Abschuss von Wölfen erleichtern

Der Bundestag hat einen Gesetzesentwurf der Regierungsfraktionen angenommen, der das Abschießen von Wölfen erleichtert. Die Lockerung des artenschutzrechtlichen Zugriffsverbotes (Bundesnaturschutzgesetz § 44 und § 45) wird begründet mit der "Abwendung ernster land-, forst-, fischerei- oder wasserwirtschaftlicher oder sonstiger ernster Schäden".

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Dafür gestimmt
361
Dagegen gestimmt
275
Enthalten
0
Nicht beteiligt
73
Abstimmungsverhalten von insgesamt 709 Abgeordneten.

Mit dem von den Regierungsfraktionen eingebrachten Gesetzesentwurf soll das Bundesnaturschutz dahingehend geändert werden, dass es neue Regelungen hinsichtlich des Wolfes beinhaltet. So wird der Paragraph 45 um einen Unterpunkt erweitert, welcher den "Umgang mit dem Wolf" gesetzlich regelt. Anlass sei, dass es inzwischen wieder viele Wölfe in Deutschland gebe: Als Erfolg des Artenschutzes sei dies zwar zu begrüßen, jedoch gehe von mehr Wölfen auch eine erhöhte Gefahr für die Weidetierhaltung aus.

Mit der Gesetzesänderung soll Rechtssicherheit für den Abschuss von Wölfen hergestellt werden. Mit den Abschüssen sollen Schäden an Herden von Nutztieren vermieden werden. So werde es mit der Änderung möglich, einzelne Wölfe eines Rudels abzuschießen, wenn Nutztiere getötet oder verletzt wurden, auch wenn man nicht genau weiß, welcher Wolf den Schaden zugefügt hat. Das darf solange fortgeführt werden, bis die Nutztiere nicht mehr angegriffen werden. Außerdem sollen sogenannte "Wolfshybriden" (Hybriden zwischen Wolf und Hund) von zuständigen Behörden gefangen genommen werden dürfen. Zudem werde das Füttern und Anlocken der Tiere mit Futter verboten. Damit sollen eine Gewöhnung an und der Verlust der Scheu vor den Menschen vermieden werden.

Der Antrag wurde durch die Stimmen der Regierungsfraktionen angenommen. Die Oppositionsparteien sowie Sandra Bubendorfer-Licht von der CDU stimmten gegen den Antrag.

 

FDP-Antrag "Wolfsmanagement"


Eine weitere Abstimmung fand über einen "Entwurf eines Gesetzes zum Wolfsmanagement" statt, der von der FDP-Fraktion eingebracht wurde. Dieser sieht die steigende Wolfspopulation (jährlich circa 25 bis 30 Prozent) als größere Gefahr und fordert den Wolf und seinen möglichen Abschuss als jagbare Tierart im Bundesjagdgesetz aufzunehmen. Eine Folge wäre, dass die Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes aufgehoben wären, der Abschuss wäre noch deutlicher erleichtert als im Antrag der Regierungsfraktionen, da Abschüsse nun nicht mehr vorher von einer Behörde geprüft werden müssten. FDP- und AfD-Fraktion stimmten dem Antrag zu, die Regierungsfraktionen, Bündnis 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE dagegen. Damit wurde der Antrag abgelehnt. (Hier zu den Abstimmungsergebnissen auf der Website des Bundestages.)

Kommentare

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...Ist mit dieser Gesetzesänderung auch möglich einzelne Menschen abzuschießen, wenn durch Menschen Nutztiere getötet oder verletzt wurden, auch wenn man nicht genau weiß, welcher Mensch den Tieren den Schaden zugefügt hat?

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Wölfe leben in Familien. Andere Wölfe werden verjagt, manchmal sogar getötet. Wenn also ein Wolfsrudel in der Gegend ist, kann man nicht behaupten, sie würden sich unkontrolliert vermehren. Es werden dann nicht mehr. Amerikanische Studien haben auch ergeben, dass Wolf-Abschüsse sich nicht lohnen, da es dann zu mehr Rissen kommt. Mir scheint, dass die meisten Regierungsmitglieder keine Ahnung vom Leben der Wölfe haben, und das ist sehr traurig.

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Ich empfehle das Buch "die Weisheit der Wölfe".... da laufen einem Schauer über den Rücken wie sozial, intelligent und diszipliniert diese Tiere sind. Ich wünsche mir , dass es bei den Menschen genauso wäre. Leider das krasse Gegenteil. Ich schäme mich für die Menschen, die solche underbare Wesen abschiessen lassen wollen, nur damit der Jogger angeblich heil durch den Wald rennen kann.

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Für die Wölfe sind bisher mehr als 3,5Mill ausgegeben worden das Jahr ist noch lange nicht rum. Ist es wirklich zu verantworten soviel Geld hiefür auszugeben? Bei verschiedenen Berufen wird geknausert bis zum geht nicht mehr! Mir ist ein gut entlohnter Pflegedienst wesentlich lieber wie ein Rudel Wölfe.
Ich war 1962 bei der Bundeswehr, auf dem Übungsplatz in Munster gab es damals schon Wölfe, zwar in geringer Zahl aber immerhin und das war in Ordnung. Da bräuchte man nicht soviel Geld Investieren, die häötten sich auch so vermehrt. Ich finde daß diese "Subvention" überflüssig ist.
Gruß an die militanten Wolfschützer

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Wölfe haben das gleiche Recht zu leben wie wir, sollen die Landwirte doch Zäune bauen um ihre Tiere zu schützen. Oder die Jäger weniger Jagen damit die Wölfe mehr Futter finden. Es gibt bestimmt eine andere Lösung, aber dazu müssten ja die Politiker überlegen...

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