Wie stehen Sie und die ÖDP zur der Querdenken-Bewegung, die in Baden Württemberg entstanden ist und in Stuttgart große Proteste gegen die Coronapolitik von Bund und Land machte?
Wie ist die ÖDP mit Querdenkern in den eigenen Reihen umgegangen?
https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-oedp-corona-querdenker-1.5512609?reduced=true
Haben Sie mitbekommen dass der damalige Bundesvorsitzende Christian Rechholz der ÖDP privat auf Twitter wie ein Querdenker auftrat? War das Thema auf Parteitagen?
https://x.com/Rechi199/with_replies
Es folgten ihm so viele ÖDP-Seiten dass dies in der ÖDP bekannt sein musste.
Sind Sie der Auffassung dass ein Impf-Antigen durch modifizierte RNA im menschlichen Körper umweltfreundlicher hergestellt werden kann, als ein Impfantigen aus einem industriellen Produktionsprozess?
Was ist der besondere Beitrag der ÖDP zur Coronapolitik? Was hätte die ÖDP mitgetragen & welche eigenen Akzente hätte die ÖDP gesetzt, die Sie bei anderen Parteien vermisst haben?
Waren Sie von den Corona-Maßnahmen betroffen & wie sind Sie damit umgegangen, was war gut und was sollte man künftig anders machen?
Was würden Sie denen sagen die Schutzmaßnahmen ablehnten?
Hallo Herr S.,
Die ÖDP hat einen Corona-Beirat gebildet, in dem sich fachkundige Menschen sehr genau mit den Entwicklungen in der Corona-Zeit befasst haben. Die Statements sind auch noch auf der Internetseite der ÖDP nachzulesen.
Auch in dieser Partei gab es heftige Diskussionen über das Thema, auch Austritte von Mitgliedern, denen die Statements zu weit oder nicht weit genug gingen. Eine Aufarbeitung wurde angeregt, ist aber noch nicht vollzogen.
Ich persönlich bin wegen Corona in die Partei eingetreten, weil sie die einzige Partei war, die gegen eine Impfplicht ist. Jede Impfung stellt im Prinzip eine unumkehrbare Körperverletzung dar. Eine - zeitlich begrenzte - Impfplicht sollte meiner Meinung nach nur dann angeordnet werden, wenn dadurch nachgewiesenermaßen eine Krankheit ausgerottet werden kann, die ansteckend ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit letal verläuft.
Mit meinem Grundlagenwissen als Pflegefachkraft, meiner wenig ängstlichen Persönlichkeit und der Resilienz gegenüber Gruppendruck bin ich recht schnell zu folgender Haltung gekommen:
Die Sterblichkeit von 2 % bei Erkrankten - das waren die ersten Meldungen aus China - ist eine ernstzunehmende Gefahr für die gefährdete Bevölkerungsgruppe. Dies betrifft in erster Linie hochbetagte und abwehrgeschächte Menschen. Das hat sich im Laufe der Pandemie auch so bestätigt.
Diese Menschen - und alle, die große Angst haben - die hätten alle Möglichkeiten bekommen sollen, um sich vor Ansteckung zu schützen. Und auch den Ansatz, dass nicht zu viele Menschen auf einmal krank werden sollen um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, finde ich richtig.
Wer nie gefährdet war, wer die Infektion meist ohne gravierende Symptome durchgemacht hat, das waren die Kinder und jungen Leute. Jede Statistik gibt mir da recht - und ich habe mich in dieser Zeit genau informiert.
Deshalb halte ich die Strategie unsrer Regierung für völlig falsch. Meine Strategie wäre gewesen: Die am Wenigsten Gefährdeten die Infektion durchmachen und Abwehrkräfte bilden lassen - dann nach und nach weitere Bevölkerungsgruppen. Wir hätten so vermutlich nach weniger als einem Jahr eine gute und beständige Herdenimmunität gehabt. Das wiederum schützt die Gefährdeten. Und wir hätten von den Genesenen Antikörper als Medizin gewinnen können.
Was aber noch verwerflicher ist: Aus meiner Perspektive wurden die Bürger nicht sachlich und ehrlich informiert, sondern mit einer manipulativen Kampagne die Todesangst als Mittel benutzt. Es war aber nicht die "Pest", sondern im Gefährdungspotential wie eine heftige Influenza.
Zur Impfung: Als ich die angegebenen möglichen Nebenwirkungen gelesen habe, war für mich klar, dass ich mich nicht impfen lasse. Die Wirkungsweise eines MRNA-Impfstoffes finde ich auch sehr fragwürdig: da wird ein Stoff in den Körper gebracht, der diesen dazu bringt, die Krankheitserreger selbst zu bilden, gegen die er dann Abwehrstoffe bilden soll. Das ist letztlich eine Autoimmunreaktion.
Wer sich nach einer ehrlichen Aufklärung über möglichen Nutzen und mögliche Risiken für die Impfung entscheidet - der soll diese gerne haben. Aber ein Zwang zur Impfung mithilfe von Diskriminierung und Ausgrenzung - das darf in einem freien Land nicht passieren. Es wurde ja auch sehr schnell offenbar, dass die Impfung eben nicht vor der Weitergabe des Virus schützt, was dieses Vorgehen ad absurdum führt. In meinem Bekanntenkreis sind die Menschen, die unter Long-Covid leiden (mit einer Ausnahme), alle vorher mehrfach geimpft.
Ja, ich war bei den Montagsspaziergängen dabei. Irgendwann wird der Begriff "Querdenker" eine Ehrenbezeichnung sein, denn es kostet viel Energie und Mut, sich öffentlich und friedlich gegen eine Massenbewegung zu stellen. Tragisch ist, dass rechtsextreme Parteien den Frust für ihre Ziele ausnutzen.
Ich hoffe, ich habe damit ihre Fragen beantwortet und zu einer sachlichen Diskussion beigetragen.
