Laut Unterlagen im Handelsregister wurde die „Christian Lindner Beteiligungsgesellschaft mbH“ am 26. Juni 2025 gegründet und am 23. Juli beim Amtsgericht Hamburg unter der Nummer HRB 193668 eingetragen.
Zweck des Unternehmens ist laut Gesellschaftsvertrag “ausschließlich die Verwaltung eigenen Vermögens, insbesondere das Halten und Verwalten von Beteiligungen, Immobilien, Kapitalanlagen“. Das Stammkapital beträgt 25.000 Euro. Lindner ist alleiniger Gesellschafter und zugleich Geschäftsführer der Firma, die ihren Sitz in einem Wohngebiet im bürgerlichen Hamburger Stadtteil Othmarschen hat.
Unternehmensgründung mit einem alten Bekannten
Lindner hat über seine Beteiligungsgesellschaft inzwischen ein weiteres Unternehmen gegründet. Im Juni 2026 wurde die CP ventures GmbH & Co. eGbR ins Handelsregister eingetragen. Mitgesellschafter ist die Hamburger Lupus Consulting and Management GmbH des Unternehmers Peter Wolff, die Start-ups sowie digitale Geschäftsmodelle entwickelt und finanziert.
Die Wege von Lindner und Wolff kreuzten sich bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten. Als Lindner im Sommer 2000 das IT-Unternehmen Moomax mitgründete, investierte die Risikokapitalgesellschaft Enjoyventure in das Start-up. Zu ihren Mitgründern gehört Wolff. Für das Investment nahm die Gesellschaft einen Kredit der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auf. Nach Lindners Ausstieg geriet Moomax in die Insolvenz, die KfW blieb auf einem Verlust von 1,4 Millionen Euro sitzen. Zu dem Vorgang hat Lindner sich wiederholt auf abgeordnetenwatch geäußert (Antwort I, Antwort II).
Im Jahr 2003 gehörte Wolff außerdem zu den Autoren des von Lindner herausgegebenen Buches "Avatare - Digitale Sprecher für Business und Marketing".
Neue Tätigkeit als Investor in Start-ups
Nach Lindners Entlassung als Finanzminister im November 2024 durch Kanzler Olaf Scholz (SPD) war es zunächst ruhig um den FDP-Politiker geworden. Zuletzt hatte es Berichte über seine berufliche Neuorientierung gegeben. Wie der SPIEGEL berichtete, informierte Lindner das Kanzleramt u.a. über Pläne, künftig als sogenannter Angel-Investor in Start-up-Unternehmen zu investieren. Ein Angel-Investor beteiligt sich mit Kapital an jungen Unternehmen und erhält dafür Anteile – häufig begleitet er die Firmen zudem mit Beratung oder durch sein berufliches Netzwerk.
Das Kabinett untersagte Lindner laut SPIEGEL eine solche Tätigkeit für zwölf Monate und folgte damit einer Empfehlung des unabhängigen Karenzzeitgremiums. Demnach darf er im Zusammenhang mit der Investorentätigkeit erst ab dem 8. November 2025 beruflich aktiv werden – unter der Auflage, keine Aufgaben zu übernehmen, die im Zusammenhang mit seinem früheren Ministeramt stehen.
Weitere Unternehmen an Lindners Firmensitz
An der Adresse von Lindners neuer Gesellschaft in den Hamburger Elbvororten sind in diesem Jahr weitere Unternehmen registriert worden. Dazu gehören eine im Februar gegründete Beteiligungsgesellschaft, eine Medien- und Werbeagentur sowie eine Firma für Vortrags- und publizistische Tätigkeiten, die beide im September eingetragen wurden. Eigentümerin und Geschäftsführerin ist laut Handelsregister Lindners Ehefrau, die frühere Journalistin Franca Lehfeldt, die aus Hamburg stammt.