Berlin/Hamburg, 18. Februar 2026 - Die AfD-Europaabgeordnete Christine Anderson hat eine von einem kanadischen Unternehmen finanzierte Reise erst rund 220 Tage nach ihrer Rückkehr beim Europäischen Parlament und nach Medienanfrage angezeigt: vorgesehen sind 60 Tage. Das ergibt eine gemeinsame Recherche von abgeordnetenwatch und t-online.
Demnach organisierte und bezahlte die Firma Trinity Productions mehrere Auftritte Andersons in Kanada im Juni und Juli 2025. Nach eigenen Angaben übernahm das Unternehmen unter anderem sechs Übernachtungen in einem 4-Sterne-Hotel (Zimmerpreise laut Website: bis zu 700 Euro pro Nacht). Angaben zu den tatsächlichen Kosten machte Anderson nicht.
Erst nachdem abgeordnetenwatch und t-online im Februar 2026 zu der Finanzierung recherchierten, erfolgte die Nachmeldung beim Parlament. Anderson spricht von einem „Büroversehen“.
Zwei weitere Reisen aus dem Jahr 2023 mit Bezug zu demselben Unternehmen sind bislang nicht in Andersons EU-Transparenzprofil veröffentlicht.
Die Recherche beleuchtet zudem die Verbindungen von Trinity Productions in die extrem rechte „Freedom Convoy“-Szene in Kanada sowie das Geschäftsmodell rund um Andersons Auftritte (Sponsoringbeträge: 1.500–5.000 kanadische Dollar, Ticketpreise: bis zu 150 kanadische Dollar). Die vollständige Recherche ist abrufbar auf abgeordnetenwatch und t-online.