trafen auf Apollo-Lobbyisten.
Trotz seiner zahlreichen Lobbykontakte mit der Bundesregierung ist das Unternehmen nicht im deutschen Lobbyregister eingetragen.
Nicht zum ersten Mal: Reiches intransparente Reisen
Es ist nicht das erste Mal, dass Reiches Wirtschaftsministerium durch Intransparenz auffällt.
Weniger als zwei Wochen vor ihrer New-York-Reise war Reiche Gast eines diskreten Netzwerktreffens im österreichischen Tirol. Veranstalter war unter anderem ihr Lebensgefährte Karl-Theodor zu Guttenberg.
Reiches Teilnahme versuchte das Wirtschaftsministerium lange zu verschleiern. Auf eine Presseanfrage von abgeordnetenwatch erklärte ein Sprecher: „Ich kann Ihnen keinen entsprechenden dienstlichen Termin bestätigen.“ Später räumte das BMWE nicht nur Reiches Anwesenheit ein. Die Ministerin hatte vor Ort sogar ihren Dienstwagen genutzt.
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