(...) Eine Senkung der Lebensarbeitszeit angesichts des aktuellen Bedarfs an Arbeitskräften und dem Wunsch der Bevölkerung nach weiterer Steigerung des Konsums und des Lebensstandards sehe ich auch nicht als sinnvoll an. In diesem Zusammenhang sehe ich auch Ihre Frage nach der Altersarmut und Beteiligung an der Wertschöpfung: Letztlich sehe ich eine Lösung darin, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer heute (unter Konsumverzicht) Geld zurücklegen, selbst über Aktienfonds zu Anteilseignern werden und so an der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung über ihr eigenes Gehalt hinaus beteiligt werden. (...)
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(...) Sehr geehrter Herr Günther, ich habe nur einige wenige Gedanken zum Bedingungslosen Grundeinkommen angeführt. Wenngleich ich das Konzept des Bedingungslosen Grundeinkommens in der Politischen Theorie als höchst interessant empfinde, so bewerte ich es in der konkreten Umsetzung jedoch als realitätsfern. Da wir Sozialdemokraten uns aber neuen Ideen nicht verwehren, haben wir das Konzept des Chancenkontos angeführt. (...)
(...) Mein Ziel ist, dass dieser technische Fortschritt auch endlich den Menschen nützt, statt Sie gegeneinander auszuspielen. Daher soll dieser Fortschritt regelmäßig zur Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich führen. (...)

(...) Ihre Einschätzung zu den mit der Digitalisierung verbundenen Veränderungen für den Arbeitsmarkt teile ich - werbe aber dafür, dies auch als Chance zu sehen. So können z.B. Jobs mit eher "mechanischer Tätigkeit" wie Fließbandarbeit durch andere, vielleicht als interessanter empfundene Arbeitsplätze ersetzt werden. (...)
(...) Nicht mehr Arbeitsort und -zeit sind entscheidend, sondern Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung. Die Digitalisierung macht eine humanere, familienfreundlichere und ökologischere Arbeitswelt möglich. Gleichzeitig birgt sie aber auch Risiken: Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit und zwischen abhängiger und selbständiger Tätigkeit können verschwimmen, Selbstbestimmung kann zu Selbstausbeutung werden, Vertrauensarbeit kann zu permanenter Überlastung führen. (...)